Charakter und Tugend

 

Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.):

Das Gesicht ist das Abbild des Hirns, die Augen sein Berichterstatter.



Albert Schweitzer (1875 - 1965):

Mit zwanzig Jahren hat jeder das Gesicht, das Gott ihm gegeben hat, mit vierzig das Gesicht, das ihm das Leben gegeben hat, und mit sechzig das Gesicht, das er verdient.



Immanuel Kant (1724 - 1804):

Es kommt nicht auf das an, was die Natur aus dem Menschen, sondern was dieser aus sich selbst macht. Denn das Erstere gehört zum Temperament und nur das Letztere gibt zu erkennen, dass er eigenen Charakter habe.

Der Mensch, der sich eines Charakters in seiner Denkungsart bewusst ist, hat ihn nicht von der Natur, sondern muss ihn jederzeit erworben haben. Erziehung, Beispiele und Belehrung können diese Festigkeit und Beharrlichkeit in Grundsätzen überhaupt nicht nach und nach, sondern nur gleichsam durch eine Explosion bewirken, die auf den Überdruss am schwankenden Zustande des Instinkts auf einmal erfolgt.

Vielleicht werden nur wenige sein, die diese Revolution vor dem dreißigsten Jahre versucht, und noch weniger, die sie vor dem vierzigsten fest gegründet haben.


Tugend ist die moralische Stärke in Befolgung seiner Pflicht, die niemals zur Gewohnheit werden, sondern immer ganz neu und ursprünglich aus der Denkungsart hervorgehen soll.

Dass Tugend erworben werden müsse und nicht angeboren sei, liegt schon in dem Begriffe derselben. Denn das sittliche Vermögen des Menschen wäre nicht Tugend, wenn es nicht durch die Stärke des Vorsatzes in dem Streit mit so mächtigen entgegenstehenden Neigungen hervorgebracht wäre. - Sie ist das Produkt der Vernunft.

Das sittliche Handeln und die sittliche Wertschätzung ist von dem Glauben an die Existenz eines Gottes unabhängig.


Man muss wollen können, dass eine Maxime unserer Handlung ein allgemeines Gesetz werde: dies ist der Kanon der moralischen Beurteilung überhaupt.


Der Charakter ist absolute Einheit des inneren Prinzips des Lebenswandels überhaupt.

Wahrhaftigkeit ist der Grundzug und das wesentlichste eines Charakters. Ein Mensch, der lügt, hat keinen Charakter.

Gewissen ist das Bewusstsein eines innren Gerichtshofes im Menschen.



Blaise Pascal (1623 - 1662):

Das Ausmaß eines Menschen Tugend darf nicht an seinen Bemühungen gemessen werden, sondern an seinem täglichen Leben.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Man muss die Chourage haben, das zu sein, wozu die Natur uns gemacht hat.

Nicht allein das Angeborene, sondern auch das Erworbene ist der Mensch.

Unsere Eigenschaften müssen wir kultivieren, nicht unsere Eigenheiten.

Versuche deine Pflicht zu tun, und du weißt gleich, was an dir ist.

Freudigkeit ist die Mutter der Tugenden.

Der liebt nicht, der die Fehler des Geliebten nicht für Tugenden hält.

Gegen große Vorzüge eines anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe.

Gegen die Kritik kann man sich weder schützen noch wehren; man muss ihr zum Trutz handeln, und das lässt sie sich nach und nach gefallen.

        Was klagst du über Feinde?
        Sollten solche je werden Freunde,
        denen das Wesen, wie du bist,
        im Stillen ein ewiger Vorwurf ist?


Ein großer Fehler: dass man sich mehr dünkt, als man ist, und sich weniger schätzt, als man wert ist.

Der Mensch, der Gewalt über sich hat und behauptet, leiste das schwerste und Größte.

Wer gegen sich selbst und andere wahr ist und bleibt, besitzt die schönste Eigenschaft der größten Talente.

Das höchste Glück ist das, welches unsere Mängel verbessert und unsere Fehler ausgleicht.

Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.

Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.



Albert Einstein (1879 - 1955)):

Toleranz ist das menschenfreundliche Verständnis für Eigenschaften, Auffassungen und Handlungen anderer Individuen, die der eigenen Gewohnheit, der eigenen Überzeugung und dem eigenen Geschmack fremd sind. [1934; AEA 28-281, S. 1]



Arthur Schnitzler (1862 - 1931):

Toleranz heißt: die Fehler der anderen entschuldigen. Takt heißt: sie nicht bemerken.



Wilhelm Busch (1832 - 1908):

Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber Intoleranten.



Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799):

Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht entschuldigen kann.



Q. H. F. Horaz (65 - 8 v. Chr.):

Wenn wir fehlerfrei wären, würde es uns nicht so viel Spaß machen, Fehler bei anderen festzustellen.



Jean Genet (1910 - 1986):

In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Wir verlangen sehr oft nur deshalb Tugenden von anderen, damit unsere Fehler sich bequemer breitmachen können.

So mancher meint, ein gutes Herz zu haben, und hat nur schwache Nerven.

Die meiste Nachsicht übt der, der die wenigste braucht.



Arthur Schopenhauer (1788 - 1860):

Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen und gelten zu lassen, muss man eigenen haben.

Die erkannte Güte eines Charkters macht uns geduldig und nachgiebig gegen Schwächen des Verstandes wie auch gegen die Stumpfheit und das kindliche Wesen des Alters.

Für sein Tun und Lassen darf man keinen andern zum Muster nehmen. - Man muss nach reiflicher Überlegung und scharfem Nachdenken seinem eigenen Charakter gemäß handeln. Also auch im Praktischen ist Originalität unerlässlich; sonst passt, was man tut, nicht zu dem, was man ist.

Groß ist nur der, welcher bei seinem Wirken (Dieses sei nun ein praktisches oder theoretisches) nicht seine Sache sucht; sondern allein einen objektiven Zweck verfolgt. -
Klein hingegen ist alles auf persönliche Zwecke gerichtete Treiben; weil der dadurch in Tätigkeit versetzte sich nur in seiner eigenen verschwindend kleinen Person erkennt und findet.

Die Anschauung ist nicht nur die Quelle aller Erkenntnis, sondern sie selbst ist die Erkenntnis. - Wir sehen sogar die Tugend eigentlich von der anschauenden Erkenntnis ausgehn: denn nur die Handlungen, welche unmittelbar durch diese hervorgerufen werden, mithin aus reinem Antriebe unserer eigenen Natur geschehen, sind eigentliche Symptome unseres wahren und unveränderlichen Charakters.



Konfuzius (551 - 479 v. Chr.):

Die Selbsterkenntnis ist eine Tugend, die von den Menschen am schwersten erkämpft werden muss.

Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.

Über das Ziel hinausschießen ist ebenso schlimm wie nicht ans Ziel kommen.

Einen Fehler machen und sich nicht bessern: das erst heißt fehlen.

Wer die Fehler anderer übernimmt, dessen Schuld ist größer als die Schuld desjenigen, der sie begeht.



Pablo Picasso (1881 - 1973):

An den Fehlern erkennt man die Persönlichkeit.



Erich Maria Remarque (1898 - 1970):

Den Charakter eines Menschen erkennt man erst daran, wenn er Vorgesetzter geworden ist.



Abraham Lincoln (1809 - 1865):

Willst du den Charakter eines Menschen kennenlernenen, so gib ihm Macht.



Demokrit (um 460 - 360 v. Chr.):

Vergessen der eigenen Sünden erzeugt Frechheit.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Wer sich gar zu leicht bereit findet, seine Fehler einzusehen, ist selten der Besserung fähig.

Viele Leute glauben, wenn sie einen Fehler erst eingestanden haben, brauchen sie ihn nicht mehr abzulegen.

Nichts lernen wir so spät und verlernen wir so früh, als zugeben, dass wir unrecht haben.



Franz Grillparzer (1791 - 1872):

Von allen Tugenden die schwerste und seltenste ist die Gerechtigkeit.

Man findet zehn Großmütige gegen einen Gerechten.



Aurelius Augustinus (354 - 430):

Die Gerechtigkeit ist jene Tugend, die jedem gibt, was ihm gebührt.



Theodor Fontane (1819 - 1898):

Das Undankbarste, weil Unklügste, was es gibt, ist Dank erwarten.

Man muss Ärger aushalten können; wenn man es nicht kann, wenn man ihm überall aus dem Wege geht, so erreicht man nichts.



Wilhelm Ludwig Wekhrlin (1739 - 1792):

In einem Staat, wo das Geld alles ist, ist die Tugend nichts.



Kurt Tucholski (1890 - 1935):

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!



Hermann Hesse (1877 - 1962):

Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.



Heraklit (544 - 483 v. Chr.):

Der Charakter eines Menschen ist sein Schicksal.



Max Frisch (1911 - 1991):

Nichts ist schwerer als sich selbst anzunehmen.



Sinnspruch:

Selbstvertrauen ist der Schlüssel, der fast jede Tür öffnet.



Martin Held (geb. 1908):

Die Lebenskunst des Individualisten besteht darin, nur so viel Abstand zu halten, dass er nicht isoliert wird.



Stanislaw Jerzy Lec (1909 - 1966):

Menschliche Geradlinigkeit ist nicht immer der kürzeste Weg zum Ziel.

Fahre nicht aus der Haut, wenn du kein Rückgrat hast.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Dir frommt an jedem Ort, zu jeder Zeit:
Geradheit, Urteil und Veträglichkeit.

Man soll nur Rat geben in Dingen, in denen man selbst mitwirken will.

Wer Gründe anhört, kommt in Gefahr, nachzugeben.



Ernst Ferstl (geb. 1955):

Auf dem richtigen Weg ist, wer seinem Gewissen folgt.

Ein großer Erfolg ist kein Geschenk, vielmehr ein äußerst günstiger Kredit.

Es wird immer schwieriger, anderen ein gutes Beispiel zu geben. Es fehlt an Abnehmern.

Die menschliche Faulheit arbeitet unermüdlich.

Es ist bequem, aber nicht gut, das Bequeme für das Gute zu halten.



Alte chinesische Weisheit:

In erster Linie heißt gut sein, seine Pflicht tun,
sei es auch noch so beschwerlich.



Konrad Lorenz (1903 - 1989):

Unsere gefühlsmäßige Hochwertung des Guten und Anständigen ist mit erdrückender Wahrscheinlichkeit der einzige Faktor, der heute noch gegen Ausfallserscheinungen sozialen Verhaltens eine einigermaßen wirksame Selektion treibt.



Rudolf Diesel (1858 - 1913):

Die wichtigste Charaktereigenschaft ist Energie. Der Wille bestimmt das Schicksal des Menschen, nicht das Wissen. Der Wille versetzt die Berge, nicht der Glaube. Wollen ist Können, Mut, Geduld, Beharrlichkeit. Alles Schwere, alles Neue muss man allein tun.



Paracelsus (1493 - 1541):

Nicht der Wille allein, sondern Wille und Tat machen erst die Arbeit vollkommen.

Eines Andern sei nicht, wer sein Eigener sein kann.



Matt Ridlay (in "Genome" - 1999):

Die Menschen beziehen ihre Persönlichkeit nicht von den Eltern, sondern aus ihren Genen und ihrem Umfeld.

Soweit wir aus eigenem Antrieb handeln, sind wir für unsere Handlungen verantwortlich; aber wer aus eigenem Antrieb handelt, verleiht damit nur den vielen deterministischen Einflüssen Ausdruck, die über den Antrieb bestimmen. - (Dilemma nach Hume)

Charles Darwin bezeichnete den freien Willen als Täuschung, verursacht durch unsere Unfähigkeit, unsere eigenen Beweggründe zu analysieren.



Douglas R. Hofstadter (geb. 1945):

Aus dem Gleichgewicht zwischen Kenntnis und Unkenntnis seiner selbst erwächst das Gefühl des freien Willens.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Die so genannte Freiheit des Menschen läuft darauf hinaus, dass er seine Abhängigkeit von den allgemeinen Gesetzen nicht kennt.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehasst.



Albert Einstein (1879 - 1955)):

Ich glaube nicht an die Freiheit des Willens. Schopenhauers Wort: "Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will" begleitet mich in allen Lebenslagen und versöhnt mich mit den Handlungen der Menschen, auch wenn sie mir recht schmerzlich sind. Diese Erkenntnis von der Unfreiheit des Willens schützt mich davor, mich selbst und die Mitmenschen als handelnde und urteilende Individuen allzu ernst zu nehmen und den guten Humor zu verlieren. [aus: 'Mein Glaubensbekenntnis' auf Schallplatte, 1932]

Vernünftiges Handeln in der menschlichen Sphäre ist nur möglich, wenn man die Gedanken, Motive und Befürchtungen des anderen zu verstehen versucht, so dass man sich in seine Lage zu versetzen weiß. [1947]

Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten. [Religion und Wissenschaft, Nov. 1930]

Das Moralische ist [...] keine göttliche, sondern eine rein menschliche Angelegenheit. [aus: Die Religiosität der Forschung, vor 1934]

Wenn es sich um Wahrheit und Gerechtigkeit handelt, gibt es nicht die Unterscheidung zwischen kleinen und großen Problemen. Denn die allgemeinsten Gesichtspunkte, die das Handeln der Menschen betreffen, sind unteilbar. Wer es in kleinen Dingen mit der Wahrheit nicht ernst nimmt, dem kann man auch in großen Dingen nicht vertrauen. - Diese Unteilbarkeit gilt aber nicht nur für das Moralische, sondern auch für das Politische; denn die kleinen Probleme können nur richtig erfasst werden, wenn sie in ihrer Abhängigkeit von den großen Problemen verstanden werden. [1955]

Ich brauche nicht zu betonen, wie sehr ich alles Streben nach Wahrheit und Wissen achte und schätze. Aber ich glaube nicht, dass der Mangel an moralischen und ethischen Werten durch rein intellektuelle Bemühungen aufgewogen werden kann. [1951]

In grundsätzlichen Fragen der Moral hilft Schulbildung nicht viel. [1955]

Nicht auf Personen kommt es an, sondern auf Werke im Dienst der Gesellschaft. [1929]

Nur das Leben im Dienst anderer ist ein lebenswertes Leben.



Aristoteles (384 - 322 v. Chr.):

Wir sollen uns gegen andere so benehmen, wie wir wünschen, dass andere gegen uns handeln sollen.



Xenophon (etwa 430 - 355 v. Chr.):

Wer an Ausdauer der erste ist, wo es zu ertragen gilt,
an Stärke, wo ein Kampf der Tapferkeit,
an Einsicht, wo ein Werk des guten Rates,
der scheint mir mit Recht als ein vollkommener Mensch angesehen zu werden, ein Vorbild für alle, die sich um Vollkommenheit bemühen.





Eberhard Liß (geb. 1941):

Wer eigene Fehler selbstkritisch prüft und aufrichtig zugibt, hat Rückgrat. - Wer gelassen seine Schuldlast erträgt, muss dazu breite Schultern haben.

Eigene Fehler aus Leichtsinn sind die ärgerlichsten.

Wer sich über korrigierbare Fehler anderer verständnislos ärgert ist selber schuld.

Ärgerliche Enttäuschung über Unerwartetes oder Irrtümliches kann zu Schuldzuweisung und Streit führen, ist aber kein ausreichender Grund für verbitternde Gegnerschaft.

Wichtiger als schadensvergrößernde Schuldzuweisungen sind Fehlerkorrekturen und praktikable Verhütungsmaßnahmen.

Selbstvertrauen ist gut, doch besser wäre Selbstkontrolle für kluges Handeln.

Kann bewusste Selbstkontrolle impulsive Äußerungen und spontane Handlungen verhindern?

Wer kritische Feststellungen unbedacht sagt, muss sich emotionalen Widerspruch sagen lassen.

Unbewusste Automatismen können zu Irrtümern führen, die zu spät bewusst werden.

Unbewusste Gewohnheitshandlungen werden uns erst dann bewusst, wenn wir ihre "ungewollten" Konsequenzen erkennen.

Der "relativ freie" Wille ist ein Bewusstseinsphänomen für 'mutwillige', zielgerichtet gefällte Entscheidungen des Subjekts im Rahmen seiner Handlungsfreiheit unter aktuellen Bedingungen, individuell bestimmt von unbewussten Gehirnzuständen.

Für jede 'bewusst gefällte' Entscheidung muss eigene Verantwortung getragen werden, aber weniger für 'unüberlegte', unbewusst bestimmte oder Affekt-Handlungen.

Wer das Sagen hat, bestimmt die Zielrichtung für sein Gefolge, dessen Wohl von ihm verantwortet werden muss.

Zielorientiertes Erwägen einer optimalen Entscheidung wird ermöglicht durch 'antizipative' subjektive Bewertung von zu erwartenden Handlungskonsequenzen, die empirisch oder theoretisch vorausgesagt werden können.

Eine relative Sicherheit ist nur durch Vorsicht und gegenseitige Rücksichtsnahme erreichbar, wobei Risiken "intelligent" abzuschätzen und rechtzeitig eigene Konsequenzen zu ziehen sind.

Voraussicht zur Absicherung erfordert "worst case tests", d. h. kritische Untersuchungen dessen, was im schlimmsten Fall passieren könnte.

Aktive Menschen gelten allgemein als optimistisch und risikofreudig, weil sie mühevolle Absicherungen oft unterlassen.

Passive, denkfaule Menschen erwarten, dass ihnen gesagt wird, was zu tun ist.

Existenzielle Selbständigkeit gelingt mit natürlicher Eigennutz-Orientierung zwecks Selbsterhalt durch möglichst sozialverträgliche Selbstbestimmung ohne "unsoziale" Auswirkungen.

Eigennutz erscheint dem Egoisten vorteilhafter als Anteil am Gemeinnutz, der Eigenverzicht verlangt.

Der egoistische Mensch sieht seinen Vorteil ohne Rücksicht auf andere Lebewesen.

Wenn jeder nur an sich denkt, dann gibt es nur rücksichtsloses Gewinnstreben und kein soziales Miteinander, keine Hilfsbereitschaft und auch keine Solidarität.

Menschen, die sich nicht selbst helfen können, sind dann verloren, wenn sie keine fremde Hilfe erlangen.

Wer uneigennützig hilft, muss Undank und womöglich Beschuldigung verkraften können.

Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft sind Tugenden, die von raffinierten Menschen ausgenutzt werden, um an verfügbares Kapital zu kommen.

Betrüger und Wucherer entlasten sich mit dem Argument, dass sie nur das verkaufen, was Kunden haben wollen.

Dem Ungerechten sind Großmut und Milde fremd.

Erst, wenn Unrecht offenkundig ist, wird Ethik gefordert.

Fairness in Kampf oder Spiel verlangt die Einhaltung von festgelegten Regeln, die den Gegnern vorher bekannt sein müssen.

Ein "Anständiger" handelt nach bestem Wissen und Gewissen.

"Gewissen" kann mit einer 'ethisch-moralischen' Bewertungsinstanz im Gehirn erklärt werden, für die aber keine universellen Wertekategorien aus der Menschheitsgeschichte ableitbar sind.

Moralisten und Religionen haben bisher vergeblich versucht, mit ethischen Maximen und normativen Verhaltensregeln für alle Menschen sozialen Frieden zu erreichen.

Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Wer nicht dankbar für Erreichtes ist und seine Wünsche nicht unter Kontrolle hat, wird ein unzufriedener und getriebener Mensch bleiben.

Wer durch erfolgreiches Handeln nutzt, kann mit sich zu frieden sein.

Wir müssen lernen, unsere Enttäuschungen mit Würde und Toleranz zu ertragen. Dabei helfen uns Aufrichtigkeit, Humor und Tapferkeit.

Habe weiterhin Mut zum Miteinander, - trotz bestärkter Skepsis durch erfahrene Ungerechtigkeit!




Siehe auch: » Leben und Schicksal  » LEBENSKUNST - Lebensregeln und Zitate

HOME: » Zitate-Archiv »Zeitlose Weisheiten« - hrsg. im LISS-KOMPENDIUM


www.liss-kompendium.de  ©  Copyright by Eberhard Liß