Geduld und Mut

 

Gerhard Branster (geb. 1927):

Die älteste Regel der Lebenskunst, das rechte Maß zu beachten, heißt nicht nur, es nicht zu überschreiten, sondern auch, es zu erfüllen. Zuvor aber müsste es gefunden werden.



Martin Luther (1483 - 1546, - aus Tischreden):

      Wie du leben sollst

      Es ist auf Erden kein besser List,
      denn wer seiner Zungen ein Meister ist.
      Viel wissen und wenig sagen,
      nicht antworten auf alle Fragen.
      Rede wenig und mach´s war,
      was du borgst, bezahle bar,
      Lass einen jeden, wie er ist,
      so bleibst du auch wohl, wer du bist.



Marcel Proust (1871 - 1922):

Schwerer noch, als nach seiner Überzeugung zu leben, ist es, sie anderen nicht aufzuzwingen.



Mahatma Gandhi (1869 - 1948):

Wenn Du im Recht bist, kannst du dir es leisten, die Ruhe zu bewahren, und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.



Stanislaw Jerzy Lec (1909 - 1966):

Fahre nicht aus der Haut, wenn du kein Rückgrat hast.

Menschliche Geradlinigkeit ist nicht immer der kürzeste Weg zum Ziel.



Abraham Lincoln (1809 - 1865):

Besser schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen.



Amerikan. Pilgergebet,- Friedrich Christoph Oetinger (1702 - 1782) zugeschrieben:

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann, -
gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, - und
gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.

Wer Geduld sagt, sagt Mut, Ausdauer, Kraft.



Schwedisch:

Geduld ist die Schwester der Hoffnung und die Mutter der Gelassenheit.



Japanisch:

Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.

Die Geduld nicht verlieren, auch wenn es unmöglich scheint, das ist Geduld.



Konfuzius (Kong-fu-zi, 551 - 479 v. Chr.):

Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.



Sophokles (496 - 406 v. Chr.):

Ein hartes Wort, wenn auch gerecht, verletzt.



Horaz (65 - 8 v. Chr.):

Ein Scherz, ein lachendes Wort entscheidet über größte Dinge oft treffender und besser als Ernst und Schärfe.



Hermann Hesse (1877 - 1962):

Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen: Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.
Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß, und die Geduld gibt Ruhe.



Miguel de Cervantes Saavedra (1547 - 1616):

Geduld ist ein Pflaster für alle Wunden.



Friedrich von Schiller (1759 - 1805):

Wohl dem Menschen, wenn er gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann.



J. Ch. Friedrich Hölderlin (1770 - 1843):

Der Trieb, aus unserem Wesen etwas hervorzubringen was zurückbleibt, wenn wir scheiden, hält uns doch eigentlich einzig am Leben fest.



Chinesische Weisheit (nach Konfuzius):

Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen.



Albert Schweitzer (1875 - 1965):

Nur derjenige, der jeder Tätigkeit einen Wert abgewinnen kann und der sich jeder mit vollem Pflichtbewusstsein hingibt, hat das innerliche Recht dazu, sich ein außerordentliches Tun statt des ihm natürlich zufallenden zum Ziel zu setzen. Nur derjenige, der sein Vorhaben als etwas Selbstverständliches, nicht als etwas Außergewöhnliches empfindet und der kein Heldentum, sondern nur in nüchternem Enthusiasmus übernommene Pflicht kennt, besitzt die Fähigkeit, ein geistiger Abenteuerer zu sein, wie sie die Welt nötig hat.


Es gibt keine Helden der Tat, sondern nur Helden des Verzichtens und des Leidens. Ihrer sind viele. Aber wenige von ihnen sind bekannt, und auch diese nicht der Menge, sondern nur den wenigen.


Wer sich vornimmt, Gutes zu wirken, darf nicht erwarten, dass die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Wege räumen, sondern muss auf das Schicksalhafte gefasst sein, dass sie ihm welche darauf rollen. Nur die Kraft, die in dem Erleben dieser Widerstände innerlich lauterer und stärker wird, kann sie überwinden. Die, die sich einfach dagegen auflehnt, verbraucht sich darin.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Wie ohnmächtig auch die guten und gerechten Menschen sein mögen, sie allein machen das Leben lebenswert.

Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.

Nur dann kann der menschlichen Gesellschaft Wertvolles entspringen, wenn sie gelassen genug ist, die freie Entwicklung der Fähigkeiten eines Menschen zu ermöglichen.

Es gibt keine vernünftigere Erziehung, als Vorbild zu sein, wenn es nicht anders geht, ein abschreckendes.



[Lucius Annaeus] Seneca (um 4 v. Chr. - 65):

Vieles wirst du geben, wenn du auch gar nichts gibst, als nur das gute Beispiel.



Mark Twain (1835 - 1910):

Wenige Dinge auf Erden sind lästiger als die stumme Mahnung, die von einem guten Beispiel ausgeht.



Japanische Weisheit:

    Gutes ist am besten gleich getan.



Erich Kästner (1899 - 1974):

    Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es!



Immanuel Kant (1724 - 1804):

    Man muss gut sein und das übrige erwarten.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Das Muss ist hart, aber beim Muss kann der Mensch allein zeigen, wie's inwendig mit ihm steht. Willkürlich leben kann jeder.

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.

Was immer du tun kannst oder träumst, es tun zu können, fang damit an!
Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich.

Die beiden größten menschlichen Fehler: Versäumen und Übereilen.

Wer das Recht hat und Geduld, für den kommt auch die Zeit.

Es gibt kein Vergangenes, dass man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet, und die echte Sehnsucht muss stets produktiv sein, ein Neues, Besseres erschaffen.

Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziele kommt.

    Wer überwindet, der gewinnt.

    Die Erinnerung überstandenen Schmerzes ist Vergnügen.

    Hoffnung ist die zweite Seele der Unglücklichen.

Glücklich wenn die Tage fließen, wechselnd zwischen Freud und Leid, zwischen Schaffen und Genießen, zwischen Welt und Einsamkeit.



Perikles (nach 500 - 429 v. Chr.):

Zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut.



Maurice Barrés (1862 - 1923):

Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt.



Q. H. F. Horaz (65 - 8 v. Chr.):

    Frisch gewagt ist halb gewonnen.



Theodor Fontane (1819 - 1898):

    Am Mut hängt der Erfolg!



Dänisches Sprichwort:

Mut ist oft nur der Sieg der Ungeduld über die Vernunft.



Moriartes, gr. Philosoph (314 - 244 v. Chr.):

Mut ist eine Tugend, doch Angst beweist Vernunft, Bewusstsein und Phantasie. - Die Kunst ist es abzuwägen.



Erich Kästner (1899 - 1974):

Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.



Gottfried Keller (1819 - 1890):

Es ist gesünder, nichts zu hoffen und das Mögliche zu schaffen, als zu schwärmen und nichts zu tun.



[Lucius Annaeus] Seneca (um 4 v. Chr. - 65):

Du wirst aufhören zu fürchten, wenn du aufhörst zu hoffen.

Alles wahrhaft Große vollzieht sich durch langsames unmerkliches Wachsen.



Paul Heyse (1830 - 1914):

Versuch's und übertreib's einmal,
gleich ist die Welt von dir entzückt.
Das Grenzenlose heißt genial,
wär's auch nur grenzenlos verrückt.



Chinesisch:

Man verirrt sich nie so leicht, als wenn man glaubt, den Weg zu kennen.



Konfuzius (551 - 479 v. Chr.):

Der Weg ist das Ziel.

Wer täglich weiß, was ihm noch fehlt, und monatlich nicht vergisst, was er kann, der kann ein das Lernen Liebender genannt werden.



Laotse (480 - 390 v. Chr.):

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.
Hört man damit auf, treibt man zurück.



Mark Twain (1835 - 1910):

Feigheit ist der wirksamste Schutz gegen die Versuchung.

Gib deine Illusionen nicht auf! Wenn du sie verloren hast, existierst du wohl noch, aber du hast aufgehört zu leben.

Jeder Mensch mit einer neuen Idee ist ein Spinner, bis die Idee Erfolg hat.





Eberhard Liß (geb. 1941):

Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen
ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen.

Der Blick nach vorn erfordert neuen Lebensmut für das Weitergehen trotz aller belastenden Erfahrungen.

Der Blick zurück auf Vergangenes und Vergebliches ist
nicht so wichtig wie der Blick vorwärts auf Zukünftiges,
weil das Kommende gemeistert werden muss.

Zu unserem eigenen Schutz müssen wir vorausschauend versuchen, unsere existenziellen Probleme zu erkennen, um mögliche Lösungen rechtzeitig finden zu können.

Es geht irgendwie weiter, - aber das Wie bestimmen wir mit.

Sich treiben lassen ist bequem, - aber riskant. Nur durch Rudern kommt man sicher ans Ziel.

Die bewusste Selbstverwirklichung ist eine Lebenskunst. Sie gleicht einer gefährlichen Gratwanderung zwischen faulen Kompromissen und kämpferischer Selbstaufopferung.

Wir können selbst gewählte Strapazen geduldiger ertragen
als Belastungen durch fremdbestimmte Verpflichtungen.

Selbstvertrauen gibt Mut zum Problemlösen nach der Methode »Versuch und Irrtum«.

Selbstvertrauen ist gut, besser ist Selbstkontrolle zur Existenzsicherung.

Wer die vielen Übel erkennt, die er nicht bekämpfen kann, der muss sich mit konstruktiver Gelassenheit vor Ärger und Depression schützen, um sein Tagwerk erfolgreich erledigen zu können.

Selbstmitleid hilft nicht weiter, - schwächt sogar Tatkraft und Lebensmut.

Habe weiterhin Mut zum Miteinander, - trotz bestärkter Skepsis
durch erfahrene Ungerechtigkeit!

Ruhe bewahren trotz Störung gelingt mit Toleranz.

Ärgerliche Enttäuschung über Unerwartetes oder Irrtümliches kann zu Schuldzuweisung und Streit führen, ist aber kein ausreichender Grund für verbitternde Gegnerschaft.

Wir erfahren ein beglückendes Selbstwertgefühl und neuen Lebensmut
nach erfolgreicher Anstrengung oder tapferem Durchhalten,
wobei eigener Humor erleichternd wirkt.

Wer zu früh aufgibt, bestraft sich selbst.



Siehe auch: » Heiterkeit und Weisheit    » Leben und Schicksal

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