Wissen und Wissenschaft

 

Georg Forster (1754 - 1794):

Unsere Sprachen sind verschieden; - müssen es darum auch unsere Begriffe sein?



Alexander von Humboldt (1769 - 1859):

Überall geht ein frühes Ahnen dem späten Wissen voraus.

Wissenschaft fängt erst an, wo der Geist sich des Stoffes bemächtigt, wo versucht wird, die Masse der Erfahrung einer Vernunfterkenntnis zu unterwerfen.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr.

Die Verknüpfung der elementaren Begriffe des Alltagsdenkens mit Komplexen von Sinnen-Erlebnissen ist nur intuitiv erfassbar und wissenschaftlicher (logischer) Fixierung unzugänglich. [AEA, 122-858, S. 3, Physik und Realität, 1935]
Andererseits aber haben jene Begriffe und Relationen, insbesondere die Setzungen realer Objekte, überhaupt einer 'realen Welt', nur insoweit Berechtigung, als sie mit Sinneserlebnissen verknüpft sind, zwischen welchen sie gedankliche Verknüpfungen schaffen. [AEA, 122-858, S. 2, Physik und Realität, 1935]

Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen.

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Das schönste Erlebnis ist die Begegnung mit dem Geheimnisvollen.
Sie ist der Ursprung jeder wahren Kunst und Wissenschaft.

Wer nie diese Erfahrung gemacht hat, wer keiner Begeisterung fähig ist und nicht starr vor Staunen dastehen kann, ist so gut wie tot: seine Augen sind geschlossen.


Siehe auch  » Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten - Eine Zitate-Anthologie



Anais Nin (1903 - 1977):

Der Besitz von Wissen tötet nicht das Gespür für Wunder und Geheimnis. Er schafft noch mehr Geheimnisse.



Blaise Pascal (1623 - 1662):

Alles, was unbegreiflich ist, lässt nicht ab zu sein.

Es ist weitaus besser, etwas über alles zu wissen, als alles über eine Sache zu wissen. Universalität ist am besten.



Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835):

Denken und Wissen sollten immer gleichen Schritt halten. Das Wissen bleibt sonst tot und unfruchtbar.



Benjamin Franklin (1706 - 1790):

Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.



Demokrit (um 460 - 360 v. Chr.):

Strebe nicht, alles zu wissen, damit du nicht in allem unwissend wirst.



Albert Lorenz (1885 - 1970)

Ein Spezialist ist einer, der immer mehr über immer weniger weiß, bis er alles über nichts weiß.



Julius Robert Oppenheimer (1904 - 1967):

Von dem ganzen gesicherten Wissen ist jeweils nur ein kleiner
Teil im Besitz eines einzelnen Menschen.



Karl Spazier (1761 - 1805):

Wir wissen unter allen Dingen in der Welt von uns am wenigsten.



Douglas R. Hofstadter (geb. 1945):

Aus dem Gleichgewicht zwischen Kenntnis und Unkenntnis seiner selbst erwächst das Gefühl des freien Willens.



Christoph Martin Wieland (1733 - 1813):

Für den Unwissenden ist alles möglich.



Henry Thomas Buckle (1827 - 1862):

Der größte Feind des Wissens ist nicht der Irrtum, sondern die Trägheit.



Jean-Jaques Rousseau (1712 - 1778):

Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.



Matthias Claudius (1740 - 1815):

Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.



Heinrich Heine (1797 - 1856):

Weise erdenken die neuen Gedanken, und Narren verbreiten sie.



Friedrich der Große (1712 - 1786):

Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.



Curt Goetz (1888 - 1960):

Denken ist allen erlaubt, doch vielen bleibt es erspart.



Werner Mitsch (1722 - 1873):

Wer die Ursache nicht kennt, nennt die Wirkung Zufall.



Pablo Picasso (1881 - 1973):

...warum sollte ich jemand anderem als mir selbst die Schuld geben, wenn ich etwas nicht verstehen kann, wovon ich nichts weiß?



Heraklit (540 - 480 v. Chr):

Viel Wissen bedeutet noch nicht Verstand.



Gabriel Laub (geb. 1928):

Wer etwas verstehen will, muss verstehen wollen.



Leif Erikson (Wikinger-Weisheit, Böttgerstraße in Bremen):

Ihr kennt nur Kenntnis. Ihr kennt nicht des Willens heißen Trieb, der Kenntnis erst gebiert.



Heinz Ehrhardt (1909 - 1979):

Das Lernen macht stets dann Verdruss,
wenn mans nicht will, es aber muss.



Alexander Geibel (1952):

Je leerer ein Kopf ist, um so weniger geht hinein.



Emanuel Geibel (1815 - 1884):

Wissen ist gut, doch Können ist besser.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.

Wissen: das Bedeutende der Erfahrung, das immer ins Allgemeine hinweist.

Das Wissen beruht auf der Kenntnis des zu Unterscheidenden, die Wissenschaft auf der Anerkennung des nicht zu Unterscheidenden.

Die Erfahrung nutzt erst der Wissenschaft, sodann schadet sie, weil die Erfahrung Gesetz und Ausnahme gewahr werden lässt. Der Durchschnitt von beiden gibt keineswegs das Wahre.

Mit dem Wissen wächst der Zweifel.

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.

Die Wissenschaften so gut als die Künste bestehen in einem überlieferbaren (realen), erlernbaren Teil und in einem unüberlieferbaren (idealen), unlernbaren Teil.

Kein Phänomen erklärt sich an und aus sich selbst; nur viele zusammen überschaut, methodisch geordnet, geben zuletzt etwas, das für Theorie gelten könnte.

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum. (Faust I)

Hypothesen sind Wiegenlieder, womit der Lehrer seine Schüler einlullt; der denkende treue Beobachter lernt immer mehr seine Beschränkung kennen, er sieht, je weiter sich das Wissen ausbreitet, desto mehr Probleme kommen zum Vorschein.

[aus: Maximen und Reflexionen, Aus dem Nachlass]


Konrad Lorenz (1903 - 1989):

Wir mögen uns noch so eifrig vor Augen halten, dass all unser Wissen, alles, was unsere Wahrnehmung uns von der außersubjektiven Wirklichkeit mitteilt, nur ein grob vereinfachendes, annäherungsweises Bild des an sich Bestehenden darstellt, wir können doch nicht verhindern, dass wir gewisse Dinge einfach für wahr halten und von der absoluten Richtigkeit dieses Wissens überzeugt sind.


Die induktive Naturwissenschaft beginnt stets mit der voraussetzungsslosen Beobachtung der Einzelfälle und schreitet von ihr zur Abstraktion der Gesetzlichkeit vor, der sie alle gehorchen.

Nicht die Meinungsäußerung von Individuen, sondern die Ergebnisse weiterer Forschung entscheiden, ob eine Aussage wahr oder falsch ist.

[aus: Das sogenannte Böse, Dr. G. Borotha-Schoeler Verlag, Wien, 1965, S. XII bzw. 381]


Karl R. Popper (1902 - 1994):

Unsere Theorien sind unsere Erfindungen. Sie mögen oft nichts Besseres sein als schlecht durchdachte Mutmaßungen. Sie sind nie mehr als kühne Vermutungen, Hypothesen. Aus diesen erschaffen wir eine Welt: nicht die wirkliche Welt, sondern Modelle; von uns gemachte Netze, mit denen wir die wirkliche Welt einzufangen versuchen.

Wir können zwar eine Theorie - oder genauer, unseren Glauben an ihre Wahrheit - nicht rational rechtfertigen; aber wir können es gelegentlich rechtfertigen, dass wir die eine Theorie einer anderen vorziehen; zum Beispiel, wenn ihr Grad der Bewährung größer ist.
... Entscheidend für den Grad der Bewährung ist, dass er, weil er mit der Strenge der Prüfung wächst, nur bei Theorien mit einem hohen Grad der Prüfbarkeit oder des Gehalts hoch sein kann.

[aus: Ausgangspunkte, Meine intellektuelle Entwicklung, hrsg. 1974; Serie Piper, 2004, S. 80 bzw. 145]



Theodor Gottlieb von Hippel (1741 - 1796):

Unser Wissen ist Vermutung und unser Tun ist Streben.



Max Planck (1858 - 1947):

Es gibt kaum einen Satz, der durch seine Missverständlichkeit größeres Unheil angerichtet hätte, als der von der Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft.



Niels Bohr (1885 - 1962):

Aufgabe der Naturwissenschaft ist es nicht nur, die Erfahrung stets zu erweitern, sondern in diese Erfahrung eine Ordnung zu bringen.



Spruchweisheit:

Wissen ohne Gewissen ist Tand.



Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 - 2007):

Wissen bedeutet Macht, und Macht bedeutet Verantwortung. Verantwortung bedeutet, dass wir den Gebrauch unserer eigenen Macht durch unsere Erkenntnis der Folgen des Gebrauchs dieser Macht begrenzen.

[aus: Der bedrohte Friede, Carl Hanser Verlag 1981, S. 91]



Bertolt Brecht (1898 - 1956):

Ich halte dafür, dass das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern.



John Desmond Bernal (1901 - 1971):

In der Wissenschaft ist es mehr als in irgendeinem anderen menschlichen Tätigkeitsbereich notwendig, die Vergangenheit zu erforschen, um die Zukunft beherrschen zu können.



Edward O. Wilson (Soziobiologe, geb. 1929):

Wissenschaft ist nicht der Feind. Sie ist das akkumulierte und organisierte objektive Wissen der Menschheit, das erste ins Leben gerufene Medium, das in der Lage ist, Menschen in aller Welt zu gleicher Urteilskraft zu befähigen. Sie favorisiert keinen Stamm und keine Religion. Sie ist die Basis für eine wahrhaft demokratische globale Kultur.



Wernher von Braun (1912 - 1977):

Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man es einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Wissenschaft ist ein mächtiges Werkzeug. Wie es gebraucht wird, ob zum Heile oder zum Fluche des Menschen, hängt vom Menschen ab, nicht vom Werkzeug. Mit einem Messer kann man töten oder dem Leben dienen.

Ziel der Wissenschaft ist einerseits die möglichst vollständige begriffliche Erfassung und Verknüpfung der Sinneserlebnisse in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit, zweitens aber die Erreichung dieses Ziels unter Verwendung eines Minimums von primären Begriffen und Relationen.

Die Wissenschaft sucht, allgemeine Regeln aufzustellen, die den gegenseitigen Zusammenhang der Dinge und Ereignisse in Raum und Zeit bestimmen. Für diese Regeln beziehungsweise Naturgesetze wird allgemeine und ausnahmslose Gültigkeit gefordert - nicht bewiesen. Es ist zunächst nur ein Programm, und der Glaube in seine prinzipielle Durchführbarkeit ist nur durch Teilerfolge begründet. [1941]

Eine Theorie ist desto eindrucksvoller, je größer die Einfachheit ihrer Prämissen ist, je verschiedenartigere Dinge sie verknüpft, und je weiter ihr Anwendungsbereich ist.

Die Verknüpfung der elementaren Begriffe des Alltagsdenkens mit Komplexen von Sinnen-Erlebnissen ist nur intuitiv erfassbar und wissenschaftlicher (logischer) Fixierung unzugänglich.

"Wir glauben, dass die Wissenschaft der Menschheit am besten dient, wenn sie sich von aller Beeinflussung durch irgendwelche Dogmen freihält und sich das Recht vorbehält, alle Thesen einschließlich ihrer eigenen anzuzweifeln." [aus Deklaration der 3. Pugwash-Konferenz, Kitzbühel 1958]

Wissenschaftliche Forschung kann durch Förderung des kausalen Denkens und Überschauens den Aberglauben vermindern.

Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten. [Religion und Wissenschaft, Nov. 1930]

Die Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, die Religion ohne Naturwissenschaft ist blind.

[aus: Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten - Eine Zitate-Anthologie]



Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990):

Nur wer weiß, weiß, dass er wenig weiß und dass das, was er weiß, vorläufig ist.
Nur wer glaubt, glaubt, dass er weiß. Wahrheit ist ein Wort des Glaubens.

Der Wissende weiß, dass er glauben muss.

Das menschliche Wissen ist dem menschlichen Tun davongelaufen, das ist unsere Tragik. Trotz aller unserer Kenntnisse verhalten wir uns immer noch wie die Höhlenmenschen von einst.

Die Aufgabe, der sich die Menschheit gegenübersieht, ihr Weiterbestehen zu ermöglichen, ist so schwer, dass kein Gott ihr helfen kann. Nur sie sich selbst.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Alles Wissen geht aus einem Zweifel hervor und endigt in einem Glauben.

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigne Kraft.

Man muss schon etwas wissen, um verbergen zu können, dass man nichts weiß.

Wer nichts weiß, muss alles glauben.



Chares Darwin (1809 - 1882):

Unwissenheit erzeugt manchmal mehr Sicherheit als Wissen: es sind diejenigen, die wenig wissen, nicht etwa die, die vieles wissen, die derart bestimmt behaupten, dass dieses oder jenes Problem durch die Naturwissenschaft niemals gelöst werden kann.



Gerhard Roth (geb. 1942, Hirnforscher):

All unser Wissen ist in der Tat hypothetisch, es weist nur unterschiedliche Grade an Plausibilität, interner Konsistenz und Kohärenz auf. So kann ich jemandem, der die modernen Naturwissenschaften und ihren Naturgesetzbegriff als fundamentalen Irrtum ablehnt und dafür den Glauben an einen Gott hochhält, der unmittelbar in das tägliche Leben eingreift, Inkonsequenz in seinem Denken und Handeln nachweisen. Im täglichen Leben verlässt er sich nicht ständig auf göttliche Fügungen, sondern darauf, dass bestimmte Dinge in vorhersehbarer Weise funktionieren.

Was nützt mir die Idee Gottes, wenn ich gleichzeitig der Meinung bin, dass er grundsätzlich unerkennbar ist? Ich kann dann weder der absoluten Wahrheit noch Gott irgendwelche Eigenschaften zuschreiben außer der, dass beide unerkennbar sind. Ich tue hierbei nichts anderes als eine Größe als nicht-definierbar zu definieren.

Letztlich ist jedes Nachdenken über die objektive Realität, sei es wissenschaftlich oder nicht, an die Bedingungen menschlichen Denkens, Sprechens und Handelns gebunden und muss sich darin bewähren. Deshalb sind die Konstrukte unseres Gehirns nicht willkürlich.

[aus: Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M., 1996, S. 356, 357 bzw. 362]



Ludwig Feuerbach (1804-1872)

Die Erkenntnis ist mehr als der Glaube.

Ist es auch wenig, was wir wissen, dieses bestimmte Wenige ist doch mehr,
als das nebelhafte Mehr, was der Glaube vor dem Wissen voraus hat.



Ernst Haeckel (1834-1919):

Die Früchte vom Baum der Erkenntnis sind es wert,
dass man um ihretwillen das Paradies verliert.

Wo der Glaube anfängt, hört die Wissenschaft auf.



Friedrich Nietzsche (1844 - 1900):

Glaube heißt nicht wissen wollen, was wahr ist.



Arthur Schopenhauer (1788 - 1860):

Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage: in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Glaube ist Liebe zum Unsichtbaren, Vertrauen aufs Unmögliche, Unwahrscheinliche.

Der Glaube ist nicht der Anfang, sondern das Ende alles Wissens.

Sobald wir dem Menschen die Freiheit zugestehen, ist es um die Allwissenheit Gottes getan, denn sobald die Gottheit weiß, was ich tun werde, bin ich gezwungen zu handeln, wie sie es weiß.

(Bemerkung zu Eckermann am 15. Oktober 1825)



George Bernard Shaw (1856 - 1950):

Jeder vernünftige Verstand beginnt mit einem lebensbejahenden Atheismus. Er befreit die Seele von Aberglauben, Schrecken, Duckmäusertum, gemeiner Willfährigkeit und Heuchelei und schafft Raum für das Licht des Himmels.



Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945):

Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, dass alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher.



Bertrant Russel (1872 - 1970):

Die Beweislast liegt nicht bei den Ungläubigen, sondern bei den Gläubigen.



Hjalmar Söderberg (1869 - 1941):

Religion ist für die meisten etwas, woran man glaubt, weil man glaubt, dass der andere daran glaubt.



Buddha (um 560 - 480 v. Chr.):

Glaubt nicht bedingungslos den alten Manuskripten, glaubt überhaupt nicht an etwas, nur weil die Leute daran glauben - oder weil man es Euch seit Eurer Kindheit hat glauben lassen.
Wendet an alles Euren Verstand, und wenn Ihr es analysiert und für Euch und jeden anderen für gut befunden habt, dann könnt Ihr daran glauben, danach leben und Eurem Nächsten helfen, auch danach zu leben.



Martin Luther (1483 - 1546):

Die Vernunft ist das größte Hindernis in Bezug auf den Glauben, weil alles Göttliche ihr ungereimt zu sein scheint, dass ich nicht sage, dummes Zeug. [aus Tischreden]



Publius Papinius Statius, röm. Dichter (um 40 - 96):

Die Furcht hat zuerst in der Welt die Götter geschaffen.



Thomas Mann (1875 - 1955):

Religion ist Ehrfurcht - die Ehrfurcht zuerst vor dem Geheimnis, das der Mensch ist.



Michel de Montaigne (1533 - 1592):

Was gibt es Unglücklicheres als einen Menschen, der von seinen Hirngespinsten beherrscht wird?



Stanislaw Jerzy Lec (1913 - 1980):

Alle Götter waren unsterblich.

Die Ignoranz bleibt nicht hinter der Wissenschaft zurück. Sie wächst genauso atemberaubend wie diese.



Karl Jaspers, Philosoph (1883-1969):

Die Unwissenschaftlichkeit ist der Boden der Inhumanität. [nach 1945]



Albert Schweitzer (1857 - 1965):

Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.

Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.

Die Wissenschaft - richtig verstanden - heilt Menschen von ihrem unangebrachten Stolz, denn sie zeigt ihnen ihre Grenzen.



Edward O. Wilson (Soziobiologe, geb. 1929):

Das wirkliche spirituelle Dilemma der Menschheit ist, dass unsere genetische Entwicklung dafür gesorgt hat, dass wir an eine bestimmte Wahrheit glauben, aber eine andere entdeckt haben.



Mark Twain (1835 - 1910):

Wer vor dem achtundvierzigsten Lebensjahr Pessimist ist, der weiß zuviel. Und wer nach dem Achtundvierzigsten Optimist ist, der weiß gar nichts.



Franz Grillparzer (1791 - 1872):

Wissenschaft und Kunst, oder wenn man will: Poesie und Prosa, unterscheiden sich voneinander wie eine Reise und eine Spazierfahrt. Der Zweck der Reise liegt im Ziel, der Zweck der Spazierfahrt im Weg.



Aristoteles (384 - 322 v. Chr.):

Erfahrung ist der Anfang aller Kunst und jedes Wissens.



Thomas Hobbes (1588 - 1679):

Wie reiche Erfahrung Klugheit ist, so ist Reichtum an Wissenschaft Weisheit.





Eberhard Liß (geb. 1941):

»Von etwas wissen« heißt über erworbene Kenntnisse verfügen, die als begriffliche Beziehungen situationsbedingt erfasst worden sind.

Wissen ist ein Führwahrhalten von bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen, die theoretisch oder praktisch nutzbar sind, besonders für Urteile und (Vor-)Aussagen.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Wer wenig weiß, der muss vieles glauben.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann.

Wir glauben zu wissen, wenn wir vermutete Vorstellungen für wahr halten.

Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist.

Je mehr wir über unsere Welt wissen, desto mehr staunen wir über ihre begreifbare Komplexität.

Die erforschbaren 'Naturgesetze' basieren auf evolutionär bewährten Relationen einer strukturveränderlichen Welt (ohne 'ewige Wahrheit').

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.

Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat.

Geglaubt werden kann eine postulierte Gewissheit für 'bisher bewährte' Kenntnisse von erfassten Beziehungen der Wirklichkeit, - aber nur so lange diese empirisch konsolidiert werden und dadurch trotz Kritik bestehen bleiben.

Ein Glaube an die postulierte Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann praktikabel, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind.

Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß.

Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

Wenn viel wissende Menschen alles wüssten, was sie nicht wissen, erst dann wären sie allwissend.

Wir verallgemeinern und vermuten zu viel, weil wir zu wenig wissen.

Wer wenig weiß, kann nur dann unbeschwert leben, wenn er fremdbestimmt versorgt wird.
Wer viel weiß, kann nur dann selbstbestimmt leben, wenn er sich selbständig versorgt.

Ein 'Ahnungsloser' weiß zu wenig, um richtig zu verstehen und einsichtig handeln zu können.

Die Menschen würden sich besser verstehen und vertragen, wenn sie ihre subjektiven Ansichten und unterschiedlichen Gesichtskreise besser in Übereinstimmung bringen könnten. Sie müssten hierzu mehr Gemeinsamkeiten ihres Denkens und Wissens suchen - und finden.

Etwas besser zu wissen als die anderen, - was diese nicht verstehen, - ist selten von Vorteil und wirkt häufig störend.

Wahrheitssuche durch wissbegieriges Fragen erheitert oft die Schmalspurdenker und empört sogar - die Dogmatiker.

Sogar Unglaubliches kann wahr werden.

Ein unerwartetes Ereignis kann negativ oder positiv überraschen, - unsere Bewertung des Unvorhersehbaren als un-/glücklicher Zufall beruht darauf, dass seine kausale Bedingtheit für uns unersichtlich ist.

Beeindruckende Zufälle festigen ideologischen Wunderglauben.

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen.

Schon früh erfanden fantasievolle Menschen für das Unerklärliche fiktive Begründungen, - auch mindestens einen Verursacher, den sie als Gott verehrten oder aus Angst fürchteten.

Humanistische Lebenserfahrung und aufklärende Wissenschaft sind realitätsnäher als jeder dogmatische Glaube an fiktive Behauptungen, die unüberprüft als wahr akzeptiert werden sollen gemäß tradierten Religionen oder politischen Ideologien.

Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben.

Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube.

Glaube mit Überzeugung nur das, was Du selbst kritisch geprüft hast!

Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Bisher Unerforschtes ist zu respektieren als Unerklärliches, - aber nicht als theologisch mystifiziertes 'Gotteswerk'.

Die bewusste Einsicht, etwas (noch) nicht zu wissen, wird meistens emotional (unbewusst) ignoriert und kompensiert mit Mutmaßungen (Behauptungen, Glaubenssätzen oder Hypothesen), insbesondere mit fiktiven Vermutungen in Problemsituationen für versuchte Lösungen durch "riskante" Maßnahmen oder "blinden" Aktionismus.

Wo sicheres Wissen fehlt, kann nur gutes Vermuten helfen.

Innovative Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.

Ein unverstandener Experte nimmt sein Wissen mit ins Grab.

Wertvollstes Fachwissen ist nutzlos, wenn es nicht gebraucht wird.



Siehe auch   » Erkenntnis und Erfahrung   » Urteil und Wahrheit

Anhang:  » Zitate-Archiv »Religion und Kirche« - 4. Teil mit Essays

Essay:  » Kognitiv-logische Grunderkenntnisse (Logos-Relationen)

Literaturauswahl:  » Erkenntnisse zu Evolution, Mensch und Technik

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