www.liss-kompendium.de/erkenntnis.htm - © Eberhard Liß

»Natur und Mensch« - eine Literaturauswahl
zu Erkenntnissen und Thesen für Denkanstöße


1. Thematik: Evolution, Menschheit und Intelligenz     zur 2. Thematik     zur 4. Thematik



Erkläre die Vergangenheit, erkenne die Gegenwart, sage die Zukunft voraus.

Hippokrates von Kos (460 - 377 v. Chr.)          


Hubert Reeves, Joel de Rosnay, Yves Coppens, Dominique Simmonet,

Die schönste Geschichte der Welt,
Von den Geheimnissen unseres Ursprungs

Bergisch Gladbach: Bastei/Lübbe, 2000 - ISBN 3-404-60475-X

Drei weltbekannte Wissenschaftler berichten im Gespräch mit D. Simmonet, dem Chefredakteur von L' Express, über Wissen und Thesen zur Entwicklungsgeschichte unserer Welt und zur Evolution bis zum Menschen, - in leicht verständlicher Sprache.


Richard Leakey,

Die ersten Spuren, Über den Ursprung des Menschen

München: Goldmann, 1999 - ISBN 3-442-15031-O

Der weltweit führende Paläanthropologe R. Leakey erforschte den menschlichen Ursprung jahrzehntelang in Ostafrika, der "Wiege der Menschheit". Er begründet seine Thesen zum Sonderweg der Spezies Mensch durch anschauliche Beschreibungen der evolutionären Veränderungen zum Kulturwesen Mensch.


Eberhard Liß,

» Daten zu Universum und Menschheit - eine kurze Übersicht

eine Seite aus www.liss-kompendium.de

Die Zusammenstellung ausgewählter Daten in Essay-Form informiert über unser Universum und die Evolutionsgeschichte bis zum Menschen, der als früher Homo sapiens vermutlich in Afrika lebte und von dort die Erde besiedelte. Die Gesellschaftsentwicklung der letzten 160 Jahre war gekennzeichnet durch revolutionäre Industrialisierung mit neuen Technolgien zur Förderung des Konsumwachstums in der Marktwirtschaft. Außerdem problematisch sind: Bevölkerungsexplosion, Ressourcenabbau, zunehmende Verarmung in der dritten Welt und unkontrollierbare Kriegsgefahren. Seit vielen Jahren wird gewarnt vor sozialen Unsicherheiten durch Umweltzerstörung und Klimaveränderung, die existenzbedrohende Auswirkungen auf die gesamte Menschheit haben können.

Siehe auch: »Homo sapiens« im Dilemma - ausgewählte Zitate von namhaften Autoren


Franz M. Wuketits,

Evolution, Die Entwicklung des Lebens

München: C. H. Beck, 2000 - ISBN 3-406-44738-4

Der renommierte Biologe F. M. Wuketits erläutert die zentralen Abläufe und Grundlagen der Evolution, beschreibt die wichtigsten Abschnitte in der Geschichte des Lebens und geht auf folgenreiche kulturgeschichtliche Auswirkungen der biologischen Evolutionstheorie ein.


Franz M. Wuketits,

Naturkatastrophe Mensch, Evolution ohne Fortschritt

München: dtv, 2001 - ISBN 3-423-33063-5

Das streitbare Buch von Prof. Wuketits beschreibt und diskutiert den Fortschrittsgedanken in der organischen, sozialen und kulturellen Evolution und weist nach, daß der "Pfeil der Evolution", wenn es ihn überhaupt gibt, in keine bestimmte Richtung fliegt.


Siehe »Homo sapiens« im Dilemma, 3.  Abschied von Illusionen - Zitate von F. M. Wuketits


Franz M. Wuketits,

Die Selbstzerstörung der Natur, Evolution und die Abgründe des Lebens

München: dtv, 2002 - ISBN 3-423-33079-1

Das romantische Naturideal wird in kompromißloser Schärfe mit dem weit weniger idyllischen Naturbild der Evolutionstheorie konfrontiert. Der evolutionäre Prozeß ähnelt einem ziellos verlaufenden »Zickzackweg auf dem schmalen Grad des Lebens«, in dem Selbstorganisation und Selbstzerstörung Hand in Hand gehen. Evolution ist auch eine Geschichte von Katastrophen. Die Zerstörung der Natur durch den Menschen wird als Teil einer evolutionären Logik postuliert, die im Wesen der Natur selbst liegt und mit Homo sapiens bloß eine neue Dimension erreicht hat.


Siehe »Homo sapiens« im Dilemma, 2.  Dem bösen Ende näher - Zitate von Hans Jonas


Konrad Lorenz,

Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit

München: Piper Verlag GmbH, 28. Aufl. 2000 - ISBN 3-492-20050-8

Konrad Lorenz warnt eindringlich vor Missverständnissen und Fehlverhalten aus einer »pseudodemokratischen Doktrin«, wonach unser soziales und moralisches Verhalten ausschließlich durch die Umwelt »konditioniert« werde. Und er legt dar, wie und in welchem Ausmaß das Verhalten des Menschen durch die stammes-geschichtliche Entwicklung beeinflusst und bestimmt wird.
In der mahnenden Publikation (seit 1973) untersucht er Gefahren für die Menscheit durch Überbevölkerung, Lebensraum-Verwüstung, technische Entwicklung, Verweichlichung, genetischen Verfall, Abreißen der Tradition, Indoktrinierbarkeit und Rüstung mit Kernwaffen.


Siehe »Homo sapiens« im Dilemma, 1. Symptome für soziale Dekadenz - Zitate v. Lorenz


Matt Ridley,

Alphabet des Lebens, Die Geschichte des menschlichen Genoms

München: Claassen, 2000 - ISBN 3-546-00226-I

Der prominente Wissenschaftsautor M. Ridley erläutert bisheriges Wissen über die 23 Gene des entschlüsselbaren menschlichen Genoms aufgrund unserer jahrmillionenalten Vergangenheit. Er kritisiert die Zukunft der Gen-Forschung und navigiert uns bestens durch gefährliche biologische und philosophische Gewässer.


Marc D. Hauser,

Wilde Intelligenz - Was Tiere wirklich denken

München: dtv, 2003 - ISBN 3-423-34046-0

Der renommierte Neuropsychologe Marc Hauser erläutert das erstaunliche intellektuelle und emotionale Leben der unterschiedlichsten Tiere, basierend auf neuesten Studienergebnissen der Verhaltensforschung. Er berichtet über Untersuchungen des tierischen Verstandes und seiner Evolution und behauptet, dass für bestimmte Arten des Denkens die Sprache unnötig ist, und empfiehlt den Vergleich von Tieren mit Kleinkindern. Er zeigt die kognitiven Leistungen von Tieren, die denken und fühlen können, um ihr Verhalten an eine veränderliche Umwelt anzupassen. Seine zusammenfassende Aussage am Buchende ist: "Wir teilen den Planeten mit denkenden Tieren. Jede Art mit den ihr eigenen, einzigartigen geistigen Fähigkeiten - von der Natur verliehen und durch die Evolution geformt - ist imstande, die fundamentalen Herausforderungen zu bestreiten, die ihr die physikalische und psychologische Welt präsentiert." - Für lebensnotwendiges Problemlösen sind Tiere mit "einer Reihe geistiger Fähigkeiten zum Erwerb von Wissen über Gegenstände, Raum und Zahl" ausgestattet.


Roland Müller,

» Intelligenz und Modellgebrauch bei höheren Tieren

eine Seite aus www.muellerscience.com

Dr. phil. R. Müller diskutiert Forschungsergebnisse zur Thematik "Animal Intelligence" und "Bewusstsein bei Tieren". Er fragt: "Was ist Psychologie?" (def. sie als soziale Intelligenz) und "Was steckt hinter dem Verhalten von Tieren?". Weitere Problemkreise sind: "Animal Intelligence" und "Comparative Psychologie", "Cognitive Factors" (cognitive map), "Cognitive ethology" (evolutionäre Erkenntnistheorie), "Machiavellische Intelligenz bei Tieren" (Probleme des Sozialen) und "Täuschungsmanöver bei Tieren". - Angefügt ist eine Literaturübersicht (von 1647 bis 1994).


Karl R. Popper,

Alles Leben ist Problemlösen,
Über Erkenntnis, Geschichte und Politik

München: Piper, 1994 - ISBN 3-492-03726-7

Der bedeutende Philosoph K. R. Popper bespricht in seinem letzten Buch auf verständliche Weise wichtige Fragen der Naturerkenntnis, der Freiheit und des Friedens. In seinem Beitrag "Die erkenntnistheoretische Position der Evolutionären Erkennistheore" (1986) schreibt er: "Wie alle Organismen, die so etwas wie Wahrnehmungen haben und diese Wahrnehmungen verwenden können, um aus ihnen etwas zu lernen, müssen wir, bevor wir das können, - also genetisch a priori - , die Fähigkeit besitzen, unsere Sinneseindrücke zu ordnen und zu interpretieren. Aber das ist äquivalent mit dem Kantischen apriorischen Wissen, was besonders klar ist, wenn wir an Kants Theorie von Raum und Zeit denken." (S. 128) ... "Wir lernen nur durch Versuch und Irrtum. Unsere Versuche sind aber immer unsere Hypothesen. Sie stammen von uns, nicht von der Außenwelt. Von der Außenwelt lernen wir nur, daß gewisse unserer Versuche Irrtümer sind." (S. 130) ... Popper behauptet zur evolutionären Erkenntnistheorie: "Die allgemeinen Anpassungen gehen den momentanen Anpassungen voraus. Sie sind zuerst da. Sie sind a priori." (S. 136) ... "Biologisch gesehen besteht also das tierische und das menschliche Wissen in oft unbewußten Erwartungen (oder auch in potentiellen Erwartungen)." (S. 140) ... "Wir haben dauernd Vermutungen, die von uns geschaffen werden. Diese Vermutungen versuchen wir dauernd mit der Wirklichkeit irgendwie zu konfrontieren und sodann unsere Vermutungen zu verbessern und sie der Wirklichkeit näher zu bringen." (S. 144) Poppers Fazit: "Es gibt keine Erkenntnis ohne rationale Kritik, Kritik im Dienste der Wahrheitssuche."

Siehe »Homo sapiens« im Dilemma, 5.  Lernen aus Fehlern - Zitate von Karl R. Popper


Jürgen Albrecht,

» Das wissenschaftliche Weltbild

eine Seite aus www.storyal.de

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Albrecht beschreibt kurzgefasst die Problematik eines wissenschaftlichen Weltbildes nach dem Grundsatz: Vernunft und Wissen vor Glaube. Ausgehend vom Zeitalter der Aufklärung stellt er offene (Grund-)Fragen und postuliert einige Grundsätze einer wissenschaftlichen Sicht auf die uns umgebende Welt. Er formuliert auch vernünftige Gebote für den Umgang der Menschen miteinander (in Anlehnung an Kant). Albrecht beschreibt den "aufgeklärten" Staat als eine auf Wissenschaft und Vernunft basierende Gesellschaftsutopie. Seiner Meinung nach haben sich Sozialismus und Demokratie als labile Utopien erwiesen. Er begründet den Fortbestand der Religion gegenüber einem wissenschafttlichen Weltbild u. a. mit fehlender Bildung bei den meisten Menschen: "... je weniger man weiß, desto einfacher ist der Glaube an einen guten Gott".

» Das Grundmuster der globalen Konflikte

eine Seite aus www.storyal.de

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Albrecht beschreibt acht Widersprüche, von denen Prognosen über die Zukunft unserer Zivilisation geprägt werden. Er stellt die These auf, dass diese Widersprüche für die Labilität der gegenwärtigen technischen Zivilisation und ihre globalen Konflikte verantwortlich sind. Seine weiteren Thesen im Detail, - auch seine skeptischen Aussagen zu Konsequenzen und Perspektiven - , sind über (anklickbare) Links zugänglich.




2. Thematik: Verstand, Handlungsfreiheit und Ethik         zur 3. Thematik



Kreative Phantasie arbeitet durch ein Zusammenwirken von Erinnerung, Assoziation und Logik.

Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990)      


Gerhard Roth,

Das Gehirn und seine Wirklichkeit,
Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen

Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1994 - ISBN 3-518-58183-X

Prof. G. Roth, Direktor des Instituts für Hirnforschung der Universität Bremen, erläutert neueste Kenntnisse über Grundlagen von Wahrnehmung und Erkenntnisleistungen, von Bewusstsein und Geist. Er entwickelt im Sinne des Konstruktivismus ein philosophisch-erkenntnistheoretisches Konzept des menschlichen Erkenntnisvermögens.


Gerhard Roth,

Fühlen, Denken, Handeln,
Wie das Gehirn unser Verhalten steuert

Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2001 - ISBN 3-518-58313-1

G. Roth, als Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen und Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst, präsentiert die Umrisse eines neuro- und kognitionswissenschaftlich begründeten Menschenbildes, das die Grundlage zu einem offenen und toleranten Gespräch mit den Sozial- und Geisteswissenschaften über das »Wesen des Menschen« bilden kann. - Diskussionsthemen sind: Entstehung und Rolle der Gefühle, das Ich und die Persönlichkeit, bewußt und unbewußt gesteuertes Tun sowie die Funktion des Willens und der Willensfreiheit.


Gerhard Roth,

» Die Pseudoherrschaft des Ich

Interview von Arnulf Marzluf mit Prof. Dr. Dr. G. Roth über beschränkte Beeinflussbarkeit und Entscheidungs-freiheit von Individuen, - am 15. Februar 2000 in der Universität Bremen.

» Wie das Gehirn die Seele macht

Hauptvortrag von Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Direktor am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen, auf dem Kongress "51. Lindauer Psychotherapiewochen 2001". - Skizziert werden neurowissenschaftliche Erklärungen für die psychischen Phänomene wie Denken, Bewusstsein und Wille, eingeschränkt durch die Macht der meist unbewussten Gefühle, die auf dominierende Funktionen des limbischen Systems zurückgeführt werden.

» Verstand und Gefühle - Wem sollen wir folgen?

In seinem Beitrag vom 07.02.03 erklärt G. Roth neuere Erkenntnisse über neuronale Grundlagen der Verhaltenssteuerung mit vernetzten Funktionskomplexen für Verstand, Vernunft, Bewusstsein und für Gefühle. Er meint: "Vernunft, Verstand und Logik können Argumente für das eine oder das andere Handeln hin und her bewegen, entscheiden tun sie letzendlich nichts. Je wichtiger eine Entscheidung für einen Menschen ist, desto mehr wird er von bewussten und insbesondere unbewussten Gefühlen geleitet, denn diese sind "Kurzmitteilungen" des emotionalen Erfahrungsgedächtnisses." ... Trotzdem "ist der Ratschlag 'Folge Deinem Verstand!' meist ein guter Rat. ... Jedoch ist mit dem Einsatz vernünftigen Denkens keineswegs garantiert, dass das limbische System den Resultaten dieses Einsatzes auch folgt." - Letzteres fungiert als maßgebliche Bewertungsinstanz für erfahrungsabhängige Urteile im Gehirn, die großen Einfluss auf Entscheidungen zur Handlungsauswahl haben.


Wolf Singer,

» Entscheidungsgrundlagen

- Ein Auszug aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton 8. Januar 2004, Nr. 6, S. 33 -
Prof. Dr. W. Singer: Keiner kann anders als er ist. Verschaltungen legen uns fest: Wir sollten aufhören, von Freiheit zu reden. - Diskutiert werden neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu angeborenem Wissen und Erfahrungswissen, zu deklarativem Gedächtnis und Ich-Bewusstsein sowie zu bewussten und unbewussten Entscheidungen.

Aus anderen Essays von Wolf Singer wurden ausgewählte Zitate im Exzerpt »Kognitiv-logische Modellbildung« unter "1.  Erkenntnisse der Hirnforschung" zusammengestellt.


Erich Fromm,

Die Furcht vor der Freiheit

München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, 2001 - ISBN 3-423-35024-5

Die bereits 1941 erschienene Monographie über die Problematik der "positiven" Freiheit des Menschen zur aktiven und spontanen Verwirklichung seines individuellen Selbst ist erstaunlich aktuell, besonders hinsichtlich einer demokratischen Gesellschaftsordnung in einer immer stärker technisierten und globalisierten Umwelt. Mit diesem Grundlagenwerk hat der berühmte Sozialphilosoph Erich Fromm seine wichtigsten Positionen dokumentiert.


Erich Fromm,

Die Kunst des Liebens

München: Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, 2001 - ISBN 3-453-19929-4

Seit 1956 hat diese Diskussion der Liebe in all ihren Aspekten nichts an Aktualität verloren. Dass der Mensch die Fähigkeit zu lieben erlernen kann, davon ist der Psychoanalytiker E. Fromm überzeugt und gibt hierfür einige Anhaltspunkte. Themen sind die von falschen Vorstellungen umgebene romantische Liebe, die Elternliebe, die Nächstenliebe, die Erotik und Eigenliebe sowie die Liebe zu Gott.

Einige Zitate von Erich Fromm enthält die Aphorismensammlung »Zeitlose Weisheiten« -
siehe auch "Liebe als aktive Kraft" in: » LEBENSKUNST - Aphorismen und Zitate - Aspekt 'Liebe'


Dalai Lama,

Das Buch der Menschlichkeit, Eine neue Ethik für unsere Zeit

Bergisch Gladbach: Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG, 2002 - ISBN 3-404-60514-4

Der Dalai Lama, Friedensnobelpreisträger und Vertreter des religiösen Pluralismus, will in seinem neuesten Buch zeigen, was er unter dem Begriff eines "positiv ethischen Verhaltens" versteht. Er schreibt in seinem Aufruf: "Mit Freundlichkeit, mit Zuneigung, mit Ehrlichkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit, die wir in der Begegnung mit anderen Menschen walten lassen, sorgen wir für unser eigenes Wohl. ... Mitgefühl ist die Doktrin. Liebe zu anderen und der Respekt vor ihrer Würde und ihren Rechten, gleichgültig, wer oder was sie sind, das ist letztlich alles, was wir brauchen."


Thomas Metzinger,

» Auf der Suche nach einem neuen Bild des Menschen

  Die Zukunft des Subjekts und die Rolle der Geisteswissenschaften

Spiegel der Forschung, 17. Jg./Nr. 1 - Mai 2000

Prof. Thomas Metzinger stellt viele Fragen zur neuen Situation für die Geisteswissenschaften, gemäß seiner Aussage: "Aus den Neuro- und Kognitionswissenschaften sowie der Informatik ergibt sich derzeit ein neues Bild vom Menschen und eine neue Theorie darüber, was geistige Vorgänge überhaupt sind." Seine Grundfrage lautet: "Wie kann man den Fortschritt in den Neuro- und Kognitionswissenschaften dazu nutzen, die Autonomie des Einzelnen zu erhöhen und das Individuum vor erweiterten Manipulationsmöglichkeiten zu schützen?". Neben einer Anthropologiefolgenabschätzung geht es ihm auch um eine "Bewusstseinsethik" und "Bewusstseinskultur", - als neu definierte Begriffe für philosophische Forschungen.

  Anhang 1 »Zukunft der Hirnforschung«

MANIFEST von elf führenden Neurowissenschaftlern - letzter Absatz: "Was werden Hirnforscher eines Tages wissen und können?" - aus: Gehirn&Geist 6/2004

  Anhang 2 »Ursprung von Ethik und Religion«

Zitate des namhaften Soziobiologen Edward O. Wilson aus seinem Buch: Die Einheit des Wissens, Kapitel 11, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2000

Siehe auch: »Homo sapiens« im Dilemma, 4.  Existenzielle Einsicht - Zitate von Edward O. Wilson


Eberhard Liß, Hrsg.

» Religion und Kirche« - ein Zitate-Archiv (vier Teile)

aus Zitate-Archiv unter www.liss-kompendium.de

Die Zusammenstellung umfasst kritische Meinungen und Erkenntnisse von namhaften Autoren (ohne Gewähr für die Richtigkeit der Zitate), - geordnet nach den vier Themenbereichen:
»Glaube und Religion«, »Gott und Kirche«, »Kirche und Macht«, »Dogma und Amtskirche«. -

Der Teil 4 endet mit dem Essay »Dogma und Wahrheitsfindung« von Eberhard Liß.


Eberhard Liß, Hrsg.

» Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten - eine Zitate-Anthologie

aus Zitate-Archiv unter www.liss-kompendium.de

Die thematisch geordnete Zitate-Anthologie enthält Einsteins treffende Antworten auf wichtige Lebensfragen. Seine prägnant formulierten Aussagen betreffen fundamentale Begriffe und Stellungnahmen, z. B. zu Vorurteilen, Denkgewohnheiten, Erkenntnis, Moral, Religion und Politik. Seine wertvollen Weisheiten geben uns Denkanstöße zu einer realistischen Lebensauffassung und individuellen Selbstfindung in einer technisierten und gefahrvollen Welt.

Siehe auch Zitate-Auswahl: »Homo sapiens« im Dilemma, 7. Einsteins Kredo für Toleranz


Eberhard Liß, Hrsg.

» LEBENSKUNST - Aphorismen und Zitate

aus Zitate-Archiv unter www.liss-kompendium.de

Die thematisch geordnete Zusammenstellung von 'Weisheiten für alle Tage' enthält wertvolle Aussagen zu vielen Aspekten des menschlichen Lebens. Als Lebensweisheiten treffend formulierte Aphorismen und Zitate zur Lebenskunst geben hilfreiche Denkanstöße zur besseren Nutzung unserer Lebenszeit, zur Gewinnung von Erkenntnissen und zur "einsichtigen" Selbstkontrolle.

Siehe auch:  » Freude am Denken und Gestalten mit rationaler Einsicht durch Erkenntnis -
                     Aphorismen als Denkanstöße und künstlerische Unikate von Eberhard Liß

vgl. » ANHANG: Relationale Aussagen von Erkenntnissen für rationale Einsicht -
                       Kentnistheoretische Begriffsbestimmungen und Aphorismen von Eberhard Liß


3. Thematik: Erkenntnis, Wissenschaft und Technik         zur 4. Thematik



 Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen
 über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr.

 Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens, wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt
 gebunden ist.

Albert Einstein (1879 - 1955)      


Roland Müller,

» Erfindungen von 1 bis 1500

eine Seite aus www.muellerscience.com

Dr. phil. R. Müller dokumentiert eine chronologische Zusammenstellung wichtiger Erfindungen, die sich besonders im 12. und 13. Jahrhundert häuften und ihren Ursprung mehr in China und weniger in Europa hatten. - Angefügt ist eine Literaturübersicht (von 1946 bis 1993).

» Der Unterschied zwischen Erfinder und Unternehmer

eine Seite aus www.muellerscience.com

Dr. phil. R. Müller diskutiert einige Aspekte des Erfindens und Entdeckens im geschichtlichen Zusammenhang, besonders die gesellschaftliche Bedeutung von technischen Neuerungen. Die Seltenheit eines Erfinders als erfolgreicher Unternehmer wird an Beispielen für industriell realisierte Erfindungen chronologisch aufgezeigt. - Angefügt ist eine Literaturübersicht (von 1954 bis 1996).


Eberhard Liß,

» Mein Urgroßvater Karl Fraas - der Technik-Pionier aus Wunsiedel

eine Seite aus www.liss-kompendium.de

Die illustrierte Kurzbiografie beschreibt das Erfinderschicksal von Karl Fraas, dessen späte Ehrung er selbst in hohem Alter erfahren konnte. Mit seinem bereits 1875 gebauten Modell einer Dampfturbine war er seiner Zeit weit voraus und wurde aber nicht als Erfinder der Dampfturbine bekannt (Turbine von Laval erst 1883). Ebenso erging es ihm mit seiner Erfindung der lichtstarken Kino-Bogenlampe mit horizontaler Anode. Seit 1908 konstruierte er neuartige Flugzeuge, machte Verbesserungsvorschläge für die Zeppelinwerke und korrespondierte mit Prof. Hugo Junkers in Dessau. Diesem übergab er seine konstruktiven Konzepte, auch eines ersten Klein-Hubschraubers, - honoriert mit 100 Reichsmark.
Einige Exponate der Pionierleistungen von Karl Fraas zeigt die ständige Ausstellung des Fichtelgebirgsmuseums in Wunsiedel. Im dortigen Archiv liegen historische Dokumente hierzu.


John Maddox,

Was zu entdecken bleibt - Über die Geheimnisse des Universums,
den Ursprung des Lebens und die Zukunft der Menschheit

Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002 - ISBN 3-518-29209-9

Der langjährige Herausgeber des renommierten Wissenschaftsmagazins 'Natur' nutzte sein großes Fachwissen und seine engen Kontakte mit den bedeutendsten Forschern unserer Zeit für sein gut verständliches Basisbuch naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, das Fach- und Laienpublikum gleichermaßen fesselt. Er betont am Ende seines Buchs: "Die Zahl der ungelösten Probleme ist gigantisch". Elementare Fragestellungen sind: Was ist Materie? Wie entstand Leben? Was ist Bewusstsein? und Warum verläuft die Zeit vorwärts? Praktische Herausforderungen für neue Erkenntnisse über unsere Welt betreffen den Schutz vor Katastrophen und auch die Problematik der möglichen Realisierung von Denkmaschinen.


Eberhard Liß,

» Menschen im All sahen unsere Erde als blauen Planet

eine Seite aus www.liss-kompendium.de

Erinnert wird an historische Ereignisse der Weltraumfahrt, insbesondere an sechs geglückte Mondlandungen der Apollo-Missionen und an technische Weiterentwicklungen bis zum aktuellen Aufbau der Internationalen Raumstation ISS. Einmalige Fotos aus dem Weltraum und markante Daten zu Spitzenleistungen der Weltraumforschung wurden zusammengestellt als eine kurze Chronik der Raumfahrt-Geschichte, beginnend mit der ersten Erdumkreisung eines künstlichen Satelliten "Sputnik" im Jahr 1957, der von der UdSSR gestartet worden war.

Siehe auch: Bildfolgen und Kurzinformationen zu » ISS und » Weltraumteleskop 'Hubble'


Heinz Zemanek,

» Information - subjektive Nachricht für kognitive Systeme

Antworten von Heinz Zemanek aus einem Gespräch mit Josef Karner am 08.08.1999, -
ergänzt mit Erläuterungen und Hinweisen (Links) zu eigenen Beiträgen von Eberhard Liß,
dazu ein Auszug des Vortrags "Der Triumph der Digitalisierung" am 28.08.2002 (s. o.)

» Informationstechnik auf dem Weg zur Geisteswissenschaft

Berarbeiteter Auszug aus dem Vortrag "Der Triumph der Digitalisierung" - Von der Geburt des Informationszeitalters, gehalten vom österreichischen Computerpionier Heinz Zemanek,
Technischen Universität Wien, für die Sommerakademie Pro Scientia, Matrei, am 28.08.2002


Max Born,

» Symbol und Wirklichkeit - Vortrag in Lindau 1963 (Auszüge)

ein Exzerpt von Eberhard Liß

Nobelpreisträger Max Born (1882 - 1970), ein Freund Albert Einsteins, begründete mit seinen Schülern Werner Heisenberg und Pascual Jordan die Theorie der atomaren Erscheinungen, der sog. Quantenmechanik. Bedeutsame Zitate aus seiner Rede zur Thematik "Symbol und Wirklichkeit" sind: "Im Kleinen wie im Großen, bei den Atomen und den Sternen, stoßen wir auf Verhältnisse, die sich nicht in das gewohnte Bild unserer Umgebung fügen und sich nur durch abstrakte Begriffe beschreiben lassen. Hier ist die Frage, ob es sich dabei um eine objektive, unabhängig vom Beobachter existierende Welt handelt, nicht zu umgehen." ... "Die physikalischen Formelsysteme sind nicht an die Anschauung gebunden. Sie stellen nicht direkt Dinge der Erfahrungswelt dar, aber sie beruhen auf Erfahrung, sind aus dieser abstrahiert und werden ständig an ihr geprüft."

Siehe auch Einführung zu: »Rätselhafte Symbolgrafiken erkennen und deuten« (von E. Liß)

Siehe Simulationsbeispiel » Mental-Test - Deutung von Spruchweisheiten, maschinell beurteilt durch Auswahl-Bewertung


Eberhard Liß, Hrsg.

» Kognitiv-logische Modellbildung

    Zitate zu 'Erkenntnis und Denkmodell'

eine Seite aus www.liss-kompendium.de

Das wissenschaftliche Exzerpt enthält ausgewählte Zitate von namhaften Autoren, thematisch gegliedert in folgende acht Abschnitte:
- 'Erkenntnisse der Hirnforschung' (Zitate von Wolf Singer)
- 'Symbolische Konstruktion - Theorie und Modell' (Zitate von Joseph Weizenbaum)
- 'Mentale Deutung einer Computersimulation' (Zitate von Hans Moravec)
- 'Logische Denkmodelle - Begriffe und Relationen' (Zitate von Albert Einstein)
- 'Die Ungewissheit in der Wissenschaft' (Zitate von Richard P. Feynman)
- 'Vervollkommnung des wissenschaftlichen Weltbildes' (Zitate von Max Planck)
- 'Modellhafte Objektivierung wirklicher Zusammenhänge' (Zitate von Werner Heisenberg)
- 'Wissenschaftliche Modellbildung und evolutionäres Wissen' (Zitate von Karl R. Popper)

Siehe auch:
      » Kognitiv-logische Grunderkenntnisse - Gedächtnisprinzipien und Logos-Relationen für Denkmodelle

      vgl. » 4. Thematik: Kognitive Logik und intelligente Automaten


Hans Moravec,

Computer übernehmen die Macht,
Vom Siegeszug der künstlichen Intelligenz

Hamburg: Hoffmann und Campe, 1999 - ISBN 3-455-08575-X

Der weltbekannte Roboter-Experte H. Moravec wagt kühne Voraussagen zur Entwicklung neuer Robotergenerationen mit Denkfähigkeit. Seine visionären Betrachtungen betreffen eine radikale Synthese von Computerwissenschaft und Philosophie. - Einige Zitate aus dem Buch wurden in dem Exzerpt »Kognitiv-logische Modellbildung« unter "3.  Mentale Deutung einer Computersimulation" zusammengestellt.
Kommentare zum Buch und Abbildungen enthält: http://www.frc.ri.cmu.edu/~hpm/book98/.

Siehe auch folgende Essays:

Klaus Mainzer,

» Perspektive Künstliche Intelligenz, - Geschichte und Zukunft der KI-Forschung/Robotik

Gerhard Roth,

» Die Zukunft des Gehirns, - Erkenntnisse der Hirnforschung und Fragen der KI-Problematik

Peter Dietz,

» Menschengleiche Maschinen, - Thesen, Aspekte und offene Fragen zu KI-Perspektiven, -

   hrsg. mit einem Nachwort » KI und Kognitive Logik - von Eberhard Liß




4. Thematik: Kognitive Logik und intelligente Automaten   zum ANHANG



Große Neuheiten, ob in der Kunst oder Literatur, in der Wissenschaft oder der Natur, erobern die Welt nur selten im Sturm. Ehe man sie bewerten kann, muss man sie begriffen haben, und ehe man sie begreifen kann, muss man sich ihnen gewidmet haben.

Clarence E. Dutton (Geograph, 1882)      


Eberhard Liß,

» Gehirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis

eine Seite aus www.liss-kompendium.de

Das Essay informiert über evolutionäre Hirnabschnitte und lokalisierbare Funktionskomplexe, außerdem über neuere neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu besonderen Hirnfunktionen. Das informationsverarbeitende Zentralnervensystem wird definiert als ein 'lernfähiges Gedächtnissystem' mit struktureller Lerndisposition. Seine potenzielle Lernveranlagung ermöglicht die situationsbedingte Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen für kognitive Gedächtnisleistungen durch strukturelles Lernen, d. h. durch (erfahrungs-)bedingte Struktur- und Funktionsänderungen im 'selbstorganisierenden' Neuronen-Netzwerk. Für Selbstlernen erforderlich ist systemeigenes Vorwissen, basierend auf (philo-)genetischem A-priori-Wissen, das ontogenetisch erweitert oder verändert werden kann. Intelligente Entscheidungen und empirische Urteile werden beeinflusst von assoziierten Voraussagen (Erwartungen, Vorurteile). Diese sind erinnerbar durch Nutzung erworbener Kenntnisse, - aufgefasst als bedingte Relationen in 'kognitiv-logischen' Verknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur.
Verwiesen wird auf ein schematisches » multihierarchisches Gehirnmodell (publiziert 1986, mit Entwicklungsniveaus für 'gekapselt' klassifizierte Lernformen). Auf dieser Arbeitshypothese des Autors basieren seine Definitionen und Konzepte einer Kognitiven Logik für technische Simulationsmodelle (seit 1980: » Lernender Homöostat und  » Systemkonzept 'Intelligenter Automat')

Siehe auch Essays zu neurobiologischen Erkenntnissen:
» Synaptische Verbindungen im plastischen Neuronennetz - strukturelle Lerndisposition


Eberhard Liß,

» Beiträge zu Definitionen und Konzepten einer Kognitiven Logik

Eine Seite aus www.liss-kompendium.de

Die Kurzbeschreibung enthält einige Thesen, Definitionen und Bild-Kopien aus meinen früheren Veröffentlichungen seit 1978. Auf neuere Beiträge zu 'Kognitiver Logik' im LISS-KOMPENDIUM wird verwiesen. Das vorgeschlagene Systemkonzept 'Intelligenter Automat' orientiert sich an einem multihierarchischen Gehirnmodell als meine Arbeitshypothese zur Erklärung von 'gekapselt' klassifizierten Lernformen kognitiver Systeme. Sein kognitiv-logischer Modellansatz stützt sich auf neurowissenschaftliche Erkenntnisse und erzielt Simulationen höherer Lernformen gemäß den verschachtelten Entwicklungsstufen eines 'Intelligenten Automaten'. Systemtheoretisch konzipiert wurden situationsbedingt ausbildbare 'kognitiv-logische Gedächtnisstrukturen' für innovative KI-Modelle zur Entwicklung von autonomen Agenten und lernenden Robotern (vgl. Computersimulation 'Lernender Homöostat' - s. u.).

Essays (ausgewählte Anhänge):

» Grundbegriffe zur Kognitiven Logik - Definitionen und Thesen (2002)

» Systemkonzept 'Intelligenter Automat' für kognitive Logik (PDF-Datei, 2004)

» Kognitiv-logische Grunderkenntnisse - Gedächtnisprinzipien und Logos-Relationen für Denkmodelle (2009)

Kopie einer Veröffentlichung in msr, Berlin 29 (1986), H. 9 und H. 10:
» Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen (I und II)

Kopie einer Veröffentlichung in Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin (1984):
» KI-Konzept 'Lernfähiger Zuordnungskomplex' - ein Ansatz für Kognitive Logik

Kopie einer Veröffentlichung in Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin (1983):
» Dynamische Wissensdarstellung in kognitiv-logischen Gedächtnissystemen

Zusammenstellung publizierter Essays und Beiträge zur Dissertation (1987) von E. Liß:
» Wissenschaftliche Publikationen zu Konzepten für Denkmodelle der Kognitiven Logik


Eberhard Liß,

» Lernender Homöostat mit kognitiver Logik für rationale Autonomie

Das KI-Modell 'Lernender Homöostat' ist ein innovativer Prototyp eines "subjektiv" bewertenden Automaten mit dynamischer Stabilität (Homöostase) auf bestmöglichem Niveau der Bedürfnisbefriedigung. Dieser entspricht meinem Systemkonzept 'Intelligenter Automat' (Erstimplementation im Jahr 1980, auch 1988 in TURBOPROLOG) und wurde als interaktives Simulationsmodell mit Internetzugang in JavaScript programmiert (im Jahr 2001).
Das lernfähige 'kognitive System' simuliert autonomes Handeln für "intelligentes" Nahrungsaufnahmeverhalten durch erfahrungsgemäße Voraussagen und Urteile, wobei externe und interne Situationen interaktiv wählbar sind (z. B. Objektcharakter, Gefahr und Bedarf).
Der Homöostat wurde als 'lernfähiger Zuordnungskomplex' mit kognitiv-logischen Funktionen zur Verifikation von symbolischen Invarianten (Variablenwerten) definiert, wobei interne und externe Einflussgrößen als Variablen fungieren. Die programmtechnische Implementation gliedert sich in vernetzte Funktionskomplexe (Module) auf hierarchischen Zuordnungsniveaus für Erkennungs-, Beurteilungs-, Bewertungs- und Entscheidungsergebnisse. Mit ihren Output-Variablen werden situationsabhängig selektierte Werte dargestellt, die in vernetzte logische Verknüpfungen des Zuordnungskomplexes (gemäß konzipierten Regeln) einbezogen werden. In Folge "subjektiver" Bewertung von Erkennungs- und Deutungsergebnissen für Urteile (auch Vorurteile) über interne und externe Situationen werden 'selbstbezüglich' bestimmte Variablenwerte als Symbole für simulierte Antriebe, Motivationen und Emotionen angezeigt (vgl. sprachliche und Gesichts-Ausdrücke). Diese fungieren als individuelle Bewertungsergebnisse, einbezogen in kognitiv-logische Funktionen für situations- und erfahrungsabhängige Urteile und Entscheidungen, und beeinflussen gemäß der 'subjektiven Lage' die Entscheidungsfindung des Homöostaten.
Auf variabel vorgebbare Situationen reagiert der Homöostat mit (für sich vorteilhaften) Handlungen oder Verhaltensprogrammen, so dass sein bedarfsabhängiges Befinden optimiert wird (d. h. Homöostase zur Selbsterhaltung). In besonderen (Problem-)Situationen werden "selbstbezogene" Aussagen mit erklärenden Statusreports sprachlich ausgedrückt (analog deklarativen 'Selbstreflexionen' über erfahrungs- und einstellungsabhängige "Ich"- oder Gefühlszustände, - vgl. 'sprachliches Bewusstsein').
Verwöhntes oder anspruchsvolles Verhalten bei relativ geringem Bedarf, aber auch riskantes Verhalten (Versuch) bei großem Bedarf werden simuliert. Vorgebbare Szenarien für "intelligentes Umlernen" ermöglichen das empirische Kennenlernen eines bisher nicht als 'Nahrung' erkannten (unbekannten) Objektes gemäß gewonnener Erfahrung beim Probieren des Neuen als Unbekanntem, - in Situationen großen Bedarfs und bei Ablehnung bisheriger Nahrung (wegen negativem Vorurteil), d. h. bei verschlechterten Umweltbedingungen. Erlernbar ist eine kognitive Umorientierung beim Umlernen, d. h. eine 'geänderte Einstellung' des Unterscheidungsvermögens für eine adaptive Objekterkennungn zur verbesserten Umweltanpassung. - In Fällen erkannter Gefahr erfolgt schnelles Sichern und Abwarten, auch wenn eine Nahrung vorliegt und großer Bedarf besteht (Notsituation).
Simuliert wird der situationsbedingte Kenntniserwerb einer 'kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur' mit ausbildbaren 'bedingten Relationen' (für Geschmackserfahrungen) gemäß einer konzeptionell veranlagten 'strukturellen Lerndisposition'. Das als lernfähiger Zuordnungskomplex implementierte Gedächtnissystem ist befähigt zur 'Selbststrukturierung' durch situationsabhängige Ausbildung von konditionierten Assoziationen für bedingte Relationen (def. als erworbene Kenntnisse), - infolge seiner Detektion mindestens einer Signal-Koinzidenz für jede erfassbare Beziehung (induktiver Lernmechanismus). Erlernte bedingte logische Verknüpfungen simulieren das erinnerungsmäßige "Assoziieren aus Erfahrung", d. h. eine assoziative Kenntnisnutzung für empirische Voraussagen (Prädiktionen, Erwartungen oder Vorurteile). Erfahrungsgemäße 'bedingte Logikfunktionen' bestimmen empirische Urteile zur prädiktiven Beeinflussung von kognitiv-logischen Entscheidungen für 'bedingte Aktionen' höherer Lernformen. Simulierbar ist auch antizipatorisches 'bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen' durch "subjektive" Bewertung von assoziierten Voraussagen (2. Art) zu vermuteten Handlungskonsequenzen.

Essays:

Kurzbeschreibung des KI-Modells (als neue Version seit 2001):  » Lernender Homöostat « -
eine interaktive Existenz-Simulation


Lernender Homöostat zur Demonstration adaptiver Steuerungen mit künstlichem Intellekt -
     als eine Kopie der Publikation zur ersten Version, implementiert im Jahr 1980:
     » LERNENDER HOMÖOSTAT - erstes Simulationsmodell mit kognitiver Logik

     EXTRA: Erkenntnisse für kognitiv-logische Gedächtnisleistungen - vgl. Essay:
                 » Gehirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis

Der selbstlernende Mensch kann individuell denken, fühlen und handeln aufgrund von kognitiven Gedächtnisleistungen seines Gehirns, das wissenschaftlich untersucht werden kann als Zentralnervensystem mit impliziten und expliziten Funktionen (vgl. Unbewusstes bzw. Bewusstsein).
   Das menschliche Gehirn ermöglicht hoch entwickelte Lernformen und ist beschreibbar als ein 'kognitives System' mit lernfähiger Gedächtnisstruktur. Dieses 'lernfähige Gedächtnissystem' (er-)kennt die analytisch bestimmbaren Eigenschaften und Beziehungen von wahrgenommenen Gegenständen und Erscheinungen, die begrifflich unterschieden werden aufgrund von veranlagten und erworbenen Kenntnissen (vgl. Basis- und Erfahrungswissen).
Der "einsichtig" denkende Mensch besitzt rationales Erkenntnisvermögen (Verstand und Vernunft), das seinem Intellekt entspricht und ihn befähigt zu selbstbezüglicher Erkennung und Deutung von ausschnittsweise wahrnehmbaren Außenwelterschei-nungen (seiner Anschauungswelt). Aufgrund eigener Untersuchungen verbunden mit Kenntniserwerb (vgl. Forschungsresultate) erlangt und verbessert er die wissenschaftlich-technische Kompetenz zum Lösen seiner Probleme.
   Ein Mensch mit rationaler Autonomie kann "selbstreflexiv" entscheiden über die Auswahl von vorteilhaften (Re-)Aktionen im Rahmen seiner Handlungsfreiheit, - gemäß zweckorientierten Absichten und (aus der Vergangenheit erinnerten) Erwartungen entsprechend seinem individuellen Erfahrungswissen. -
   Situationsangepasste Problemlösungen seines "intelligenten" Verhaltens gelingen durch "vorausschauendes" Abwägen von erinnerbaren Vorstellungen als selektiv zu bewertende Erwartungen (assoziierte Voraussagen) für Handlungsoptionen. Subjektive Bewertungsergebnisse haben situationsgemäßen Einfluss auf seine empirischen Urteile und Schlüsse, die als Aussagesätze mit Begriffssymbolen formal ausgedrückt werden können. Die postnatale Entwicklung von Sprache und höherem Bewusstsein (vgl. mentale Selbstreflexion, intentionalen Modellgebrauch und Selbstkontrolle) basiert auf genetisch vorgegebenen Lerndispositionen und Veranlagungen zur Persönlichkeitsentwicklung.
   Objektivierbare Assoziationen beim Denken gemäß dem deklarativen Wissen können formal-sprachlich dargestellt werden mit verknüpften Begriffssymbolen (Variablenwerten, Invarianten) für 'relationale Aussagen' als verständlich formalisierte Begriffsrelationen (vgl. ein- oder mehrstellige Prädikatoren), insbesondere als codierte Zeichenfolgen (vgl. Wörter, Sätze, Formationen oder Bilder) für kommunikative Mitteilungen oder Beschreibungen.
Beim Erkenntnisstreben gewonnene "rationale" Einsicht in natürliche Zusammenhänge ermöglicht dem Menschen prinzipielle Beschreibungen mittels relationalen Aussagen von objektivierbaren Grunderkenntnissen, insbesondere als deklarative Antworten auf wissenschaftliche und philosophische Fragen zum Sein und Werden, wofür möglichst präzise zu definierende Allgemeinbegriffe der abstrakten Modellvorstellungen notwendig sind.
Erfahrungswissen für Vorstellungen und Voraussagen wird bestimmt mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte, die als 'bedingte Relationen' kognitiv-logischer Begriffsstrukturen formal darstellbar sind und als 'bisher bewährte' Erkenntnisse objektiviert mitgeteilt werden können.
Der lernfähige Mensch nutzt (Vor-)Kenntnisse seines ausbildbaren Erfahrungswissens für individuelle Wahrnehmungen oder Problemlösungen, insbesondere für "rationale" Kognitions- und Gedächtnisleistungen zur Erkennung, Deutung, Bewertung und Beurteilung von aktuellen Situationen gemäß seinen erinnerten Vorstellungen oder assoziierten Voraussagen, womit er empirische Urteile bestimmen und möglichst 'intelligente' Entscheidungen durch Abwägen von erwarteten Konsequenzen fällen kann.
Die lerntypische Ausbildung von Erfahrungswissen aufgrund von situationsbeding-tem Kenntniserwerb ermöglicht empirische Urteile und Schlüsse gemäß individuellen Erinnerungen oder Erwartungen, - insbesondere durch Nutzung von erlernten Begriffsrelationen (vgl. bedingte Relationen für verallgemeinerte Begriffe) als erworbene Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen.
   Erinnerungen für mentale Vorstellungen im Gehirn verhelfen zum Erkennen, Deuten und auch Verstehen semantischer Grundstrukturen von 'kennen gelernten' Darstellungsformen gemäß "erlernten" bedingten Zuordnungsfunktionen für empirische Urteile, die für situationsangepasste Interpretationen und intelligentes Verhalten charakteristisch sind.
Beim induktiven Lernen wird die individuelle Gedächtnisstruktur für Vorwissen erfahrungsgemäß modifiziert durch den situationsbedingten Erwerb mindestens einer neuen Kenntnis von einem kognitiv erfassten Zusammenhang (zwischen Dingen oder Ereignissen) des untersuchten Sachverhalts, - insbesondere nach begrifflich verallgemeinerten Beobachtungen (vgl. Einzelfälle einer erfüllten Koinzidenzbedingung) für induktiv angenommene Regel- oder Gesetzmäßigkeit. -
   Der situationsbedingte Kenntniserwerb durch kognitive Zusammenhangserfassung (aufgrund von Basis- oder Vorwissen) verhilft zu ausgebildetem Erfahrungswissen. Dieses resultiert aus 'kenntnisspezifischen' Struktur- und Funktionsänderungen des Gedächtnissystems gemäß (induktiv erlernten) 'bedingten Relationen' (vgl. änderbare neuronale Verknüpfungen mittels plastischen synaptischen Verbindungen).
   Eine "bedingte Relation" wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis in Form einer aufgebauten "konditionierten Assoziation" der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'strukturell gespeichert' (behalten).
   Eine "konditionierbare Assoziation" wird bestimmt als ein 'potenzielles' Gedächtniselement für mindestens eine erlernbare 'bedingte Relation' gemäß der veranlagten "strukturellen Lerndisposition" eines (kognitiv-logischen) Gedächtnissystems. Ihre Konditionierung für eine situationsbedingt erwerbbare Kenntnis geschieht durch verallgemeinernde kognitive Zusammenhangserfassung nach dem "Prinzip der Vereinbarkeit", - gemäß einem induktiven Lernmechanismus.
Beim induktiven Lernen aus beobachtbaren Einzelfällen für angenommene Gesetzmäßigkeiten werden Kenntnisse von erfassten Beziehungen situationsbedingt erworben, die für assoziierte Voraussagen nutzbar sind und empirische Regeln bestimmen.
   Für eine induktiv erfasste Kausalitätsbeziehung gilt die erworbene Kenntnis nur hypothetisch und kann unzutreffend sein, wenn ein vorgetäuschtes oder zufälliges Zusammentreffen von Signalereignissen ohne wirklichen Kausalzusammenhang zur Konditionierung der begrifflichen Assoziation geführt hat.
   Erworbene Kenntnisse müssen sich bei ihrer Nutzung bewähren (Konsolidierung), damit sie "im Gedächtnis behalten" bleiben. Anderenfalls werden sie durch erfahrungsgemäße Kritik korrigiert oder vergessen (Falsifizierung).
Empirische oder theoretische Erkenntnisse werden bestimmt als 'bisher bewährte' Kenntnisse, die als 'bedingte' bzw. 'innovative' Relationen in einer lernfähigen Gedächtnisstruktur induktiv (verallgemeinernd) ausgebildet bzw. kreativ (intuitiv) gebildet worden sind.
Ein "lernfähiges Gedächtnissystem" - als kognitives System analog dem Gehirn - wird bestimmt mit strukturveränderlichen, nicht linear fungierenden Systemkomponenten in Form von plastisch verknüpften (variabel vernetzten) Funktionskomplexen, die in multihierarchischer Organisation relativ autonom interagieren können (vgl. mein schematisches Gehirnmodell für 'hierarchisch gekapselt' klassifizierte Lernformen).
   Ein "denkendes" lernfähiges Gedächtnissystem ist definitiv beschreibbar als kognitives System mit 'struktureller Lerndisposition', das erworbene (Er-)Kenntnisse seines ausbildbaren Erfahrungswissens durch kognitiv-logische Verknüpfung funktionell nutzen kann für empirische Urteile über aktuelle Situationen, - möglichst zum Verstehen im richtigen Kontext zwecks optimaler Entscheidung für 'intelligentes' Verhalten (vgl. mein Essay: Kognitiv-logische Grunderkenntnisse - www.liss-kompendium.de/ki/denkprodukte.htm).

    Zusammenfassende Auszüge aus publizierten Essays von E. Liß:

  » Kognitiv-logische Grunderkenntnisse - Gedächtnisprinzipien und Logos-Relationen für Denkmodelle (2009)

  » Paradigma Kognitive Logik für intelligente Automaten - Ein Exzerpt aus wissenschaftlichen Publikationen
     von Dr.-Ing. Eberhard Liß (seit 2015):

  » Kognitiv-logische Gedächtnissysteme als intelligente Automaten - Eine Kurzfassung publizierter Erkenntnisse
     und Konzepte für Kognitive Logik (seit 2016)




ANHANG:  Relationale Aussagen von Erkenntnissen für rationale Einsicht

Kenntnistheoretische Begriffsbestimmungen und Aphorismen von Eberhard Liß


Erstaunlicherweise kann (nicht nur) der "verständige" Mensch (Homo sapiens) die ihm zugänglichen natürlichen Zusammenhänge kognitiv erfassen (begreifen) und die erworbenen (Er-)Kenntnisse seines Erfahrungswissens situationsabhängig nutzen, insbesondere um "rationale" Einsicht zu gewinnen und sein Verständnis der wahrnehmbaren Umweltbedingungen zu verbessern (vgl. Verstehen lernen).

Den lernenden Lebewesen gelingen ihre 'selbstorganisierten' Anpassungen an (veränderliche) Umweltbeding-ungen durch individuelle Verhaltensänderungen nur dann, wenn für sie erkennbare Gesetzmäßigkeiten der realen Umwelt mit einer gewissen Stabilität angenommen werden.

Nach naturalistischer Auffassung gibt es beim Werden und Vergehen in der Welt 'evolutionär bewährte' Ordnungsstrukturen, funktionelle Zusammenhänge und Wechselwirkungen.

Erforschbare Gesetzmäßigkeiten sind durch systematische Untersuchungen von Sachverhalten wissenschaftlich zu erkennen und können erfahrungsgemäß beschrieben und erklärt werden.

Kennen gelernte Sachverhalte können wie begrifflich bekannte Gegenstände (z. B. Objekte, Phänomene oder Situationen) gemäß dem individuellen Erfahrungswissen (wieder-)erkannt werden, um sie bezüglich der subjektiven Lage zu bewerten und damit empirisch zu beurteilen.

Der Begriff "Kognition" (von lat. cognoscere = erkennen, wissen) bedeutet die individuelle Erkennung und Deutung von Situationsmerkmalen durch erfahrungsgemäße Kenntnisnutzung für assoziierte Vorstellungen und Erinnerungen bei der interpretativen Informationsverarbeitung (vgl. Denkvorgänge für empirische Urteile), insbesondere beim mentalen Prozess des Verstehens aufgrund von kognitiven Gedächtnisleistungen.

Einen evolutionären Selektionsvorteil bedeutet die Lernfähigkeit der 'kognitiven Systeme', die fähig sind zum kognitiven Erfassen (Begreifen) von natürlichen Beziehungen im Sinne von Kenntniserwerb für ausbildbares Erfahrungswissen, das sie vorteilhaft nutzen können für empirische Urteile und optimale Entscheidungen zur Steuerung von 'intelligentem' Verhalten.

Die Untersuchung von Sachverhalten zwecks kognitiver Zusammenhangserfassung ermöglicht den situationsbedingten Kenntniserwerb für 'empirische' Urteile und 'induktive' Schlüsse durch Lernen aus Erfahrungen (vgl. bedingte Logik-Funktionen).

Den kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen zwischen beobachtbaren Gegenständen (Fakten, Dingen oder Ereignissen) entsprechen kenntnisspezifische Begriffsrelationen für Urteile (def. bedingte Relationen durch analytische Abstraktion und synthetische Verallgemeinerung).

Die kognitive Erfassung 'allgemeiner' Beziehungen zwischen speziellen Fakten (als 'wesentliche' Relationen von Sachverhalten) gelingt aber nur schrittweise mit notwendigen Korrekturen und ohne die absolute Wahrheit über die Welt zu erfahren.

Der situationsbedingte Kenntniserwerb wird aufgefasst als kognitiver Grundprozess des strukturellen Lernens eines Gedächtnissystems. Damit erklärbar sind unterschiedliche Formen des 'induktiven' Lernens durch Erfahrung - und das 'rationale' (auch intentionale) Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge für konstruktive Konzepte.

Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

Lernen durch Einsicht führt zur Theorie. - Erst Lernen aus eigener Erfahrung wird zur Praxis einer Verhaltensänderung.

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.

Praktische oder theoretische Einsicht (für Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen.

Erworbene Kenntnisse von situationsbedingt erfassten Beziehungen werden als bedingte Relationen im Gedächtnis temporär behalten und logisch-funktionell genutzt, besonders für empirische Urteile oder theoretische Modelle.

Erworbene Kenntnisse werden definiert als relationale Wissenselemente, die begrifflichen Beziehungen entsprechen. Diese werden als 'bedingte Relationen' in Form von konditionierten Assoziationen der (beim 'strukturellen Lernen' modifizierten) Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'strukturell gespeichert', wobei ihre empirische Konsolidierung dem möglichen Vergessen oder Umlernen entgegen wirkt.

Wenn kenntnisspezifische Begriffsrelationen adäquat sind zu erfassten Zusammenhängen von realen Sachverhalten (der objektiven Realität), dann entsprechen sie Erkenntnissen und sind als 'bewährt' objektivierbar in Darstellungsformen für theoretische Modelle, die als relativ wahr gelten.

Eine funktionell nutzbare Erkenntnis wird bestimmt als eine 'bisher bewährte' erworbene Kenntnis des Erfahrungswissens und entspricht der gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang in Folge der kognitiven Erfassung (Begreifen) einer begrifflichen Beziehung, die als 'bedingte Relation' formal objektivierbar ist (resultierend aus der situationsbedingten Zusammenhangserfassung durch konstruktive Konnexanalyse).

Erkenntnisse gelten für kognitiv erfasste (begriffene) Beziehungen von 'erkannten' Zusammenhängen in semantischer Zuordnung zu lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens.

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, die als erworbene Kenntnis gemäß ihrer praktischen Bewährung genutzt werden kann.

Eine gewonnene Erkenntnis wird deklarativ bestimmt als eine 'bisher bewährte' Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist.

Erkenntnisse des bewährten Erfahrungswissens (ohne Gewissheit) sind objektivierbar als relationale Aussagen von kognitiv erfassten Zusammenhängen für realistische Erklärungsmodelle, - entgegen fiktiven Glaubenssätzen von tradierten Religionen oder irrealen Ideologien.

Objektivierbar sind (Er-)Kenntnisse als relationale Aussagen, die nur von 'Verstehenden' informativ nutzbar sind, - infolge ihrer kontextgerechten Einordnung in dafür passendes Wissen.

Notwendig für das richtige Verstehen deklarativer Aussagen von Erkenntnissen ist die hinreichende Einsicht in beschriebene Zusammenhänge aufgrund kontextgemäßer Sachkenntnisse des Verstehenden.

Eingeschränktes Interesse und unzureichendes Wissen erschweren eine kognitive Verbesserung des Verstehens und ein Lernen durch Einsicht.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Mit kritischen Studien zur Wahrheitsfindung belasten sich nur die wenigen Denker, die sich ernsthaft um Einsicht bemühen.

Die systematische Erforschung wirklicher Sachverhalte zwecks Erkenntnisgewinns über natürliche Grundprinzipien erzielt eine wissenschaftliche Wahrheitsfindung zur Verbesserung des ausgebildeten Erfahrungswissens.

Wissenschaftliche Wahrheitsfindung ist schrittweise möglich durch rationale Kritik beim Erkenntnisstreben im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Die relative Wahrheit über Prinzipien der Wirklichkeit ist kognitiv bestimmbar entsprechend der theoretischen und praktischen Einsicht in wesentliche Zusammenhänge der zugänglichen Wirklichkeit.

Durch neue Entdeckungen für Erkenntnisse können Denkmodelle korrigiert, geändert oder verbessert werden hinsichtlich ihrer relativen Wahrheit.

Innovative Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.

Kreativ denken bedeutet, mit neuer Einsicht in Wesentliches innovative Problemlösungen finden.

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen.

Grunderkenntnisse werden bestimmt als bisher bewährte 'prinzipielle Erkenntnisse' von 'grundsätzlichen' natürlichen Beziehungen. Diese können explizit dargestellt werden in Form von prinzipiellen Aussagen (def. Logos-Relationen).

Grunderkenntnisse entsprechen den prinzipiellen Erkenntnissen von als grundsätzlich "begriffenen" Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.

Aussagesätze für Wesentliches im Sinne "geistiger Spruchweisheiten" werden als Aphorismen verstanden von Interessenten mit passendem Kontextwissen.

Hochwertige Aphorismen für "zeitlose" Weisheiten sind lebensfördernde Fruchtkerne vom Baum der Erkenntnis.

Relationale Aussagen von objektivierbaren Grunderkenntnissen sind als Aphorismen zu verstehen und auch als Lebensweisheiten einsichtig zu befolgen, was besonders schwer fällt.

Viele überlieferte Lebensweisheiten geben uns Denkanstöße für eigene Erkenntnisse und Einsichten. Ihre Aussagen sind wie prinzipielle Urteile oder Theorien ohne absoluten Wahrheitsanspruch für die Zukunft aufgrund begrenzter Erkenntnis und möglicher Veränderungen natürlicher Sachverhalte.

Menschliche Weisheiten haben nur so lange Gültigkeit, bis sie durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse der Nachgeborenen nicht mehr bestätigt und als nicht zutreffend abgelehnt werden.

Besonders wertvoll sind Lebensweisheiten mit heiterbesinnlichem Grundtenor für eine mutige Lebensauffassung, unterstützt von Zuversicht, Humor und Gelassenheit.

Die spürbare Ohnmacht unserer Vernunft gegenüber Unverstand und Überschätzung darf uns nicht entmutigen, immer wieder aus unseren Erfahrungen und Fehlern zu lernen. - Nur beim Selbstlernen verbessern wir die Ausbildung unseres unvollkommenen Steinzeitgehirns.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Wer Schönes am Leben mit Freude findet und wer Leid ohne Verzagen ertragen kann, der wird als ein 'Lebenskünstler' geachtet.

Dem lernenden Lebenskünstler mit Selbstvertrauen gelingen optimale Entscheidungen zum Selbsterhalt, besonders durch Selbsthilfe und Selbstvorsorge.

Ein glückliches Leben ist möglich durch sinnvolles Tun zwecks Selbsterhaltung und sozialer Anteilnahme. Lebenskunst erfordert das Finden und Einhalten des rechten Maßes für eigenwillige Bestrebungen.

Lebenskünstler pendeln erfolgreich zwischen riskantem Austesten eigener Grenzen und sicherheitsorientierter Selbsteinschränkung.

Hohe Lebenskunst wird bestimmt als Lebensweisheit aufgrund von Erfahrungen und Erkenntnissen für rationale Einsicht beim Denken und Gestalten.

Erlebte Freude am Denken und Gestalten ermutigt und stärkt das Selbstvertrauen.

Wer die Natur mit kindlichem Erstaunen und beglückender Freude begreifen kann, verfügt über die nötige Begeisterung für sein kreatives Gestalten.

  Weiterführende Literatur:

        » Kognitiv-logische Grunderkenntnisse - vgl. 4. ANHANG: Deklarative Aphorismen zu Gedächtnisprinzipien
           für kognitive Leistungen des lernfähigen 'Homo sapiens'

        » Freude am Denken und Gestalten mit rationaler Einsicht durch Erkenntnis - vgl. ANHANG:
           Begriffe und Erkenntnisse für Denkmodelle der Kognitiven Logik

        » Zitate-Archiv 'Zeitlose Weisheiten' - Seite: Aphorismen zum Thema »Erkenntnis und Erfahrung«

        » LEBENSKUNST - Aphorismen und Zitate - Erlesene Weisheiten und Erkenntnisse, - hrsg. von E. Liß


      zum Anfang

www.liss-kompendium.de/erkenntnis.htm
     © 2001 Copyright by Eberhard Liß
              Seite aktualisiert: 1/16