Im Jahr 1877 sah Karl Fraas in der Zeitung "Gartenlaube" eine Zeichnung des Sprechapparates vom Erfinder Edison (in 1877). Aus Begeisterung hierfür baute Karl Fraas einen eigenen Phonographen. Er nutzte dazu ein altes Nähmaschinengestell und eine Welle mit Sprechwalze zur Tonaufnahme, die er mit einer Zinnfolie (anfangs mehrere Stanniolschichten) überzog. Das Membrangehäuse (mit aufsetzbarem Trichter - für Sprechen und Hören) wurde aus Holz gedrechselt und bezogen mit einer Membran (dünn geschabtes Trommelfell).
- Den Handantrieb der 'eingravierbaren' Walze zur Aufnahme und Wiedergabe ersetzte Karl Fraas durch einen gleichmäßigeren Uhrwerksantrieb mit Zug-Gewicht. - Im Juli 1878 war der Phonograph fertiggestellt und konnte vorgeführt werden. Er wurde im Jahr 1882 in der Landes-Industrie-Ausstellung in Nürnberg öffentlich ausgestellt. - Leider war trotz allgemeiner Bewunderung der neuartigen Aufzeichnung und Wiedergabe von Ton und Sprache keine Unterstützung von Industrievertretern für das Anliegen von Karl Fraas vorhanden. - Erst ab 1930 wurde im Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel ein zweiter größerer (nicht mehr exakt funktionsfähiger) Phonograph von K. Fraas ausgestellt.
|