Dr.-Ing. Eberhard Liß  -  www.liss-kompendium.de   » Veröffentlichungen zu KI-Konzepten


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Kognitiv-logische Grunderkenntnisse

Gedächtnisprinzipien, Logos-Relationen, Denkprodukte


"Die wahre Offenbarung, d. h. die wahre Quelle vernünftiger Erkenntnis, ist nur in der Natur zu finden. Der reiche Schatz wahren Wissens, der den wertvollsten Teil der menschlichen Kultur darstellt, ist einzig und allein den Erfahrungen entsprungen, welche der forschende Verstand durch Naturerkenntnis gewonnen hat, und den Vernunftschlüssen, welche er durch richtige Assoziation dieser empirischen Vorstellungen gebildet hat." (Ernst Haeckel, Die Welträtsel, 1918, S. 354)
"Die Erfahrung nutzt erst der Wissenschaft, sodann schadet sie, weil die Erfahrung Gesetz und Ausnahme gewahr werden lässt. Der Durchschnitt von beiden gibt keineswegs das Wahre." (Johann Wolfgang v. Goethe)
"Die Wissenschaft sucht, allgemeine Regeln aufzustellen, die den gegenseitigen Zusammenhang der Dinge und Ereignisse in Raum und Zeit bestimmen. Für diese Regeln beziehungsweise Naturgesetze wird allgemeine und ausnahmslose Gültigkeit gefordert - nicht bewiesen. Es ist zunächst nur ein Programm, und der Glaube in seine prinzipielle Durchführbarkeit ist nur durch Teilerfolge begründet." (Albert Einstein, Aus meinen späten Jahren, Naturwissenschaft und Religion II, 1941) [10]
"Begriffe, welche sich bei der Ordnung der Dinge als nützlich erwiesen haben, erlangen über uns leicht eine solche Autorität, dass wir ihres irdischen Ursprungs vergessen und sie als unabänderliche Gegebenheiten hinnehmen. Sie werden dann zu 'Denknotwendigkeiten', 'Gegebenen a priori' usw. gestempelt. Der Weg des wissenschaftlichen Fortschritts wird durch solche Irrtümer oft für längere Zeit ungangbar gemacht. Es ist deshalb durchaus keine müßige Spielerei, wenn wir darin geübt werden, die längst geläufigen Begriffe zu analysieren und zu zeigen, von welchen Umständen ihre Berechtigung und Brauchbarkeit abhängt, wie sie im einzelnen aus den Gegebenheiten der Erfahrung herausgewachsen sind. Sie werden entfernt, wenn sie sich nicht ordentlich legitimieren können, korrigiert, wenn ihre Zuordnung zu den gegebenen Dingen allzu nachlässig war, durch andere ersetzt, wenn sich ein neues System aufstellen lässt, das wir aus irgendwelchen Gründen vorziehen." (Albert Einstein, Nachruf auf Ernst Mach, 1916) [10]

Interdisziplinäre Untersuchungen natürlicher Zusammenhänge, vor allem zu kognitions- und neurowissenschaftlichen Fragen, werden unterstützt von wissenschaftlich zu vereinbarenden Begriffsbestimmungen entsprechend den gewonnenen Grunderkenntnissen für objektivierbare Denkmodelle, deren jeweiliger Wissensstand auf seine empirische Bewährung systematisch geprüft und verbessert werden muss. In der Literatur, besonders in Lexika, Enzyklopädien oder Wörterbüchern, fehlen oft explizit vereinheitlichte, deklarative Definitionen für allgemeingültige Begriffsbezeichnungen zur Erklärung von erforschten Auffassungen über menschliches Denken. Unterschiedliche Auslegungen (auch inkonsistente oder unscharfe Deutungen) gibt es beispielsweise für die Wörter: Kognition, Wahrnehmung, Vorstellung, Anschauung, Erfahrung, Erkenntnis, Einsicht, Kenntnis, Wissen und Information, - sowie Intelligenz, Verstand, Vernunft, Bewusstsein, Begriffsbildung, Intention, Emotion, Motivation, Lernen und Gedächtnis.
Als konstruktive Beiträge zur Verbesserung des prinzipiellen Verstehens kognitiver (d. h. auf Erkenntnis gegründeter) Gedächtnisleistungen dienen die in folgenden Abschnitten zsammengestellten, kurz formulierten Aussagen (def. Logos-Relationen) und Hinweise auf Begriffsdefinitionen entsprechend meinen Grunderkenntnissen für eine definierte Kognitive Logik (publiziert und bewährt seit 1978). [1] [4]

Lebende 'kognitive' Systeme haben Intelligenz, wenn sie befähigt sind zum 'autonomen' Problemlösen zwecks Selbsterhaltung (vgl. Energiehaushalt, Homöostase und Sicherung vor Gefahren) verbunden mit artspezifischer Fortpflanzung (Reproduktion durch Replikation des Genoms). Ihr zweckdienliches Selbstlernen führt zu 'intelligenter' Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen durch lerntypische Verhaltensänderungen aufgrund von erworbenen (Er-)Kenntnissen, die nutzbar sind für kognitive Leistungen ihrer lernfähigen Gedächtnisstrukturen.

Eine notwendige Voraussetzung für das Lernen eines kognitiven Systems ist seine Befähigung zu situationsbedingtem Kenntniserwerb, d. h. zu empirischer oder theoretischer Erkenntnis, die notwendig ist für 'erfahrungsbedingte' Urteile bzw. 'einsichtige' Entscheidungen.

Individuell erlernbar ist in Gehirnen ausgebildetes Erfahrungswissen, das gemäß eigenen Aspekten (Interessen, Intentionen) selbstbezüglich nutzbar ist, besonders für empirische Urteile und Voraussagen, die subjektive Bewertungen und Entscheidungen beeinflussen. [6]

Vom naturalistischen Standpunkt betrachtet gibt es funktionelle Zusammenhänge innerhalb der Natur, auf die lebensfähige Organismen konzeptionell ausgerichtet sein müssen, um mit umweltangepassten Aktionen ihr Überleben zu ermöglichen. Ein erklärbares "Lernen durch Erfahrung" wird bestimmt von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die kennzeichnend sind für individuell ausgebildetes Erfahrungswissen, - wobei funktionelles Basis- oder Vorwissen als systemimmanent vorausgesetzt wird (vgl. dagegen "tabula rasa"-Postulat des Empirismus).

Neben selbstgewonnenen 'ontogenetischen Erfahrungen' verfügen Organismen über 'philogenetische Erfahrungen' auf der Ebene ihrer Gene (vgl. veranlagte DNA-Struktur), die stammesgeschichtlich an Folgegenerationen einer Art weitergegeben worden sind (natürliche Selektion). Ihnen entsprechen artspezifische Erbanlagen zur epigenetischen Strukturbildung (Wachstum, Ausbildung) und selbsterhaltenden Stabilisierung (Homöostase, Heilung) sowie veranlagte individuelle Fähigkeiten (Lerndisposition, Begabung).

Einen evolutionären Selektionsvorteil bedeutet die Lernfähigkeit durch kognitives Erfassen von Beziehungen (Begreifen) bei der Gewinnung von Erfahrungswissen (Kenntniserwerb), das erforderlich ist zur optimalen Entscheidungsfindung für intelligentes Verhalten. Dabei sind erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "strukturell" erlernbar durch situationsabhängige Ausbildung lernfähiger Gedächtnisstrukturen (vgl. strukturelle Lerndispositionen). [1]

Eine erworbene Kenntnis des Erfahrungswissens wird aufgefasst als 'bisher bewährte' Erkenntnis und entspricht einer gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang durch kognitive Erfassung (Begreifen) einer begrifflichen Beziehung, die als 'bedingte Relation' formal objektivierbar ist (vgl. Zusammenhangserfassung durch Konnexanalyse, siehe 1.).

Grunderkenntnisse von prinzipiell erfassten (bisher unerforschten) Zusammenhängen oder Wirkverbindungen unterstützen durch ihre Nutzung als 'grundsätzliche' Kenntnisse ein besseres Verstehen natürlicher Beziehungen in semantischer Zuordnung zu lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens.

Durch symbolische Abstraktion im Gehirn ausbildbar sind Begriffe und ihre Beziehungen entsprechend 'konzeptionellen' Modellvorstellungen von natürlichen Zusammenhängen und Fakten. Wenn solche Begriffsstrukturen mit realen Sachverhalten 'im Wesentlichen' übereinstimmen (vgl. Adäquatheit, Analogie), können damit 'relativ wahre' Wissensformen deklarativ ausgedrückt werden.
Formal objektivierbare Operationen des Denkens betreffen abstrakte Größen (Begriffe) und ihre Zusammenhänge (Assoziationen), die wissentlich (bewusst geworden) 'vorstellbar' und sprachlich 'ausdrückbar' sind mit formalen Begriffssymbolen und Relationen in logischer Verknüpfung (siehe 2. und 3.).

Der symbolisch-abstrakt denkende Mensch kann seine Wahrnehmungen und Gedanken erfahrungsgemäß deuten und beurteilen. Seine semantischen Deutungen sind explizit äußerbar in symbolischen Darstellungsformen für deklarative (Vor-)Aussagen entsprechend seinen objektivierbaren Begriffsstrukturen. Damit ermöglicht werden (mehr oder weniger ausführlich) mitteilbare Darstellungen von explizitem Wissen aufgrund von lerntypischen Kognitions- und Gedächtnisleistungen des hoch entwickelten menschlichen Gehirns. (siehe 2.)

Beim interpretativen Verstehen eines untersuchten Sachverhalts (d. h. im Verstehensprozess) erfolgt eine Mustererkennung und semantische Deutung der wahrgenommenen Beobachtung oder eines vorgestellten Phänomens, wozu nutzbare Kenntnisse vergleichbarer kognitiver Schemata erforderlich sind (vgl. schematische Denkroutinen und heuristischer Denkstil).
Im 'kognitiven' Interpretationsprozess eines lernfähigen Gedächtnissystems kann mindestens eine neue Kenntnis als (zunächst unbewährte) Erkenntnis situationsbedingt gewonnen werden, - im Rahmen einer 'strukturellen Lerndisposition' und unter der Voraussetzung von geeignetem Vorwissen (Kontext- oder Hintergrundwissen) im Sinne einer potenziellen Ausgangsbasis für möglichen Kenntniserwerb (vgl. wissensbasierte Lernkompetenz).

Die veranlagte Lerndisposition ermöglicht eine situationsbedingte (umweltabhängige) Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen im Gedächtnissystem (der entwickelten Persönlichkeit), wobei erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "im Gedächtnis" behalten und für Erinnerungen assoziativ genutzt werden können (vgl. subjektives Vorstellungsvermögen für Denkprodukte, siehe 3.).

Ausgebildetes Erfahrungswissen bestimmt die "konzeptionelle" Bildung von konstruktiven Modellen und nützlichen Theorien, die wissenschaftlich kritisierbar und praktisch zu überprüfen sind (vgl. » kognitiv-logische Modellbildung [7]). [6] [13]

Eine äußerbare Erkenntnis - aufgrund kognitiver (Um-)Strukturierung von explizitem Wissen - entspricht der erworbenen Kenntnis von einer neu erfassten Beziehung und kann sprachlich ausgedrückt werden in Form einer deklarativen Aussage (z. B. als Logos-Relation, siehe 2.).

Das sprachliche Außdrucksvermögen des Menschen befähigt ihn zu modellhaften Beschreibungen und möglichst zutreffenden Erklärungen von untersuchten Sachverhalten aufgrund kognitiv erfasster Beziehungen.

Die postnatale Entwicklung von Sprache und höherem Bewusstsein (vgl. Selbstreflexion, Modellgebrauch und Selbstmodell) beruht auf genetisch bestimmten Lernveranlagungen im Gehirn für Sprachenlernen und kognitiv-logische Modellbildung aufgrund von gewonnener Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge. [6] [7]

Lernfähige kognitive Systeme verfügen über Gedächtnisleistungen, die begründbar sind mit erworbenen Kenntnissen als bedingten Relationen von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen des situationsbedingt ausgebildeten und explizit darstellbaren Erfahrungswissens. [1]

Die neurowissenschaftliche Suche nach einer 'Gedächtniszentrale' im Sinne eines zentralen Informationsspeichers im Gehirn blieb erfolglos. Gefunden und untersucht wurden lernfähige Gedächtnisstrukturen in vielen Teilkomplexen des Gehirns, die gekennzeichnet sind durch situationsbedingte Funktions- und Strukturänderungen. In 'assoziativen' Bereichen unterschiedlicher Hirnabschnitte lokalisierbar sind wechselwirkend vernetzte, "selbstlernende" Funktionskomplexe, die zuständig sind für ausgebildete Gedächtnisleistungen. [6]

Der Begriff "Gedächtnis" für das Nervensystem wird mit der physio-psychologisch immer noch vertretenen Speicher-Metapher nur teilweise und unzureichend erklärt als lernabhängige Informationsspeicherung eines mehrteiligen 'Arbeits-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses', wobei "eingespeicherte" Informationen als empirische Erinnerungen assoziativ "abgerufen" werden können. - Meine treffendere Begriffsdeutung wird bezeichnet als "denkendes Gedächtnis" und deklariert die funktionelle Einheit von Speicher- und Verarbeitungseigenschaft mindestens eines dynamischen 'offenen' Systems mit kognitiven Gedächtnisleistungen, d. h. eines kognitiven Systems, das definiert wird als 'lernfähiges Gedächtnissystem' mit strukturveränderlichen, nicht linear fungierenden Systemkomponenten in Form von plastisch verknüpften (variabel vernetzten) Funktionskomplexen, die in multihierarchischer Organisation relativ autonom interagieren können (vgl. mein schematisches Gehirnmodell für gekapselt klassifizierte, hierarchische Lernformen [1] [3]). [6]
Ein »lernfähiges Gedächtnissystem« ist konzeptuell gekennzeichnet durch 'individuell ausbildbare' Speicher- und Verarbeitungsfunktionen in dialektischer Einheit (denkendes Gedächtnis). Das verhaltensändernde Selbstlernen dieses kognitiven Systems erfolgt durch 'strukturelles Speichern' von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (seines individuellen Erfahrungswissens) und damit ermöglichter Kenntnisnutzung für situationsabhängig abrufbare Erinnerungen (assoziierbare Voraussagen, Erwartungen) als erfahrungsgemäße Vorstellungen.
Das »kognitive System« deutet aktuelle (externe und interne) Situationen jeweils gemäß seiner eigenen (subjektiven) Interpretation im Sinne seiner individuellen Informationsverarbeitung, d. h. es vollzieht "erfahrungsbedingte" 'kognitiv-logische' Operationen, wozu neben "veranlagten" Grundfunktionen besonders seine "erlernten" bedingten Funktionen beitragen.
Ein lernfähiges Gedächtnissystem ist systemtheoretisch beschreibbar als die 'strukturell lernende' Funktionseinheit von operativem Speicher und Prozessor für eine erfahrungsbedingte, symbolische Informationsverarbeitung durch Nutzung von erworbenen Kenntnissen. Seine dynamische Wissensdarstellung ist gekennzeichnet durch bedingte Verknüpfungen (kognitiv-logische Funktionen) einer lerntypisch modifizierten Gedächtnisstruktur. Situationsbedingt erworbene Kenntnisse des Gedächtnissytems sind definierbar als "strukturell erlernte" bedingte Relationen, - einbezogen in 'plastische' Verknüpfungen für (erfahrungs-)bedingte Logik-Funktionen auf hierarchischen Darstellungsniveaus (z. B. bedingte Symbolzuordnungen für empirische Urteile). [1]

Der Kenntniserwerb, aufgefasst als kognitiver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, wird unterstützt von konstruktivem Vorwissen gemäß bisherigen Erfahrungen (Kenntnissen, Modellen, Metawissen) und veranlagtem Basis-Wissen für Grundfunktionen (Anlagen a priori). [1] - [4]
Typisch für strukturelles Lernen eines kognitiven Systems ist seine (verhaltensändernde) Funktionsänderung aufgrund seiner situationsbedingt veränderten Gedächtnisstruktur. Dafür erforderlich ist eine strukturelle Lerndispostion des Gedächtnissystems, d. h. sein genetisch veranlagtes Lernvermögen für ausbildbare Funktions- und Verhaltensänderungen bei der Individualentwicklung durch situationsbedingte Lernprozesse. [6]

Individuelle Lernprozesse führen zu funktionell veränderten Neuronen-Verknüpfungen (Verschaltungen) in assoziativen Funktionskomplexen des Gehirns. Ergebnisse der Lern- und Hirnforschung belegen, dass neurale Gedächtnisstrukturen situationsbedingt 'konditioniert' und kenntnisspezifisch 'ausgebildet' werden können. Durch Kenntniserwerb bestimmte Struktur- und Funktionsänderungen entsprechen dem Erlernen von bedingten Relationen als modellhaft erfassten Beziehungen. Diese (im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition) erworbenen Kenntnisse repräsentieren nutzbares Erfahrungswissen zusätzlich zum veranlagten Basis-Wissen (siehe 1.).

Neurowissenschaftlich nachgewiesen ist eine strukturelle Modifizierbarkeit (Plastizität) interneuronaler Verknüpfungen, wobei synaptische Verbindungen epigenetisch und ontogenetisch ausgebildet werden können. Die beim Lernen 'effektivierten' (konditionierten) synaptischen Verbindungen zwischen vernetzten Neuronen (als Verknüpfungseinheiten) sind analog zu situationsabhängig 'konditionierten' Assoziationen (für bedingte Relationen), die notwendig sind für erfahrungsbedingte 'kognitive Gedächtnisleistungen'. [1] [6]

Mein Modellansatz einer »Kognitiven Logik« geht aus von kenntnistheoretischen Definitionen und Thesen zu lernfähigen Gedächtnisstrukturen gemäß meinem Gehirnmodell zur Erklärung hierarchischer Lernformen (def. für Intelligente Automaten). Systemtheoretisch definiert wurde ein kognitiver Grundprozess des "strukturellen Lernens" zur Ausbildung bedingter Relationen als situationsbedingte Kenntnisse, die in selbstlernenden Gedächtnissystemen als 'relativ wahr' oder 'bisher bewährt' genutzt und temporär gespeichert werden können.
Innovativ zu simulieren sind kognitiv erfasste, begriffliche Beziehungen als bedingte Relationen in 'bedingten' logischen Verknüpfungen, entsprechend situationsbedingt modifizierten 'kognitiv-logischen' Symbolverknüpfungen für funktionelle Darstellungsformen in bedingter Zuordnung (def. als lernfähiger Zuordnungskomplex). [1] - [5]
Aufgezeigt wurde die technische Modellierung von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen für ausbildbares Erfahrungswissen in lernfähigen Inferenzsystemen (meine Computersimulationen) mit 'bedingten' Logik-Funktionen, die implementierbar sind unter den Grundbedingungen mindestens einer strukturellen Lerndisposition und vorausgesetztem Basis-Wissen, - im Unterschied zu klassischer Logik und konnektionistischen KI-Modellen. [2] [3]

In folgenden Abschnitten zusammengestellte Kurzfassungen von Grunderkenntnissen (def. als Logos-Relationen) beziehen sich auf kognitionswissenschaftliche Aspekte und wenig erforschte Gedächtnisprinzipien. Analysiert wird das Simulationsproblem einer formalen Objektivierung 'ausbildbarer' Begriffsstrukturen für dynamische Wissensdarstellungen in lernfähigen Gedächtnissystemen. Zur Simulation des situationsbedingten Kenntniserwerbs durch strukturelles Lernen wird eine Konnexanalyse bestimmt mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus für bedingte Relationen (def. erworbene Kenntnisse), die in Form konditionierter Assoziationen ausbildbar sind (siehe 1.). - Grundsätzliche Bedeutung hat das definierte Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit für empirische Aussagen (Voraussagen, Urteile) und Theorien (Vermutungen), die auf erfahrungsbedingten Implikationen basieren. Deshalb kann für 'kognitiv verallgemeinerte' (induktiv angenommene) Regeln nur eine 'bisherige Bewährung' erreicht werden, weil unvorhersehbare Ausnahmen möglich sind (philosophisches Induktionsproblem, siehe 2.). - Definitiv aufgezeigt wurden Begriffsdeutungen bezüglich fundamentaler Strukturelemente von lernfähigen Gedächtnissystemen und eine kommentierte Übersichtstabelle zu objektivierbaren Denkprodukten (siehe 3.). - Angefügt ist eine geordnete Sammlung vieler Logos-Relationen als aphoristische Denkanstöße zu verallgemeinerten Seinserfahrungen (meine Reflexionen, siehe 4.).


1. Begriffliche Beziehungen - Erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen


Die natürlich bewegte Materie, ihr ständiges Werden (nach Aristoteles: Entstehung/Vergehen und Veränderung) im Mikro- und Makrokosmos, bedeutet eine prinzipielle Ausgangsbasis der sehr spezifischen Bedingungen für das vielfältige Leben auf der Erde, dessen existenzielle Besonderheit im Kosmos mit Erstaunen beobachtbar ist und als bisher unerklärlich beurteilt wird.

Eine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen gelang den bis heute "überlebenden" Organismen-Arten, die ihren Fortbestand durch "evolutionäres Lernen" ermöglichten, d. h. durch versuchsweise Variation und natürliche Selektion der anpassungsfähigen Arten (in sehr großen Zeiträumen).
Die relativ junge Wirbeltierart "Homo sapiens" (einsichtiger Mensch) lebt seit ca. 150 000 Jahren auf der Erde, die im Sonnensystem der Galaxie "Milchstraße" vor ca. 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist. Der Mensch hat ein hoch entwickeltes, relativ großes 'Steinzeitgehirn' (bis heute anatomisch unverändert) und überlebte alle menschenähnlichen Arten, auch den intelligenten, vermutlich sprachbegabten Neandertaler (Homo neanderthalensis, lebte bis vor ca. 30 000 Jahren). [13]
Vermutlich vor ca. 50 000 Jahren erfolgte der evolutionäre Durchbruch (vgl. Emergenz) des menschlichen Sprachvermögens zum 'wissentlichen' (bewussten) Ausdrücken von eigenen Begriffen und Gedanken (mitteilbare Aussagen, auch künstlerische Darstellungen) zwecks evolutionär vorteilhafter Kommunikation und sozialer Partnerschaft.

Der intelligente Mensch, aufgefasst als ein kognitives System des Tierreichs, (er-)kennt viele analytisch bestimmte Eigenschaften und Beziehungen von wahrgenommenen Gegenständen und Erscheinungen, die er aufgrund seiner merkmalsspezifischen Kenntnisse unterscheidet. Durch Vergleich mit bekannten Merkmalen und Relationen kann er selektierte Phänomene begrifflich klassifizieren, (wieder-)erkennen, beurteilen, bewerten und über vorteilhafte (Re-)Aktionen entscheiden, - entsprechend seinen individuellen Deutungen von Situationen für "intelligentes" Verhalten. Dabei haben seine erinnerten Vorstellungen kenntnisspezifischen Einfluss auf eigene empirische (Vor-)Aussagen und Urteile, die mit Begriffssymbolen formal ausdrückbar sind, meist als mitteilbare Sätze (vgl. erlernbare Sprachen für objektivierte Funktionen und Argumente).

Der "rational" denkende Mensch besitzt Erkenntnisvermögen (Verstand) zur eigenen Deutung von ausschnittsweise wahrnehmbaren Außenwelterscheinungen (seiner Anschauungswelt) und kann damit wissenschaftlich-technische Kompetenz entwickeln, um mittels Werkzeugen künstliche Produkte herzustellen, die zur Verbesserung seiner sozialen Verhältnisse beitragen.

Die Kultur der modernen Konsumgesellschaft mit ihren vielen Annehmlichkeiten aber auch Risiken, z. B durch Folgen der Automatisierung und Informationsflut mittels Computern, entfernt sich immer mehr von der steinzeitlichen Lebensweise, für die 'evolutionär-angepasste' genetische Anlagen des Menschen bestimmt sind. Daraus resultiert eine zunehmende Anfälligkeit des menschlichen Körpers für kulturbedingte Erkrankungen, - verbunden mit explodierenden Kosten der Krankheitssysteme in den Industriestaaten.
Die Kulturgeschichte der Menschheit wurde bestimmt von Religionen und Ideologien zur demagogischen Begründung von vorteilsorientierten Machtkämpfen und Eroberungskriegen. -
Heute steht die "zivilisierte" Menschheit vor großen zu lösenden Problemen hinsichtlich erkennbarer Gefahren für die Zukunft menschlicher Existenz. Besonders problemtisch auf militärischem Gebiet sind die internationale Rüstungsbegrenzung und die schwierige Kontrolle der vielen Massenvernichtungswaffen, - angesichts zunehmender Automatisierung der Kriegstechnik (z. B. ferngesteuerte Überwachungs- und Kampfroboter) und des globalen Terrorismus.
Das existenzielle Dilemma wird verstärkt durch weltwirtschaftliche Probleme und Krisen, besonders in Folge von globalem Profitstreben und ungebremstem Bevölkerungswachstum. Bedrohliche soziale Auswirkungen haben: verstärkter Ressourcenabbau, Umweltschädigung, Klimawandel, Naturkatastrophen, Wassermangel, Staatsverschuldung, Urbanisierung (Mega-Citys), Arbeitslosigkeit, Verelendung, Seuchen, Kriminalität und Bildungsdefizite.

Ein (nach-)denkender Mensch nutzt sein 'bisher bewährtes' Wissen für empirische Urteile und situationsangepasste Entscheidungen, die erforderlich sind für "problemlösendes" intelligentes Handeln zwecks Selbsterhaltung und Bedürfnisbefriedigung. Um erfolgreich handeln zu können, benötigt er profunde Kenntnisse, die ihm die Einsicht in wirkliche Zusammenhänge gewähren.
Ein 'aufmerksamer' Mensch kann wahrgenommene Beobachtungen, ermittelte Daten und theoretische Meinungen (vgl. Informationsflut im Internet) unter Zuhilfenahme seiner Kenntnisse selektiv verstehen und kritisch auswerten. Seine individuelle Auswähl relevanter Nachrichten entspricht den für ihn 'wichtigen' Aussagen (d. h. Informationsreduktion gemäß eigenen Interessen). Diese werden von ihm 'interpretativ' beurteilt und 'subjektiv' bewertet.
Die verbundenen Denkformen der 'analytischen Erkennung' und 'synthetischen Deutung' werden deklarativ bestimmt durch gedankliche Selektion bzw. Integration. Bei einer 'kognitiven' Analyse erkennbarer Problemsituationen können neue Erkenntnisse (def. begriffliche Beziehungen) gewonnen werden. Ihre "integrative" Nutzung ermöglicht eine 'kombinierende' Synthese von Gedanken entsprechend konstruktiven Konzepten, die nutzbar sind für Problemlösungen und neue Denkprodukte (siehe 2. und 3.).

Mit konstruktiven Reflexionen 'abduktiv' auffindbar sind vorteilhafte Problemlösungen zwecks Selbsterhaltung und möglicherweise zur Verbesserung der 'subjektiven Lage' im jeweiligen Handlungsspielraum (vgl. Antizipation, Prädiktion).
Erfinderisch erdacht werden 'konstruktive Konzepte' als neue Entwürfe (vgl. Konzeptionen) aufgrund gewonnener Erkenntnisse, die explizit beschreibbar sind mit "innovativen" Symbolverknüpfungen für Aussagen entsprechend den 'konzeptuellen' Darstellungen von neu gebildeten Begriffsstrukturen (siehe 2.).

Der "wissentlich forschende" Mensch strebt nach logisch begründbarer Erkenntnis und wissenschaftlicher Wahrheitsfindung (Wissensdrang), in dem er kritisch nachdenkt über erfahrene Wirkbeziehungen und kausale Sinn-Zusammenhänge, wobei er sich "Warum?"- und "Was wäre wenn?"-Fragen stellen kann. Sein selbstreflexives Denken (Nachdenken), funktionell getrennt von aktuellen Wahrnehmungen, betrifft nicht nur pragmatische Gedankengänge, sondern auch theoretische Überlegungen aufgrund von begrifflichen Modellvorstellungen (vgl. Theorie oder Fiktion).

Der wissenschaftliche (systematische) Wissenserwerb betrifft 'fundamentale' Kenntnisse von wirklichen Zusammenhängen (aufgefasst als Grunderkenntnisse). Die kognitive Erfassung 'allgemeiner' Beziehungen zwischen speziellen Fakten (als 'wesentliche' Relationen von Sachverhalten) gelingt aber nur schrittweise mit notwendigen Korrekturen und ohne die absolute Wahrheit über die Welt zu erfahren (siehe 2.)

Eine Erkennung und Deutung natürlicher Sachverhalte ist möglich mit begrifflich bestimmten Schemata bzw. symbolisch-abstrakten Modellvorstellungen für empirisch prüfbare (Vor-)Aussagen, die erst nach praktischer Bewährung als "relativ wahr" gelten können. Das bedeutet eine Ungewissheit angenommener Regelmäßigkeiten für theoretisch definierte 'Naturgesetze'. [7]

Bei der wissenschaftlichen Erforschung von Teilkomplexen der natürlichen Welt wird davon ausgegangen, dass eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt real existiert (vgl. "objektive Realität" des philosophischen Außenweltrealismus).

Unsere wissenschaftlich erforschbare Welt kann naturalistisch aufgefasst werden als 'wirkliches' mehrdimensionales Netzwerk mit komplexer Struktur. Wirklich vorhandene Strukturelemente und ihre Beziehungen (Zusammenhänge, Sachverhalte) kann der denkende Mensch gemäß seinem Wissensstand 'analytisch' untersuchen, 'kognitiv' erfassen und 'subjektiv' interpretieren. Dabei lassen sich in Beziehung stehende Gegenstände begrifflich unterscheiden, (wieder-)erkennen und modellhaft beschreiben. Mit begrifflichen (symbolisch-abstrakten) Merkmalen von wahrnehmbaren Objekten oder Ereignissen können funktionale Relationen (Assoziationen, Zuordnungen) sprachlich ausgedrückt werden.

Das evolutionär vorbestimmte Erkenntnisvermögen des Menschen basiert auf seiner lernfähigen Gehirnstruktur, die befähigt ist zu kognitiven Leistungen für intelligentes Verhalten durch situationsbedingten Kenntniserwerb. Das menschliche Gedächtnissystem für ausbildbares Wissen entspricht einem 'lernfähigen' komplexen Netzwerk kausal wechselwirkender Funktionseinheiten, bestehend aus elementaren, plastisch verknüpften Neuronen (Nervenzellen). Ihre situationsabhängigen Aktivitäten bewirken chemoelektrische Beeinflussungen für funktionale Zuordnungen (mentale Assoziationen) von systeminternen Darstellungsformen (Muster) analog Begriffssymbolen in kognitv-logischen Verknüpfungen (vgl. Bild 'Assoziationen', s. u.)

Eine teilweise Erforschung der Welt gelingt dem wissbegierigen Menschen während seiner kurzzeitigen Existenz mit modellhaften Beschreibungen und theoretischen Erklärungen von deutbaren Phänomenen gemäß seinem bescheidenen Wissensstand. Dabei hat er physikalische Größen definiert, die messbar sind durch Vergleich mit festgelegten Maßstäben. Ihre Berechnung wird ermöglicht mit Algorithmen und mathematisch formulierbaren Regeln, die als gesetzmäßig unter bestimmten Rahmenbedingungen angenommen werden. Mit 'bisher bewährten' Theorien können empirische Voraussagen regelgestützt berechnet oder logisch geschlussfolgert werden. Diese sind praktisch überprüfbar und vorteilhaft nutzbar. Dabei fehlt aber die Gewissheit für eine zukünftige Bewährung der angewendeten Theorie (vgl. 2.). [7]

Angestrebt wird ein möglichst realistisches Weltbild durch naturwissenschaftliche Erforschung von untersuchbaren Sachverhalten zwecks Erklärung der vielfältigen Seinserfahrungen des Menschen und der Beantwortung von Fragen zu seiner Stellung im Kosmos.
Das vom Menschen mehrmals umdefinierte Weltbild entspricht dem jeweiligen Wissensstand. Seine systematische Verbesserung (Korrektur, Präzisierung) führt zu Kritiken am Menschenbild des bisherigen Selbstverständnisses.
Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes. [16]

Wissbegierige Menschen streben nach Einsicht durch Erkenntnis und stellen sich grundsätzliche Fragen gemäß ihrer modellhaften Weltbilder. Zu beantworten sind philosophische Fragen bei der Warheitssuche. Eine wissenschaftliche Wahrheitsfindung gelingt durch systematische Erforschung wirklicher Sachverhalte hinsichtlich erkennbarer Grundprinzipien (Ursprünge, Regeln).

Die Wissenschaft ermöglicht im Unterschied zur Religion eine relative Wahrheitsfindung durch systematische Prüfung theoretischer Argumente zur Begründung von Behauptungen (d. h. Urteilsäußerungen mit Wahrheitsanspruch) aufgrund gewonnener Erkenntnisse von natürlichen Zusammenhängen (d. h. kognitiv erfasster Beziehungen).
Die zunehmende Gewinnung von Fachwissen spezialisierter Forschungsdisziplinen erfordert auch verstärkte interdisziplinäre Forschungen zwecks wissenschaftlicher Integration spezieller Erkenntnisse auf vielen Wissensgebieten (vgl. Ziel der einheitlichen Ordnung von Wissen).

Albert Einstein schrieb: "Wissenschaft ist der Versuch, der chaotischen Mannigfaltigkeit der Sinneserlebnisse ein logisch einheitliches gedankliches System zuzuordnen. In diesem System sollen die einzelnen Erlebnisse derart ihr gedanklich-theoretisches Korrelat finden, dass die Zuordnung eindeutig und überzeugend erscheint.
Sinnen-Erlebnisse finden wir vor. Sie sind das unverrückbar Gegebene. Das Gedankliche aber, was uns zu dessen Erfassung dient, ist Menschenwerk, Ergebnis eines äußerst mühevollen Anpassungsprozesses, hypothetisch, niemals völlig gesichert, stets gefährdet und in Frage gestellt." [AEA 1-135, S. 1] (Das Fundament der Physik, 1940) [10]
"Die Wissenschaft sucht Beziehungen aufzufinden, die als unabhängig vom forschenden Menschen existierend gedacht werden. Dies schließt nicht aus, dass der Mensch selbst Gegenstand jener Beziehungen sein mag oder (in der Mathematik), dass von uns geschaffene Begriffe, die keinen Anspruch auf Beziehungen zu einer "Außenwelt" machen, Gegenstand wissenschaftlicher Aussagen sein können. Wissenschaftliche Aussagen und Gesetze sind von solchem Charakter, dass wir sie als wahr oder falsch, als zutreffend oder nicht zutreffend bezeichnen können; unsere Reaktion ist - grob gesprochen - "Ja" oder "Nein". " [AEA 1-160, S. 1] (Vorwort zu Philipp Frank, 'Relativity - A Richer Truth', 1949) [10]
"Dass die Gesamtheit der Sinnen-Erlebnisse so beschaffen ist, dass sie durch das Denken (Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen) geordnet werden können, ist eine Tatsache, über die wir nur staunen, die wir aber niemals werden begreifen können. Man kann sagen: Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit. Dass die Setzung einer realen Außenwelt ohne jene Begreiflichkeit sinnlos wäre, ist eine der großen Erkenntnisse Immanuel Kants.
Wenn hier von Begreiflichkeit die Rede ist, so ist dieser Ausdruck hier zunächst in seiner bescheidensten Bedeutung gemeint. Er bedeutet: durch Schaffung allgemeiner Begriffe und Beziehungen zwischen diesen Begriffen untereinander sowie durch irgendwie festgelegte Beziehungen zwischen Begriffen und Sinnen-Erlebnissen zwischen letzteren irgendeine Ordnung herstellen. In diesem Sinne ist die Welt unserer Sinnen-Erlebnisse begreifbar, und dass sie es ist, ist ein Wunder." [AEA 122-858, S. 2] (Physik und Realität, 1935) [10]
"Ziel der Wissenschaft ist einerseits die möglichst vollständige begriffliche Erfassung und Verknüpfung der Sinneserlebnisse in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit, zweitens aber die Erreichung dieses Ziels unter Verwendung eines Minimums von primären Begriffen und Relationen." [AEA 122-858, S. 4] (1935) [10]
"Die wissenschaftliche Begriffsbildung und Methodik unterscheidet sich von der des Alltags lediglich durch größere Schärfe der Begriffe und Schlüsse, durch sorgfältigere und systematischere Auswahl des Erfahrungsmaterials sowie durch Sparsamkeit im logischen Sinne. Hierunter sei das Bestreben verstanden, alle Begriffe und Relationen auf möglichst wenige logisch voneinander unabhängige zurückzuführen (Grundbegriffe und Axiome)." [AEA, 1-135, S. 1] (Das Fundament der Physik, 1940) [10]

Begriffe (als Denkprodukte) entsprechen verallgemeinerten Kategorien für abstrahierte Besonderheiten (jeweils aufgefasst als Abstraktes im Allgemeinen), z. B. für beobachtete Phänomene oder erfasste Zusammenhänge, die formal darstellbar sind mit zugeordneten Begriffssymbolen und 'kennzeichnenden' Merkmalskonjunktionen (vgl. 3.).

Wissenschaftliches Denken versucht erfassbare Zusammenhänge der Erlebniswelt durch kritisches Fragen aufzuklären, um sie mit Symbolen für begriffliche Beziehungen zu beschreiben und systematisiert zu erklären.
Wissenschaftlich untersuchbar sind konkrete Objekte (natürliche oder künstliche Gegenstände), auch Strukturen oder Geschehnisse (Ereignisse, Funktionen, Vorgänge oder Verhalten), die als Wahrnehmungen (von beobachteten Vorkommnissen) erfahrungsgemäß erkennbar sind. Dabei können entsprechende begriffliche Abstraktionen im Gehirn 'assoziativ vorgestellt' werden und 'funktionell bestimmend' sein für mentale Reflexionen (Überlegungen, Gedankengänge).

Aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen können neue Denkmodelle mit systematisch definierten Konzeptformen (def. Begriffsstrukturen) zur Bestimmung funktioneller Symbolzuordnungen gemäß induktiv angenommenen Regelmäßigkeiten (def. Regeln) logisch nutzbar gemacht werden. Dazu erforderlich ist die Berücksichtigung von grundsätzlichen Bedingungen (z. B. Wirkprinzipien) der Realität und außerdem von abschätzbaren Wahrscheinlichkeiten möglicher Änderungen von Prämissen oder Ausnahmen von Regeln (vgl. ungewisse Randbedingungen für definierte Naturgesetze).

Für beobachtete Regelmäßigkeiten von Umweltbedingungen können prinzipielle Zusammenhänge mit kognitiv erfassten, begrifflichen Beziehungen symbolisch-abstrakt beschrieben und verständlich mitgeteilt werden, wozu möglichst anschauliche Darstellungsformen mit Begriffssymbolen dienen (z. B. Zeichen, Wörter oder Sätze, auch Bilder als Metaphern für Analogien, - außerdem Muster und Formeln der mathematischen Objektivierung).

Induktiv erlerntes Wissen beruht auf verallgemeinerten Erfahrungen, bestimmt durch situationsbedingt erfasste Beziehungen, d. h. bedingte Relationen als erworbene Kenntnisse, die sich praktisch bewähren müssen, damit sie konsolidiert werden können (sonst: Vergessen oder Umlernen zwecks Anpassung an Umweltänderungen).

Beim situationsbedingten Kenntniserwerb durch Konnexanalyse nach dem Prinzip der Vereinbarkeit von 'Aufeinanderbeziehbarem' (detektierte Koinzidenzereignisse) wird eine kognitiv erfasste Beziehung als induktiv erworbene Kenntnis im Gedächtnissystem "strukturell erlernt". [1] Dadurch können wiederholt bestätigte Erfahrungen zu verlässlichen Erinnerungen konsolidiert werden. Ihre situationsabhängige Nutzung ermöglicht empirische Voraussagen, d. h. "aus Erfahrung" mit Wahrnehmungen assoziierte Erwartungen (bei der Afferenzsynthese) oder vermutete Konsequenzen entscheidbarer Handlungen (Efferenzentwürfe für antizipative Erwägungen). [2] [3]

Die »kognitive Erfassung« mindestens einer begrifflichen Beziehung, aufgefasst als erworbene Kenntnis von einem erfassten Zusammenhang, ist erklärbar als ein "verallgemeinerndes Begreifen" mindestens einer (beobachteten oder vermuteten) Beziehung zwischen Objekt- oder Situationseigenschaften. Induktiv (verallgemeinernd) erfasste Kausalitätsbeziehungen und/oder Zuordnungen (Entsprechungen) werden bestimmt als Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen. Diese entsprechen bedingten Relationen in ausgebildeten Begriffsstrukturen, die formal darstellbar sind mit verknüpften Relationen und Begriffssymbolen (Invarianten). [1] - [4]

Neu erfasste 'begriffliche' Beziehungen können als erworbene Kenntnisse von (durch Verallgemeinerung) angenommenen Regelmäßigkeiten zu gewonnenen Erkenntnissen werden, wenn sie hinreichend begründbar sind. (Er-)Kenntnisse als "gesetzmäßig" erfasste Kausalitätsbeziehungen bestimmen empirische Urteile und "intelligente" Entscheidungen. Assoziativ nutzbare Kenntnisse ermöglichen im empirischen Kontext erinnerbare Voraussagen und Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "konstruktive" Problemlösungen.
Eine kognitiv erfasste Beziehung zwischen abstrakten Begriffen führt möglicherweise zu einem Fehlurteil, wenn der verallgemeinert angenommene Sinn-Zusammenhang zwar empirischen Einzelbeobachtungen entspricht, aber nicht adäquat zur veränderlichen Realität ist (vgl. menschliche Einfalt versus natürliche Vielfalt).

Beim induktiven Lernen durch Kenntniserwerb (einer lernfähigen Gedächtnisstruktur) werden "modifizierte" oder "neu definierte" Begriffsstrukturen situationsbedingt ausgebildet durch 'synthetische Verallgemeinerung' (generalisierende Integration) und/oder 'analytische Abstraktion' (begriffliche Selektion) von bedingt verknüpften Begriffssymbolen, die mit relationalen Ausdrücken formal darstellbar sind (vgl. 2., Logos-Relationen und Kognitive Logik). [1] [4]
Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "erlernt" und "behält" (d. h. speichert lang- oder kurzzeitig) kognitiv erfasste Beziehungen als seine situationsbedingt erworbenen Kenntnisse (def. als bedingte Relationen) von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (Beobachtungen der objektiven Realität) oder von "erdachten" begrifflichen Beziehungen für theoretische oder fiktive Vorstellungen (symbolisch-abstrakte Reflexionen über Erinnerungen, Antizipationen).
Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen individuellem Erfahrungswissen als konstruktive Voraussetzung für "aus Erfahrung" assoziierbare Voraussagen (Erwartungen) und empirische Urteile, besonders zur "optimierenden" Bestimmung von Entscheidungen für "intelligente" (problemlösende) Aktionen. [2] [3]

Eine dynamische Wissensdarstellung durch lerntypische Ausbildung (Erweiterung oder Umgestaltung) von Erfahrungswissen einer "kognitiv" veränderlichen Gedächtnisstruktur kann deklarativ ausgedrückt (beschrieben und erklärt) werden mit definierten Aussagesätzen (z. B. logischen Implikationen) für bedingte Relationen. Dabei sind hypothetisch nutzbare (Er-)Kenntnisse empirisch zu überprüfen, ob sie praktisch bestätigt werden oder ob sie falsifiziert werden müssen (vgl. Korrektur beim Umlernen [2], vgl. 2.)

Die Erforschung von Neuem (Untersuchung von Unbekanntem) gelingt als ein "vertiefendes" Kennenlernen durch sukzessiven Kenntniserwerb einer lernfähigen Gedächtnisstruktur mit vorausgesetztem Wissen (Vorwissen), dessen kognitive Erweiterung (Ausbildung) ein "einsichtiges" Verstehen im passenden Begriffszusammenhang (Kontext) ermöglicht.

»Verstehen lernen« heißt "kognitive" Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt (Erkenntnisprozess).
Praktische oder theoretische Einsicht (vgl. Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen.
Objektivierbare begriffliche Beziehungen des deklarativen Wissens sind als verständlich ausdrückbare Kenntnisse formal-sprachlich darstellbar und dadurch interaktiv mitteilbar (vgl. 2.).

Eine Erkenntnis beim 'Lernen durch Einsicht' unterstützt eine zielorientierte Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung aufgrund von (Modell-)Vorstellungen oder Erwartungen (Erinnerungen). Erzielbare Problemlösungen sind beispielsweise: das "einsichtige" Auffinden einer innovativen Mittel-Zweck-Relation (als Erfindung) oder einer prinzipiellen Antwort auf eine "Warum?"-Frage zur Erklärung von wirklichen Geschehnissen.
Theoretische Überlegungen bei reflexiver Problemanalyse können gefördert werden mit konstruktiven "Was wäre, wenn..."-Fragen hinsichtlich neuer begrifflicher Kombinationen und Verknüpfungen als "kreative" Vorstellungen ("intuitive" Imagination, Fantasie).

Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen erworbenen Kenntnissen (Wissenszuwachs) für kognitive Leistungen (z. B. Voraussagen), die zunächst nur hypothetisch als "adäquat" gelten, bezogen auf natürliche Beziehungen einer objektiven Realität. Ihr angenommener Wahrheitsgehalt (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, z. B. durch praktische Tests oder wissenschaftliche Experimente (Theorie ohne Gewissheit). [7]

Ein "intelligenter" Organismus kann beobachtete Regelmäßigkeiten seiner Umwelt als gesetzmäßig annehmen und damit hypothetische, mehr oder weniger adäquate Modelle bilden (vgl. wissenschaftliche Theorien), mit deren Hilfe er Außenweltbedingungen erklären und voraussagen kann. Die damit verbundene Möglichkeit sich an Umweltverhältnisse anzupassen ist ein Selektionsvorteil bei der Evolution.

Die 'kognitiv-logische' Modellbildung eines lernfähigen Gedächtnissystems wird bestimmt durch "kreativ" entworfene symbolische Konstruktionen (z. B. Konzepte für Theorien und Modelle). Diese formal beschreibbaren Abstraktionen (als begriffliche Konstrukte) basieren auf 'empirischen' Beobachtungen oder 'rationaler' Einsicht in Sinnzusammenhänge (d. h. Erfassung von Beziehungen) der objektiven Realität.
Konstruktive Modelle (vorgegebene und ausgebildete Begriffsstrukturen) eines kognitiven Systems bestimmen seine individuellen Vorstellungen (subjektive Anschauungen oder objektivierbare Hypothesen), die als erinnerte Annahmen situationsabhängig nutzbar sind (z. B. versuchsweise), um das individuelle Verhalten "intelligent" steuern zu können. Praktisch erprobte Modelle oder Theorien (z. B. technisch implementiert) gelten für bisher festgestellte Gesetzmäßigkeiten nur solange wie diese Bestand haben, d. h. solange nicht neue Erkenntnisse (bedingte Relationen für neu erfasste Zusammenhänge) aufgrund entdeckter neuer oder geänderter Bedingungen ein 'intelligentes Umlernen' durch "adaptive" kognitiv-logische Modellbildung erforderlich machen (konstruktive Kritik, Falsifizierung oder Korrektur). [2] [7]

Sprachlich äußerbare Kenntnisse des "bewusst" zugänglichen deklarativen Wissens können formal ausgedrückt werden als Aussagen zur Beschreibung von erfassten Zusammenhängen, z. B. mit vereinbarten Begriffssymbolen und Relationen in logischen Verknüpfungen (für Darstellungsformen, vgl. 2. und 3.).

Bei der Wahrnehmung von Unbekanntem wird versucht, dieses mit ähnlichem Bekannten zu vergleichen, d. h. Analogien zu finden, um das unbekannte Neue mit eigenen Kenntnissen "aus Erfahrung" zu beurteilen. Wenn zum Verstehen neuer Situationen keine passenden Begriffe oder Vorstellungen nutzbar sind, fällt es Menschen sehr schwer, über den sinnlich erfahrbaren Tat-Folge-Zusammenhang hinaus zu denken.

»Von etwas Kenntnis haben« bedeutet darüber informiert sein und heißt: davon 'wissen' oder es 'erfahren' haben.

Eine »Kenntnis« wird bestimmt als ein 'relationales Wissenselement' und entspricht »Wissen« - einem Modus des Führwahrhaltens (bei Kant), wobei ein Wahrheitsanspruch mehr oder weniger begründet ist (vgl. Wissen, Meinung oder Glaube).


Nutzbare Kenntnisse des Erfahrungswissens entsprechen abstrakten Begriffsstrukturen für kognitive Schemata, mit denen handlungsorientierte Interpretationen ermöglicht werden.
Erinnerbare Vorstellungen sind begrifflich zugeordnet zu Konjunktionen von Merkmalen der (wieder-)erkennbaren Objekte oder Situationen.

Beim interpretativen Erkennen (als "deutende" Identifikation) von Objekten resultieren Sinneswahrnehmungen aus dem Vergleich mit bekannten 'schematischen' Merkmalskonjunktionen für mindestens einen Begriff (zur Klassifizierung, Kategorisierung). Dieser entspricht einer Abstraktion von unterschiedlichen konkreten Objekten aufgrund von vergleichbaren Merkmalsbeziehungen zu einem 'verknüpfenden' Konzept als begrifflichem Konstrukt (vgl. Bild für die Illusion 'Necker-Würfel' mit zwei Deutungsvarianten).


»Von etwas Kenntnis erlangen« (von ihm erfahren) heißt auch "kennen lernen" (des untersuchten Gegenstands) im Erkenntnisprozess gleichbedeutend mit "Kenntniserwerb" durch "kognitives" Erfassen (Begreifen) mindestens einer begrifflichen Beziehung (auch Merkmalsbeziehung), die als situationsbedingt erworbene Kenntnis "strukturell" erlernt und gespeichert wird (als bedingte Relation) in einer 'lernfähigen Gedächtnisstruktur' für ausbildbares Wissen.

»Kenntniserwerb« eines lernfähigen Gedächtnissystems ist ein kognitiver (Grund-)Prozess mit dem Resultat der 'erworbenen Kenntnis', - gleichbedeutend mit Erkenntnis, - die als erfasste begriffliche Beziehung des 'kognitiv' erweiterten Wissens für (Vor-)Aussagen nutzbar ist. Eine erworbene Kenntnis kann als angenommenes Wissenselement "im Gedächtnis" behalten (temporär gespeichert), gefestigt (empirisch bestätigt, konsolidiert) oder entfernt (vergessen, verlernt) werden.

Ein situationsbedingter Kenntniserwerb entspricht einer "kognitiven" Erweiterung oder Modifikation der Wissensstruktur (Ausbildung von Erfahrungswissen) durch funktionelle Einbeziehung von mindestens einer "erworbenen" empirischen oder theoretischen Kenntnis (Erkenntnis).

Der 'funktionsverändernde' Kenntniserwerb im lernenden Gedächtnissystem wird bestimmt als kognitver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, d. h. der funktionellen Veränderung seiner 'lernfähigen' Gedächtnisstruktur aufgrund einer (erfahrungs-)bedingten Strukturänderung (vgl. Wissensausbildung mit bedingten Relationen). [1]
Gelernt werden 'verhaltensändernde' Funktionen eines kognitiven Systems, die erklärbar sind durch systeminterne 'selbstorganisierende Strukturierungen', gestützt auf neuro- und kognitionswissenschaftliche sowie verhaltensphysiologische Forschungsergebnisse. [6] [7]
Strukturelles Lernen in neuronalen Funktionskomplexen basiert auf 'plastischen' synaptischen Verbindungen zwischen Nervenzellen. Damit können beim Lernen 'konditionierte Assoziationen' vernetzter Neuronen situationsbedingt aufgebaut (erlernt), bekräftigt (konsolidiert) oder abgebaut (vergessen) werden. [1]

Das Lernvermögen eines kognitives Systems, d. h. seine funktionelle (und strukturelle) Modifizierbarkeit durch eigenen situationsbedingten Kenntniserwerb, entspricht seiner »strukturellen Lerndisposition«. Die veranlagte Lerndisposition bestimmt Art und Umfang des individuellen Ausbildungsvermögens für erlernbares Erfahrungswissen durch (ontogenetische oder epigenetische) Erweiterung oder Umbildung von (philogenetisch oder genetisch) vorbestimmtem Basis-Wissen bzw. Vorwissen des lernenden Gedächtnissystems.
Eine strukturelle Lerndisposition als genetische Veranlagung (Begabung, Talent) spezifiziert den konzeptionellen Rahmen für die strukturelle Modifizierbarkeit und Vernetzbarkeit von 'lernfähigen' Funktionskomplexen des kognitiven Systems. [6]
Die strukturelle Lerndisposition ist formal definierbar als konzeptionelle Vorgabe (Anlage) von situationsabhängig konditionierbaren Assoziationen für mögliche kenntnisspezifische Repräsentationen als bedingte Relationen in Form von variabel ausbildbaren Verknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1]
Potenziell veranlagte "konditionierbare Assoziationen" einer strukturellen Lerndisposition im Gehirn entsprechen den "ausbildbaren" funktionellen Wirkverbindungen zwischen Verknüpfungseinheiten, d. h. den plastischen oder epigenetisch bildbaren synaptischen Verbindungen zwischen Neuronen (Verknüpfungsprozessoren mit vielen Inputs und einem Output).
Im Rahmen der strukturellen Lerndisposition können angenommene Kenntnisse von erfassbaren Zusammenhängen als bedingte Relationen in Form "gebahnter" Synapsen (Kontaktstellen) zwischen Neuronen "erlernt" werden. Vorausgesetzt wird eine Konnexanalyse für jede prä- und postsynaptische Signal-Koinzidenz nach dem Prinzip der Vereinbarkeit (s. u.). [1]
Durch situationsbedingte Signal-Koinzidenz "erlernte" synaptische Verknüpfungen in plastischen Neuronen-Netzwerken konnten in vielen Lernexperimenten (besonders an Tieren) neurowissenschaftlich untersucht und funktionell nachgewiesen werden. [6]

Die "induktive" Feststellung eines begrifflich verallgemeinerbaren Zusammenhangs zweier Gegenstände oder Ereignisse, welche als zusammentreffend in zeitlicher Nachbarschaft (Kontiguität) beobachtet wurden, erfordert ein hinreichend zu erfüllendes Kriterium der Konnexanalyse, - bestimmbar als Koinzidenzbedingung eines induktiven Lernmechanismus. [1]

»Lernende Gedächtnisstrukturen« repräsentieren "kognitiv erfasste" Beziehungen zwischen (singulären oder generellen) Begriffen eines "denkenden" Gehirns. Die situationsbedingt ausgebildeten begrifflichen Beziehungen entsprechen erworbenen Kenntnissen von verallgemeinert angenommenen Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.
Eine durch Untersuchung 'induktiv' erfasste Beziehung ist dann für das Verständnis eines begrifflichen Aspekts wesentlich, wenn sie einem festgestellten Zusammenhang entspricht.

Systematisch erfasste prinzipielle Beziehungen entsprechen fundamentalen Erkenntnissen von 'kennengelernten' Zusammenhängen untersuchter (natürlicher, mathematischer oder fiktiver) Sachverhalte. Diese sind theoretisch beschreibbar (objektiviert mitteilbar) gemäß einer symbolisch-konstruktiven Modellbildung. Ihre aspektorientierte 'konzeptionelle' Nutzung ermöglicht den "kreativen" Entwurf von neuen Konzepten begrifflicher Strukturen, die besonders notwendig sind zur Gestaltung und Herstellung künstlicher Produkte (Artefakte, Kulturgüter) von Wissenschaft, Technik und Kunst.

Gewonnene Erkenntnisse können als erworbene Kenntnisse objektiviert und formal dargestellt werden, besonders vorteilhaft zur interaktiven Nutzung in Form von sprachlichen Beschreibungen und Erklärungen von Sachverhalten (vgl. Logos-Relationen unter 2.).

»Erworbene Kenntnisse« sind "erlernte" Wissenselemente im Gedächtnissystem (für ausbildbares Wissen) und entsprechen begrifflichen Beziehungen von "erfassten" Zusammenhängen.

Erworbene Kenntnisse werden bestimmt als erfahrungsgemäß oder theoretisch erfasste Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen (def. als bedingte Relationen), die verallgemeinert nutzbar sind, z. B. zur funktionellen Beeinflussung von empirischen Urteilen oder Entscheidungen für "intelligente" Aktionen (Lernverhalten).
Kognitionsleistungen für Lernen werden begründet mit situationsbedingt (induktiv) erworbenen Kenntnissen, d. h. mit durch Verallgemeinerung von Erfahrungen (z. B. festgestellten Koinzidenz-Ereignissen) erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können. Erworbene Kenntnisse sind (mit-)bestimmend für empirische Urteile, Vorurteile, Erwartungen, Voraussagen oder Vorstellungen.
Erworbene Kenntnisse müssen sich bei ihrer Nutzung bewähren (Konsolidierung), damit sie "im Gedächtnis behalten" bleiben. Anderenfalls werden sie durch erfahrungsgemäße Kritik korrigiert oder vergessen (Falsifizierung). Beim Umlernen durch Kennenlernen eines neuen Zusammenhangs (antivalente Relationen) wird mit der neu erworbenen Kenntnis (als neue Alternative) eine bisher genutzte Kenntnis falsifiziert und durch die neue Kenntnis ersetzt (d. h. antivalente Nutzung der 'neu erlernten' bedingten Relation) [2]

Verknüpfte bedingte Relationen zwischen Begriffen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen des ausgebildeten Erfahrungswissens, wobei 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen mit (erfahrungs-)bedingte verknüpften Funktionsvariablen modellierbar sind (siehe 2.). [1] - [5]

Eine »bedingte Relation« wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis in Form einer aufgebauten »konditionierten Assoziation« der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'strukturell gespeichert' (behalten).

Umgangssprachlich bedeutet »Assoziation« eine formalisierbare Verbindung oder Verknüpfung, besonders eine Vorstellungsverknüpfung beim mentalen Assoziieren (Erinnerung, Erwartung, Imagination). Das Wort 'Assoziation' bezeichnet im Besonderen eine 'verbindende' Entsprechung, Zuordnung, Gegenüberstellung, In-Beziehung-Setzung oder Vereinigung (Sozietät) von begrifflichen Objekten, Gegenständen bzw. Institutionen von gleicher, ähnlicher oder gegensätzlicher Art.

Eine objektivierbare Assoziation beim Denken wird bestimmt als funktionelle Verbindung oder Verknüpfung von Begriffssymbolen für unterschiedliche Objekte, die 'assoziativ' in Beziehung gesetzt wurden, so dass zwischen ihnen eine inhaltliche (informelle) semantische Relation angenommen worden ist. Diese kann spezifisch sein für einen kausalen oder bedingten Zusammenhang (Konnex), möglicherweise auch für eine begriffliche Ähnlichkeitszuordnung (Analogie).

Eine »kausale Assoziation« einer (neuronalen) Gedächtnisstruktur entspricht einer Wirkverbindung (vgl. synaptische Verbindung zwischen Neuronen, siehe 1. Bild) für mindestens eine begriffliche Kausalitätsbeziehung einer semantischen Begriffsstruktur, besonders für eine Merkmals- oder Begriffsbeziehung einer Implikation (Wenn-dann-Relation). Die Wirkverbindung ist objektivierbar als "effektives" Funktionselement zur logischen Verifikation eines verallgemeinerbaren Begriffsymbols. Ihre situationsspezifische Einbeziehung (Implikation) bestimmt die funktionelle Beeinflussung eines aktuellen Urteils oder einer logischen Inferenz (Schlussfolgerung).

Eine »dialektische Assoziation» entspricht einer 'wechselwirkenden' Verbindung (bidirektionaler Übertragungskanal) für Wechselbeziehungen zwischen Gegensätzlichem, z. B. für antagonistische Signale von interaktiven Objekten.

Eine »analoge Assoziation« entspricht einer 'zuordnenden' Verbindung für eine inhaltliche Entsprechung, begriffliche Ähnlichkeit (Analogie durch Übereinstimmung mindestens eines Merkmals) oder funktionelle Zuordnung (Analogieschluss).

Eine »konditionierbare Assoziation« wird bestimmt als ein 'potenzielles' Gedächtniselement für mindestens eine erlernbare 'bedingte Relation' gemäß der veranlagten »strukturellen Lerndisposition« eines (kognitiv-logischen) Gedächtnissystems. Ihre Konditionierung für eine situationsbedingt erwerbbare Kenntnis geschieht durch verallgemeinernde kognitive Zusammenhangserfassung nach dem »Prinzip der Vereinbarkeit«, - gemäß einem induktiven Lernmechanismus. [1]

Das strukturelle Lernvermögen für eine erfassbare Beziehung befähigt zum situationsbedingten Kenntniserwerb durch Konnexanalyse für mindestens eine detektierte Koinzidenz von solchen Signalereignissen, die durch (disjunktive oder konjunktive) Verallgemeinerung erfahrungsgemäß in Verbindung gebracht werden können ('strukturelles Lernen' durch Merkmalseinbeziehung). [1]

Ein genetisch vorgegebenes Selektionskriterium für "erlernbare" Assoziationen ist die räumliche und zeitliche Kontiguität von (prä- und postsynaptischen) Signalereignissen, d. h. die Koinzidenz von 'kohärent aktiven' Neuronen. Begrifflich verbindbar sind zwei neurale Aktivitäten, wenn für sie ein erfassbarer Zusammenhang annehmbar ist (Konnexanalyse). [1] [6]
Einfluss auf den individuellen Kenntniserwerb haben Aufmerksamkeit und subjektive Bewertungen (z. B. Signal-Bedeutung, Interesse und Emotion). [6]

Eine erworbene Kenntnis entspricht einer kognitiv erfassten Beziehung (in plastischer Verknüpfung) gemäß einer begrifflichen Vereinbarung für einen 'induktiv' angenommenen Zusammenhang (verallgemeinernd, modellhaft), - aufgrund mindestens einer detektierten Signalkoinzidenz eines externen Sachverhalts oder einer systeminternen Situation (vgl. induktiver Lernmechanismus). [1] [4]
Für eine induktiv erfasste Kausalitätsbeziehung gilt die erworbene Kenntnis nur hypothetisch und kann unzutreffend sein, wenn ein vorgetäuschtes oder zufälliges Zusammentreffen von Signalereignissen ohne wirklichen Kausalzusammenhang zur Konditionierung der kausalen Assoziation geführt hat.

Bedingte Relationen einer Gedächtnisstruktur werden für eine gewisse Dauer 'strukturell gespeichert' (kurz- oder lang zeitiges Behalten) und bleiben dadurch funktionell einbezogen, aber nur so lange effektiv wie sie sich empirisch bewähren und bestätigt (konsolidiert) werden, d. h. infolge erneuter Konditionierung "gefestigt" erhalten bleiben. Andernfalls kann ihr 'funktioneller Abbau' (Unwirksam-Machen) durch situationsbedingtes Umlernen oder Vergessen erfolgen (vgl. 'Löschen' im Speicher).

Induktives Lernen im Gedächtnissystem führt zur situationsabhängigen Ausbildung mindestens einer bedingten Relation als erworbenen Kenntnis durch (reale oder assoziative) »Konditionierung einer Assoziation« entsprechend dem kenntnisspezifisch 'erfassten' Zusammenhang von koinzident detektierten Signalereignissen, wenn deren feststellbare Korrelation als 'regelmäßig' angenommen wird (hypothetisch als theoretische Gesetzmäßigkeit). [1] [4]
Aufbau und Bekräftigung oder Abbau einer bedingten Relation (in Form einer konditionierten Assoziation) resultieren aus der kognitiven Annahme (Erfahrung) und Bestätigung bzw. Nichtbestätigung einer 'induktiv vermuteten' Regelmäßigkeit des wirklichen Zusammenhangs (entdeckter und untersuchter realer Konnex), für den eine begriffliche Beziehung situationsbedingt erfasst werden konnte (d. h. 'modellhafter' induktiver Kenntniserwerb).

Jede »konditionierte Assoziation« einer lernfähigen Gedächtnisstruktur entspricht einer 'vereinbarungsgemäß aufgebauten' (Wirk-)Verbindung mittels eines funktionell aktivierten 'relationalen Gedächtniselements' (vgl. » Synapse) zur Repräsentation einer semantischen bedingten Relation, die aufgefasst wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis (Erkenntnis) im Sinne eines 'angenommenen' Wissenselements (für gewonnene Einsicht). [1] - [4]

Situationsabhängig ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen dem »Erfahrungswissen« einer assoziativen Gedächtnisstruktur. Im 'strukturell lernenden' Gehirn mit plastischen Neuronenverknüpfungen wird deklaratives (Erfahrungs-)Wissen im assoziativen Cortex ausgebildet, das für sprachliche Aussagen 'wissentlich' (bewusst) ausdrückbar ist.
Basis-Wissen und Erfahrungswissen bilden das »Vorwissen« für weitere Stufen des individuellen Lernens eines kognitiven Systems (vgl. Lern- und Persönlichkeitsentwicklung). [6] [7]

Aufbauend auf veranlagtem »Basis-Wissen« (d. h. A-priori-Wissen für Grundfunktionen) des Gedächtnissystems erfolgt durch situationsbedingten Kenntniserwerb (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) eine strukturelle Ausbildung von Erfahrungswissen, d. h. eine kognitive Erweiterung oder Veränderung der lernfähigen Gedächtnisstruktur entsprechend einer dynamischen Wissensdarstellung.
Zusätzlich zu (prädeterminierten) »veranlagten Vorkenntnissen« (A-priori-Wissen) gibt es situationsbedingt erworbene (bedingte oder innovative) Kenntnisse, die als gewonnene Erkenntnisse oder erinnerbare Erfahrungen in einer 'lernfähigen Gedächtnisstruktur' kurz- oder langzeitig gespeichert werden.
Beim Lernen können empirische Kenntnisse als »erworbene Vorkenntnisse« fungieren zur assoziativen Unterstützung von neuem Kenntniserwerb (gewonnene Einsicht) durch situationsbedingte Ausbildung der modifizierbaren Gedächtnisstruktur des kognitiven Systems, d. h. funktionelle Erweiterung des Erfahrungswissens (Wissenszuwachs).

Prinzipiell unterschieden werden empirische und theoretische Erkenntnisse eines lernfähigen Gedächtnissystems hinsichtlich ihrer situationsspezifischen Entstehungsart (Verursachung oder Begründung), die gekennzeichnet ist durch eine externe bzw. interne Ursache oder Bedingung.

Für situationsbedingten Kenntniserwerb möglich sind zwei Konditionierungsarten, definiert als 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung, gemäß einer externen ('kognitiv' wahrgenommenen) bzw. systeminternen ('intuitiv' assoziierten) Situationsbedingung für mindestens eine detektierte Signal-Koinzidenz pro konditionierbarer Assoziation der strukturellen Lerndisposition (vgl. Konnexanalyse eines induktiven Lernmechanismus). [1]

Durch induktives Lernen (empirische Verallgemeinerung) situationsbedingt erworbene Kenntnisse werden als "bisher bewährtes" Teilwissen mit angenommener Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) genutzt und solange empirisch erprobt, bis sie falsifiziert werden, z. B. aufgrund veränderter Umweltbedingungen (vgl. Variabilität komplexer Systeme). Mögliche Wissenskorrekturen durch Umlernen und Weiterlernen führen zur schrittweisen Verbesserung des ausbildbaren Erfahrungswissens (relative Wahrheit ohne Gewissheit, vgl. 2.).

Erlernbar sind alternative Kenntnisse für empirische Urteile und Entscheidungen. Durch situationsbedingten Kenntniserwerb beim Umlernen kann der Aufbau einer 'neuen' Beziehung (in Form einer konditionierten Assoziation) den Abbau einer 'bekannten' Beziehung (bedingten Relation) erzwingen, die bisher einen antivalenten Wert (Invariante) bestimmte für eine betreffende Variable (Attribut- oder Funktionsvariable), die neuerdings von der erfassten (kennen gelernten) 'neuen' Beziehung wertmäßig bestimmt werden soll. [2] [3]

Empirische Assoziationen einer 'assoziativen' Gedächtnisstruktur ermöglichen situationsabhängige (unbewusste oder bewusste) Erinnerungen für erfahrungsgemäß 'assoziierte Informationen', d. h. Erwartungen oder Vorstellungen, die auf "subjektive" Interpretationen funktionellen Einfluss haben. "Aus Erfahrung" assoziierte Informationen entsprechen empirischen Aussagen oder Voraussagen, die mit erfahrungsgemäß 'angenommenen' Regelmäßigkeiten' (Gesetzen) begründet werden können. Ihre verhaltensbestimmende Bedeutung erwächst aus ihrem Einfluss auf empirische Urteile, die für 'intelligente' Entscheidungen beim Lernen mitbestimmend sind. [1]

»Assoziieren aus Erfahrung« wird definiert als kognitiver Grundprozess der 'logisch-funktionellen' »Kenntnisnutzung« zur 'assoziativen' Generierung einer erfahrungsgemäßen Vorstellung (Erinnerung) oder Voraussage (Erwartung), - aufgrund mindestens einer funktionell einbezogenen (verknüpften) bedingten Relation als 'genutzte erworbene Kenntnis' (in Form einer konditionierten Assoziation) der lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1] - [5]

Beim empirischen Assoziieren sind mehrere Informationen (semantische Inhalte von symbolischen Invarianten) mit einer Schlüsselinformation induktiv und/oder deduktiv 'assoziierbar', d. h. funktionell zuordenbar aufgrund von 'kenntnisspezifischen' bedingten Relationen für 'assoziativ abrufbare' Erinnerungen. [1] [4]

Mit aktuellen Situationsmerkmalen assoziierte Voraussagen entsprechen "erinnerten" Erwartungen (Prädiktionen) als 'objektbezogene' oder 'effektorientierte' Voraussagen (def. erste bzw. zweite Art). Diese (meist unbewusst assoziierten) Voraussagen beeinflussen "kognitive" Erkennungsergebnisse (antizipatorische Afferenzsynthese) und empirische Urteile (Vorurteile) bzw. bestimmen Erinnerungen von erwarteten Konsequenzen (Tat-Folgen), die nützlich sind zum Erwägen optimaler Entscheidungen "aus Erfahrung" (vgl. Reafferenzprinzip [3]).
Erfahrungsbedingte und hypothetische Voraussagen werden (subjektiv, emotional) bewertet und in Erkennungs-, Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen, besonders für Problemlösungen und höhere Lernformen. [1] - [3]

Die Fähigkeit zum Kenntniserwerb und zur Kenntnisnutzung durch strukturelles Lernen bzw. Assoziieren aus Erfahrung ist eine Grundvoraussetzung für das 'lerntypische' Adaptionsvermögen eines kognitiven Systems mittels seines ausbildbaren Erfahrungswissens, bestimmt als Seinserfahrungen für ein veränderliches Modell der Außenwelt. Situationsabhängige "subjektive" Bewertungsergebnisse, z. B. emotionale Motivationen, haben steuernden Einfluss auf diese Lernfähigkeit.

Lernen und Erinnern, aufgefasst als aktive (konstruktiv verfahrende) Prozesse im Gehirn, ermöglichen ein adaptives 'Verstehen' von semantischen Grundstrukturen objektivierbarer Darstellungsformen durch "erlernte" bedingte Zuordnungsfunktionen (empirische Deutungen), die für angepasste Interpretationen und intelligentes Verhalten charakteristisch sind (vgl. 3). [1]

Intelligente Verhaltensänderungen (def. als höhere Lernformen [1]) beruhen auf vorteilhaften Entscheidungen beim Problemlösen durch antizipatorische Kenntnisnutzung, d. h. gedankliche Vorwegnahme und Bewertung von 'vorgestellten' Erwartungen. Solche situationsbedingten 'Vermutungen' entsprechen besonderen Erinnerungen (durch 'Assoziieren aus Erfahrung') als kognitiven Gedächtnisleistungen für empirische Voraussagen (Prädiktionen). [1] - [3]
Eine antizipatorische Entscheidungsoptimierung (Erwägung) kann dann erfolgreich sein, wenn hierfür realistische Voraussagen nutzbar sind, die von problemspezifischem Erfahrungswissen bestimmt werden, das einen 'ausreichenden' Wahrheitsgehalt hat (Adäquatheit, keine Gewissheit). Dieses modellhafte Wissen entspricht dem jeweiligen Wissensstand (relative Wahrheit) über prinzipielle Zusammenhänge in einer veränderlichen Umwelt.

Konstruktiv modellierbar und technisch entwickelbar sind lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können. Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Voraussagen, Vorstellungen) beeinflussen logische Entschlüsse, die als 'bedingte Inferenzen' zweckdienlich sein können, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung (vgl. Autonomie). [5]

Ein lernfähiges Gedächtnissystem, das befähigt ist zur optimalen Entscheidungsfindung für "intelligentes" Handeln, ist erklärbar mit einer (technisch modellierbaren) 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur, die eine dynamische Wissensdarstellung ermöglicht. Seine strukturelle Lerndisposition (konditionierbare Assoziationen) und veranlagtes Wissen für Grundfunktionen (Basis-Wissen) dienen zur situationsabhängigen Ausbildung von Erfahrungswissen (modifizierte Verknüpfungen) für bedingte Logik-Funktionen, die bestimmt werden mit "erlernten" bedingten Relationen zwischen Systemvariablen für formale Darstellungen. [1] - [4]

Ein kognitiv-logisches Gedächtnissystem nutzt sein veränderliches Erfahrungswissen zur kognitiven Interpretation von symbolischen Mustern und kann situationsangepasstes Verhalten erlernen, um sich auf einem bestmöglichen Niveau gemäß seiner 'rationalen' Autonomie zu behaupten (Adaption, Intelligenz). Es funktioniert nach eigenen Organisationsprinzipien (u. a. für Erkennung, Bewertung, Beurteilung und Entscheidung) und nutzt erworbene Kenntnisse für empirische Urteile. Sein ausbildbares Wissen entspricht veranlagten, erprobten und auch vermuteten Regeln hinsichtlich seiner Umwelt oder möglicherweise auf sich selbst bezogen (Umweltmodell bzw. Selbstmodell). Seine dynamische Stabilität (Homöostase) dient der Selbsterhaltung unter variablen Bedingungen der objektiven Realität. [2] [3]

Auf angenommenen Gesetzmäßígkeiten basierende hypothetische Theorien dienen zur modellhaften Beschreibung von "kognitiv" erfassten Zusammenhängen von untersuchten Sachverhalten der Wirklichkeit (vgl. Problem der Wahrheitsfindung, s. 2.).

Die Objektivierung 'symbolisch-abstrakter' Denkmodelle (empirische und theoretische Modellbildung) erfolgt in mitteilbaren Ausdrucksformen, vor allem als sprachliche Darstellungen.

Sprachlich formulierbare mentale Konzepte entsprechen "kognitiv gebildeten" begrifflichen Abstraktionen für theoretische Denkmodelle (Konstrukte, Axiome, Theorien, Fiktionen), die auf angenommenen Regelmäßigkeiten beruhen und hypothetischen Charakter haben. Deshalb müssen sie sich praktisch bewähren, um nutzvoll zu sein (sonst Falsifizierung oder Umlernen).

Empirisch überprüfte relationale Modelle sind 'bewährte' Wissensdarstellungen, die als Referenz-Modelle verallgemeinert nutzbar sind, weil sie prinzipielle Sachverhalte der objektiven Realität (mehr oder weniger) adäquat nachbilden. [7]

Methodisches Metawissen ist zweckdienliches (Vernunft-)Wissen, das systematisch übergeordnet ist dem dispositionalen (Verstand-)Wissen. Es basiert auf praktikablen Kenntnissen von Regelmäßigkeiten oder Prinzipien der Seinserfahrung. Beispiele für bewährtes methodisches Metawissen sind heuristische Methoden oder Suchstrategien, die nutzbar sind bei analytischen Untersuchungen zwecks kritischer Einschätzung von Problemsituationen.

Das "rationale" Einsichtsvermögen kann wirksam unterstützt werden mit heuristischen Untersuchungsmethoden (Metawissen) hinsichtlich der "kreativen" Auffindung (Erfindung) von möglichen Problemlösungen, beispielsweise durch erworbene Kenntnisse von "innovativ erfassten" Mittel-Zweck-Relationen oder Wirkbeziehungen. Systematisch "erforschte" Beziehungen (bedingte Relationen) werden hypothetisch verallgemeinert als 'induktiv angenommene' Gesetzmäßigkeiten von untersuchten Sachverhalten.

Die "konzeptionelle" Einsicht ist erklärbar als ein Verstehensprozess des 'kognitiven Begreifens', d. h. der erkenntnisgemäßen Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, - semantisch bestimmbar als erworbene Kenntnis eines wahrgenommenen oder vorgestellten Zusammenhangs (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnis), - durch situationsbedingte Ausbildung von Begriffsstrukturen im lernfähigen Gedächtnissystem. [1] – [4]

Einsichtiges Nachdenken (als analytische Reflexion) ist wissentlich (bewusst) möglich, wobei kognitiv erfasste begriffliche Beziehungen (z. B. "Wenn–dann"-Relationen) kenntnisspezifischen Grundbedingungen entsprechen, die für höhere Lernformen vorausgesetzt werden. [1] [4] [6]

Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (bedingten Relation) von 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten (als neu erfasste begriffliche Beziehung).

Eine durch Kenntniserwerb "erlernte" Begriffsstruktur ist verallgemeinert beschreibbar als 'konstruktives Konzept' mit neuartig verknüpften symbolischen Daten (neue Konzeptform). [4]

Ein konstruktives Konzept (abstrahierbar als gebildeter Begriff) entspricht einer erkenntnisgemäß ausgebildeten Begriffsstruktur, d. h. einer 'kognitiv neu geordneten' Verknüpfung begrifflicher Beziehungen. Diese wird gebildet durch logisch-funktionelle Nutzung mindestens einer neuen (Er-)Kenntnis beim "kognitiven Begreifen" durch analytische Abstraktion und synthetische Verallgemeinerung von Begriffssymbolen. [1] - [4]

Notwendige Voraussetzung für "intelligentes" Problemlösen ist mindestens ein "kognitiver" Lösungsansatz als überprüfbares 'konstruktives Konzept' entsprechend einem hypothetischen Schluss auf einen wahrscheinlichen Sachverhalt (vgl. Abduktion bei C. S. Peirce).

Ein 'innovatives' Konzept gemäß einer "theoretischen" Begriffsstruktur entspricht einer systematisch darstellbaren Theorie mit ungewisser Gültigkeit (hypothetischer Wahrscheinlichkeit) und höchstens "relativer Wahrheit" aufgrund der Möglichkeit ihrer Widerlegung (Falsifizierung). Ein 'unbewährtes' Konzept ist versuchsweise nutzbar wie eine hypothetische Modellvorstellung im Kontext von deklarativem Erfahrungswissen.
Mit definierten Regeln strukturell beschreibbar sind "kennengelernte" natürliche Zusammenhänge in Form von theoretischen Modellen (objektivierbares Wissen) oder Theorien, die logisch zu begründen sind und empirisch überprüft werden müssen (Bewährungsprobe). [7]

Selbstreflexives Metawissen ist individuelles 'selbstbezügliches' Erfahrungswissen über den eigenen Status, d. h. 'Wissen vom Sein' (aufgefasst als 'Bewusstsein'), das besonders durch Kommunikation bei der Individualentwicklung (ontogenetisch) ausgebildet werden kann. Darauf gründen sich "selbstbestimmte" Richtwerte und Absichten (Intentionen) für eigene Handlungen, d. h. auch eigene Ziele, Pläne oder Aufgaben. Das selbstreflexive 'deklarative' Wissen ist eine "bewusstseinsmäßige" Voraussetzung für äußerbare Statusreports des Subjektes (selbsterkannte Ich-Zustände, Gefühle, Motive oder Einstellungen). [2] [3]
Ein persönliches Selbstmodell im menschlichen Gehirn entsteht ontogenetisch (während der Individualentwicklung) bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstreflexives' Metawissen (vorrangig im Frontalhirn analog superponiertem Meta-Automat [3], vgl. 3.).
Das Selbstmodell entspricht einem subjektiven »Selbstbewusstsein« (als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst'). Diese "hochentwickelte" Bewusstseinsform des Menschen ermöglicht ihm "vernünftige" Entscheidungen durch rationale Selbstreflexion und Selbstkontrolle (vgl. kritisches Erwägen mit Voraussicht, äußerbare Statusreports). [1] - [4]
Dem Selbstmodell ist ein abstrakter »Ich-Begriff« als Selbstkonzept verallgemeinert zugeordnet. Die situationsbedingte Strukturierung (reflexive Modellbildung) des Selbstmodells erfolgt durch eine 'selbstbezügliche' Einschätzung eigener Erlebniszustände (Selbstbeobachtung mit möglicher Selbsterkenntnis), verbunden mit "einsichtigem" Verstehen im sozialen Kontext von Interaktionen (auch: Fremdbeobachtung, theory of mind).
Explizite Aussagen über Zustände eines Selbstmodells sind 'wissentlich' formulierbar (z. B. Ausdrücke oder Sätze als Statusreports), wozu besonderes sprachliches Regelwissen (Grammatik, Vokabular) dient, das durch Lernen ausgebildet und verbessert werden kann.

Ein (philogenetisch und ontogenetisch) entwickeltes Sprachvermögen ist die individuelle Voraussetzung für interaktiv mitteilbare und überprüfbare Ausdrucksformen, insbesondere zur expliziten Beschreibung und Erklärung von deklarativem Wissen, - gegründet auf modellhaften (symbolisch-konstruktiven) Darstellungen von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen (vgl. 2.).
Zur 'verständlichen' Beschreibung von Strukturen des objektivierbaren Wissens (formalisierbare Begriffsstrukturen) dienen Sprachausdrücke mit 'deutbaren' Zeichen, die interaktiv mitteilbar und zu verstehen sind. Dabei werden Zeichen als Symbole vereinbart in Zuordnung zu abstrakten Begriffen (bes. für 'erkannte' Phänomene und 'erfasste' Beziehungen). [8] [14]

Zur Problematik der Objektivität und Symbolik theoretischer Modell-Darstellungen aufgrund naturwissenschaftlichen Denkens in abstrakten Begriffen hielt Max Born (1882 -1970) den Vortrag »Symbol und Wirklichkeit« im Jahr 1963 (Nobelpreisträgertreffen in Lindau), - daraus einige Zitate:
"Die erste Vorschrift für naturwissenschaftliches Denken lautet: Gebrauche keine Begriffe, für die es prinzipiell nicht entscheidbar ist, ob sie im Einzelfall zutreffen oder nicht."
"Es scheint mir vernünftig, das Prinzip der Entscheidbarkeit auch auf das philosophische Problem der Entstehung eines objektiven Weltbildes aus den subjektiven Sinneserfahrungen anzuwenden."
"Die Tatsache, dass bei der Vergleichung von Paaren mitteilbare, also vom Subjekt unabhängige, objektive Aussagen möglich sind, hat eine außerordentliche Bedeutung, weil auf ihr Sprache und Schrift beruhen sowie der gewaltige Denkapparat der Mathematik. Ich möchte alle diese Verständigungsmittel zwischen Subjekten Symbole nennen."
Eine Naturerscheinung braucht nun nicht auf anschauliche und mechanisch verständliche Modelle zurückgeführt zu werden, sondern hat ihre eigene, direkt aus der Erfahrung abstrahierte mathematische Struktur."
"Der Begriff der Ursache ist ein Überbleibsel aus älteren Denkformen und wird heute ersetzt durch das Verfahren der Zuordnung, das ich beschrieben habe. Dieses Verfahren führt zu Strukturen, die mitteilbar, kontrollierbar, also objektiv sind. Man kann sie also rechtmäßig als "Dinge an sich" bezeichnen. Sie sind reine Form, bar jeder sinnlichen Qualität. Damit müssen und können wir uns begnügen."
"Auch die Tatsache, dass die Theorie nur Vorhersagen über Wahrscheinlichkeiten machen kann, also nur abgestufte Erwartungen erzeugt, ist ein Verlust an Objektivität. Von unserem Standpunkt, der die Subjektivität als das Primäre und die Möglichkeit objektiver Aussagen als Problem ansieht, erscheint es nicht überraschend, dass die strenge Trennung von Subjekt und Objekt nicht mehr durchführbar ist, sobald man den reinen mathematischen Formalismus durch anschauliche Bilder zu ergänzen versucht."
"Wir haben ein verständiges Gleichgewicht zwischen Experiment und Theorie, zwischen sinnlicher und intellektueller Wirklichkeit, und wir müssen bedacht sein, es uns zu erhalten.
Auch müssen wir verhüten, dass das naturwissenschaftliche Denken in abstrakten Begriffen übergreift in Gebiete, wo es nichts zu suchen hat. Die menschlichen und ethischen Werte lassen sich so nicht begründen." [7]


2. Darstellung kognitiv-logischer Begriffsstrukturen - Logos-Relationen


Der Hirnforscher Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Unleugbar sind Tiere mit sensomotorischen Hirnarealen in der Lage, Muster auch dann wieder zu erkennen, wenn diese in einer Weise verändert worden sind, die zwar den Gesamtaspekt des Musters, wie etwa die Größe oder den Betrachtungswinkel stark verändert, jedoch die für das Muster charakteristischen inneren Bindungen konstant lässt. Die Tiere sind in der Lage, aus Mustern Relationen zu extrahieren und diese abzuspeichern anstelle skalarer Größen. Dies ist ein abstrakter Kodierungsvorgang. Für den Schritt von hier zur symbolischen Kodierung von Relationen, und nichts anderes ist die begriffliche Durchdringung unserer Welt mit Hilfe der Sprache, bedarf es keiner neuen Verarbeitungsqualität. Es ist lediglich notwendig, die abstrahierten Speicherinhalte, wie sie bereits in sensomotorischen Rindenarealen vorhanden sein müssen, erneut voneinander abzugrenzen, die bei diesem Abgrenzungsvorgang identifizierten Einheiten zueinander in Relation zu setzen und für diese Relation wiederum eine abstrakte Repräsentation niederzulegen usw. Im Laufe der Hirnentwicklung hat sich ferner die Möglichkeit angeboten - Möglichkeit hier realisiert durch das Entstehen entsprechender neuronaler Verbindungen -, auch die Inhalte dieser hierarchisch höher stehenden assoziativen Speicher über die bereits vorhandenen Effektorsysteme zu externalisieren und damit Lebewesen mit ähnlich strukturierten Nervensystemen auf Zustandsänderungen im eigenen System hinzuweisen.
  Die Effizienz solcher hierarchisch aufgebauter reflexiver Systeme liegt auf der Hand. Durch die Möglichkeit, abstrakte Repräsentationen von Beziehungen zu bilden und diese wiederum zueinander in Beziehung zu setzen und dafür wiederum abstrakte Repräsentationen niederzulegen, können prädiktive Modelle über die Umwelt, über den Organismus selbst und über die dynamischen Interaktionen des Organismus mit der Umwelt gebildet werden. Auf der Basis dieser Modelle lassen sich Maximen für das eigene Verhalten optimieren mit dem Ziel, die eigene Identität trotz vielfältigster Störungen konstant zu halten.
  Begrenzt lediglich durch die genetisch festgelegten Bahnverbindungen zwischen den einzelnen Hirnarealen ist ein solcherart organisiertes System in der Lage, eine fast beliebige Zahl von neuen Bezügen herzustellen. Positiv rückgekoppelte Nervennetze sind ferner in der Lage, den Speicherinhalten entsprechende Aktivitätsmuster selbst zu generieren. Somit können auch ohne Außenreize die bereits gespeicherten Inhalte ausgelesen und miteinander assoziiert werden. Damit solche kombinatorischen Prozesse schließlich auch wirklich ablaufen, müssen die assoziativen Speicher durch selbst erzeugte Aktivität angeregt werden. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass es im Gehirn Kontrollsysteme gibt, welche die Erregbarkeit der Hirnrinde modulieren." (aus: 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 217 - 218, aus 'Neurobiologische Anmerkungen zum Wesen und zur Notwendigkeit von Kunst', 1984 - ergänzt mit Kursiv-Hervorhebungen von E. Liß)

Erlernbare Sprachausdrücke für symbolische Informationsdarstellungen ermöglichen dem Menschen explizite Aussagen über erworbene Kenntnisse (Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen der situationsbedingt 'kennengelernten' Zusammenhänge begrifflicher (interner) Vorstellungen oder wahrgenommener (externer) Sachverhalte, wobei induktiv erlernte Kenntnisse definierbar sind als bedingte Relationen in Form von 'assoziativ' bzw. 'real' konditionierten Assoziationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. 1.) [1]

Ein veranlagtes Sprachvermögen entspricht einer sprachlichen Lerndisposition eines hoch entwickelten Gehirns, das gekennzeichnet ist durch ein 'deklaratives Gedächtnis' mit ausbildbarem Sprach-Metawissen (generative Grammatik) zur Analyse und Synthese begrifflicher Symbolverknüpfungen (semantischer Begriffsstrukturen), die aussagenmäßig beschreibbar sind in Form sprachlicher Informationsdarstellungen (syntaktische Formationen).
Individuell erlernte Sprachkenntnisse sind verankert in lokalisierbaren Funktionskomplexen der Großhirnrinde (Neocortex), die für 'wissentliche' Gedanken (bewusste Funktionen) und Sprachäußerungen zuständig ist. [6]
Das "sprachliche Bewusstsein" basiert auf deklarativem Erfahrungswissen in "selbstreflexiver" Verbindung mit einem 'symbolisch-abstrakten' Selbstmodell, das aufgefasst wird als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' (analog 'Selbstbewusstsein'). Dabei fungiert ein "Ich-Begriff" als Selbstkonzept der Seinserfahrung eines 'selbstbezüglich lernfähigen' Gedächtnissystems. [1] [3]

Sprachliche Ausdrücke (erlernbarer Sprachen) sind interpretierbare Darstellungsformen für unterschiedliche Aussagen, z. B. als verständliche Mitteilungen, Beschreibungen oder Instruktionen zur interaktiven Kommunikation. Vielfältige Ausdrucksformen für explizite Aussagen fungieren beispielsweise als geäußerte Urteile, Axiome, Feststellungen, Behauptungen oder Entschlüsse.
Sprachliche Aussagen sind vorteilhaft nutzbar bei der Verständigung mit Partnern und auch bei individuellem Lernen, z. B. durch Belehrung oder eigene Einsicht in prinzipielle (Sinn-)Zusammenhänge. Verständlich formulierte Aussagen dienen zur Kommunikation und im Besonderen auch zur modellhaften Beschreibung (und Erklärung) von objektivierten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. [7]

Eine konzeptuelle Vorstellung von einem "begriffenen" Gegenstand entspricht mindestens einem abstrakten Begriff (Abstraktes im Allgemeinen) in Beziehung zu anderen Begriffen. Dabei ist eine 'kognitiv ausgebildete' (verallgemeinerte) Begriffsstruktur gekennzeichnet durch verknüpfte 'begriffliche Beziehungen', die als (bedingte) Relationen für Aussagen formal ausdrückbar sind (siehe 3.). [1] [4]

Die mentale Begriffsbildung wird bestimmt durch "kognitives" Begreifen eines begrifflichen Beziehungsgefüges als (kognitiv-logische) Begriffsstruktur für verallgemeinertes Abstraktes (als Wesentliches), das durch beliebig definierbare Zeichen (als Begriffssymbole) darstellbar ist.
Sprachliche Darstellungsformen für kognitiv-logische Begriffsstrukturen sind beschreibbar mit unterschiedlichen (veranlagten, erlernbaren und bedingten) Relationen elementarer Begriffsformen (vgl. kognitiv-logische Grundstrukturen, s. u.), womit symbolisch-abstrakte Gedankengänge objektiviert geäußert werden können (siehe 3.). [1] - [5]

Konstruktive Denkprodukte, aufgefasst als funktionelle Gedächtnisleistungen, können mit formal-sprachlichen Ausdrücken für modellierbare semantische Begriffsstrukturen dargestellt und mehr oder weniger anschaulich beschrieben werden (siehe 3.).
Prägnante Ausdrucksformen für axiomatisch darstellbare Grunderkenntnisse als 'wesentliche Beziehungen' in Form von begrifflichen Assoziationen (vgl. Logos-Relationen, s. u.) entsprechen prinzipiellen Vorstellungen des symbolisch-abstrakten Denkens eines sprachbegabten Gehirns.

Mitteilbare Darstellungsformen für einzelne oder verknüpfte (Er-)Kenntnisse sind beispielsweise Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln), auch analytische Beschreibungen und erklärende Texte (theoretische Modelle), die symbolischen Konstruktionen entsprechen. [4] [7]
Mathematisch systematisierte (formallogische) Darstellungsformen relationaler Kenntnisse (begrifflicher Beziehungen) werden definiert als prädikative Relationen, d. h. explizite Aussagesätze für logische Urteile, die zwecks Kommunikation übertragen und interpretiert werden können.
Speziell vereinbarte Darstellungsformen (codierte Formationen) sind systematisch definierte Sätze (Zeichenfolgen als Symbolverknüpfungen), zu deren richtiger Interpretation erforderliche Codes gelten, d. h. vorbestimmte Regeln für relationale Zuordnungen. [8]

Objektivierbare Kenntnisse als Beziehungen von darstellbaren Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens können in Form von Aussagesätzen sprachlich formalisiert, geäußert und interaktiv vermittelt werden. Relationale Aussagen über Kenntnisse werden dargestellt mit verständlich formulierten Aussagesätzen, denen 'informative' semantische Inhalte interpretativ entnehmbar sind (vgl. Bedeutungen). [8]

Der Wahrheitsgehalt einer Aussage wird entscheidend dadurch bestimmt, ob sie logisch widerspruchsfrei (konsistent) im Vergleich mit Erfahrungswissen ist. Eine "wahre" Aussage muss mit Fakten übereinstimmen oder als wirklich zutreffend bestätigt werden (praktische Bewährung).
Eine Theorie oder ein Satz ist dann wahr, wenn der von der Theorie beschriebene Sachverhalt mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

Karl Raimund Popper (1902 - 1994) schrieb zur Aufgabe der Wahrheitsfindung (aus [7], 8.2):
"Unser aller Aufgabe als denkende Menschen ist die Wahrheitsfindung. ... Wäre die Wahrheit nicht absolut und objektiv, so könnten wir uns nicht irren. Oder unsere Irrtümer wären so gut wie unsere Wahrheit." ...
"Theorien können wahr oder falsch sein. Begriffe können bestenfalls adäquat und schlimmstenfalls irreführend sein. Begriffe sind nicht wichtig, verglichen mit Theorien." ...
"Wer etwas sicher weiß, der kennt die Wahrheit. Aber es kommt oft vor, dass jemand etwas vermutet, ohne es sicher zu wissen; und dass seine Vermutung tatsächlich wahr ist." ...
"Wir haben dauernd Vermutungen, die von uns geschaffen werden. Diese Vermutungen versuchen wir dauernd mit der Wirklichkeit irgendwie zu konfrontieren und sodann unsere Vermutungen zu verbessern und sie der Wirklichkeit näher zu bringen."

Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist.

Die Wahrheit einer (Vor-)Aussage wird sich nur dann praktisch erweisen, wenn ihre Behauptung mit beobachtbaren (messbaren) Tatsachen begründet werden kann.
Eine Aussage ist nur dann "deduktiv" beweisbar, wenn ihre Behauptung (als Konklusion) aus einem Axiom (als Prämisse) nach logischen Regeln ableitbar ist.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Für Popper ist Wahrheit zwar prinzipiell erreichbar, aber niemals beweisbar. Eine wahre Theorie ist möglich, aber hinsichtlich ihrer Gewissheit (d. h. Gültigkeit für die Zukunft) unbewiesen, - besonders aufgrund von unsicherem Wissen über veränderliche Umweltbedingungen.
Eine Theorie ist genau dann "wissenschaftlich", wenn sie so formuliert ist, dass sie an der Erfahrung scheitern kann (d. h. dass sie falsifizierbar ist). Solange eine wissenschaftliche Theorie nicht empirisch widerlegt ist, gilt sie als vorläufig bestätigt und 'bisher bewährt', d. h. als 'relativ wahr'.
Nach Popper ist unser Wissen nur "Vermutungswissen" und bestimmt 'ungewisse' Theorien, die hinsichtlich einer gesicherten Richtigkeit (Gültigkeit, Wahrheit) nicht verifizierbar sind. Die Gewissheit für eine theoretisch angenommene Gesetzmäßigkeit (hypothetische Wahrheit) ist nicht durch empirische Verallgemeinerung (induktiv) beweisbar, weil mögliche Gegenbeweise für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden können (vgl. Induktionsproblem).

Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können, entsprechen 'unsicherem Wissen' mit relativem Wahrheitsgehalt (keine Gewissheit).

Erworbene Kenntnisse sind (mit-)bestimmend für empirische Urteile, Vorurteile, Erwartungen, Voraussagen oder Vorstellungen.

Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das als 'bisher bewährt' solange gilt, bis es durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitert und korrigiert werden muss.

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.

Wissenschaftliche Wahrheitsfindung erfordert eine kritische Analyse der begrifflich-abstrakten Modellvorstellungen des deklarativen Wissens aufgrund von "kennen gelernten" Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. Dabei müssen sich empirische und theoretische Erkenntnisse, die nutzbar sind für assoziativ erinnerte Vorstellungen und hypothetische Voraussagen, aufgrund von "bestätigenden" Beobachtungen (sinnlichen Wahrnehmungen) praktisch bewähren.

Induktive Wahrheitsfindung gelingt durch realitätsnah erworbene Kenntnisse (adäquat erfasste Beziehungen) von wesentlichen Zusammenhängen und ihre konstruktive Einordnung in ausbildbare Begriffsstrukturen korrigierbarer Modellvorstellungen des Erfahrungswissens.

Das philosophische Induktionsproblem betrifft die 'zunächst ohne Ausnahmebedingungen angenommene' Allgemeingültigkeit von induktiv (d. h. erfahrungsgemäß verallgemeinert) gewonnenen 'Gesetzen', die als logisch formulierte Regeln oder wissenschaftlich definierte Theorien sprachlich ausgedrückt werden können (deklaratives Wissen).

Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden (durch Lernen oder Umlernen).

Eine systematische Formalisierung logischer Aussagen (formale Logik) basiert auf elementaren Darstellungsformen für logische Implikationen (vgl. Wenn-dann-Sätze für Schlussfolgerungen als 'Inferenzen'), die situationsbedingte Urteile, Bewertungen, Entschlüsse oder Mitteilungen bestimmen können. [1]

Das griechische Wort »Logos« bezeichnet ein zentrales Konzept der antiken Philosophie und gilt für die Assoziation: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft im Sinne von 'vernünftiger Rede' und andererseits von 'Weltvernunft' oder 'Wesen der Welt' (vgl. antike Logosmetaphysik). Bei Platon und Aristoteles galt 'Logos' auch als Methode der Wahrheitssuche im Sinne einer richtigen, begründeten und überzeugenden Rede (vgl. Syllogismen, formale Logik).
Ontologisch verallgemeinert wurde der Begriff 'Vernunft' zur "ordnenden" natürlichen Vernunft und sogar zum höchsten Prinzip gleichbedeutend mit Gott, - laut Bibel: "Im Anfang war Logos" ('das Wort' nach Martin Luthers Übersetzung). Diese 'Logoszentriertheit' der Philosophiegeschichte (bereits vor der rationalistischen Aufklärung) droht die ursprüngliche Seinserfahrung zu verdrängen (nach Martin Heidegger). [11]

Als »Logik« wurde oft eine Theorie der (logisch definierbaren) Gesetze des Denkens bezeichnet. Die Logik, aufgefasst als mathematische Theorie des Argumentierens, ist eine normative Theorie gültiger Schlüsse (Inferenzen) und hat die Aufgabe, die Wahrheit von Aussageformen und die Gültigkeit von Schlussformen zu bestimmen. [12]

Der Logizismus nach Gottlob Frege, Edmund Husserl u. a. vertritt die Annahme, dass die Logik nicht aus Erfahrung abgeleitet werden kann und einen eigenen Geltungsbereich hat (logische Gedankenwelt), wobei die 'logisch abgeleitete' Mathematik als eine Weiterentwicklung der Logik aufgefasst wird (schon bei Gottfried Wilhelm Leibniz). Dagegen vertritt der Psychologismus die psychologieorientierte These, dass die Logik mit faktischen Gesetzen des menschlichen Denkens identifizierbar ist. Danach wäre 'Wahrheit' bestimmbar als Einklang mit logischen Gesetzen, aber ohne Vergleich mit Prinzipien der erfahrbaren Wirklichkeit.

Der Naturalismus (vgl. Philip Kitcher u. a.) widerspricht dieser logisch und apriorisch orientierten Tradition der Rechtfertigung von mathematischen Axiomen gemäß konstruktivistischer oder platonistischer Anschauungen und behauptet, dass die mathematischen Aussagen ebenso wie naturwissenschaftliche Aussagen empirisch gerechtfertig werden müssen, und dass ihre Rechtfertigung nicht durch logische Deduktion aus Axiomen und Definitionen erfolgen kann, sondern nur mit Bezug auf kausale Relationen entsprechend den historisch (aufeinander aufbauend) entwickelten Überzeugungen für mathematische Aussagen.

Grundsätzliche Ausgangsbasis zur Begründung von theoretischen (und empirischen) Erkenntnissen ist mindestens eine (empirisch und/oder assoziativ konditionierbare) lernfähige Gedächtnisstruktur für modifiziertes Wissen, die bestimmt wird mit 'erlernten' begrifflichen Beziehungen (bedingten Relationen). [1]

Der logische Rationalismus (bei Christian Wolff), der all unser Wissen auf "rationale" Vernunftwahrheiten unabhängig von Erfahrungen zurückführt, kann aussagenlogisch dadurch widerlegt werden, dass synthetische Sätze für empirische Erkenntnisse nicht aus analytischen Vernunftwahrheiten logisch abgeleitet werden können (d. h. nicht durch Deduktion nach "starren" Regeln). [12, S. 109]

Albert Einstein schrieb: "Logisches Denken ist notwendig deduktiv, auf hypothetische Begriffe und Axiome gegründet. Wie dürfen wir hoffen, letztere so wählen zu können, dass wir auf ihre Bewährung ihrer Konsequenzen an den Erscheinungen hoffen dürfen? Der günstigste Fall liegt offenbar dann vor, wenn die neuen Grundhypothesen durch die Erlebniswelt selbst oder durch Bewährung von theoretischen Bemühungen an der Erlebniswelt nahe gelegt werden." [AEA 122-858, S. 18] (Physik und Realität, 1935) [10]
"Inhalt erlangen die Begriffe erst dadurch, dass sie - wenn auch noch so mittelbar - mit den Sinneserlebnissen verknüpft sind. Diese Verknüpfung aber kann keine logische Untersuchung aufdecken; sie kann nur erlebt werden. Und doch bestimmt gerade diese Verknüpfung den Erkenntniswert der Begriffssysteme." [Mein Weltbild, Das Raum-, Äther- und Feldproblem der Physik] (1930) [10]
"Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr. Rein logisch gewonnene Sätze sind mit Rücksicht auf das Reale völlig leer." [Mein Weltbild, Zur Methodik der theoretischen Physik] (1930) [10]
"Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens, wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt gebunden ist." [10]


»Logisches Denken« hat mit beobachteten oder vorgestellten Zusammenhängen von Sachverhalten zu tun, die modellhaft (symbolisch konstruktiv) bestimmt werden mit 'in Beziehung gesetzten' abstrakten Begriffen entsprechend verknüpften Begriffssymbolen und Relationen für definierte »kognitiv-logische Begriffsstrukturen«. [1]

Mentale Verknüpfungen begrifflicher Beziehungen sind formal darstellbar mit Relationen (Assoziationen) und verknüpften Aussage-Variablen für logische Schlüsse oder Logik-Funktionen zur Wissensdarstellung (vgl. semantische Begriffsnetze analog neuralen Netzen, siehe 1.).

Die formale Logik oder mathematische Logik ist orientiert auf theoretische Normen des korrekten Folgerns oder (erkenntnistheoretisch aufgefasst) auf definierte Gesetze für deduktive Ableitungen, d. h. aus Vorwissen gefolgerte Schlüsse (Inferenzen).
Den deduktiven Ableitungen nach theoretischen Regeln entsprechen Schlussfolgerungen (Konklusionen aus Prämissen) von bereits gefolgerten, tatsächlichen oder vorgestellten Situationen, die mit sprachlichen Ausdrücken dargestellt werden.

Ein verständlicher »Ausdruck« ist eine syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolge (als Aussagesatz), die nach den zu Grunde gelegten Regeln gebildet wurde und als »Aussage« eine Behauptung über einen Sachverhalt ausdrückt.
Für definierte Aussageverbindungen gelten »Junktoren« (und, oder, nicht, wenn-dann, entweder-oder etc.) und ihre Abkürzungen (Zeichen). Alle Junktoren sind auf die logischen Grundverknüpfungen Konjunktion, Disjunktion und Negation reduzierbar (vgl. Normalform der Boole´schen Algebra).
Die Aussagenlogik ist die elementarste Form der Logik, die nur mit Aussagevariablen und Junktoren arbeitet. Aussagenlogisch wird bestimmt, welche Aussagen "wahr" und welche Schlüsse "gültig" sind. Mit zwei Wahrheitswerten für "wahr" oder "falsch" werden elementare Aussagen binärer Variablen definiert.

»Logische Funktionen« für deduktive und induktive Schlüsse (Inferenzen) können außerhalb von Gehirnen in "denkenden" Maschinen technisch implementiert werden. Alle logisch funktionierenden Computer vollziehen ihre Berechnungen und Problemlösungen gemäß programmierten Algorithmen nach vereinbarten Regeln für funktionelle Zuordnungen von Symbolen (vgl. Instruktionen logischer u. a. Programmiersprachen). Fallspezifisch objektivierte Logik-Funktionen, meist logische Verknüpfungen binärer Variablen (vgl. Boole´sche Algebra), werden in der Informatik und Robotertechnik vielfältig genutzt, z. B. für Computer-Schaltkreise, Logische Programmierung und Programmierte Steuerungen. [2]

Die Prädikatenlogik (besser: 'Prädikatorenlogik' mit Quantoren nach Frege) untersucht strukturierte Aussagen, die in quantifizierte Teilsätze zergliedert werden, wobei definierte Quantoren (All- und Existenzquantoren) für Variablen von Prädikatorenschemata neben Junktoren gelten. Die Prädikatenlogik untersucht die Wahrheit von Sätzen und die Gültigkeit von Schlüssen, die durch Ersetzung der Variablen in Prädikatorenschemata durch Nominatoren und Prädikatoren entstehen. Nominatoren (Namen, Indikatoren, Kennzeichen) für singuläre Begriffe bezeichnen jeweils den Gegenstand einer Aussage. Prädikatoren (Eigenschaftswörter oder Verben) für generelle Begriffe bezeichnen Eigenschaften von Gegenständen oder Beziehungen zwischen Gegenständen. Mit einstelligen oder mehrstelligen Prädikatoren werden Eigenschaften bzw. Beziehungen (Relationen) ausgedrückt, die sich formallogisch überprüfen lassen.

Die klassiche Logik basiert auf dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten, der nur zwei Wahrheitswerte für Aussagen zulässt und damit im Widerspruch steht zu möglichen Ausnahmen (von Regeln) oder unsicheren Annahmen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (erlernten Relationen des Erfahrungswissens).

Nichtklassische Logiken berücksichtigen mehr als zwei Wahrheitswerte (mehrwertige Logik). Die »Modallogik« bestimmt Aussagebeziehungen nach ihrer Modalität (möglich, wirklich, notwendig). Neuere Logiken befassen sich auch mit logischen Verknüpfungen von Unbestimmtheiten für selektierbare Variablenwerte (vgl. CAND- und COR-Knoten, [1]) oder von unscharfen Mengen in Zuordnung zu 'unscharfen Merkmalen' (vgl. Wahrscheinlichkeitslogik bzw. Fuzzy-Logik).

Ein "vermutliche" Aussage (z. B. empirisches Urteil oder Abschätzung) kann nicht nur "wahr oder falsch" sein (mehr als zwei Wahrheitswerte), weil sie als "nicht erwiesen" (ungewiss) gedeutet werden muss, d. h. zu bewerten ist als "möglich" (wahrscheinlich, hypothetisch) oder als "relativ wahr" (unscharf bestimmt).

Empirische Aussagen und Voraussagen sind mit Vorstellungen "aus Erfahrung" assoziiert und entsprechen erinnerten Erwartungen oder Vorurteilen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (gewonnenen Erkenntnissen), die kognitiv-logisch definiert werden als (erfahrungs-)bedingte Relationen und darstellbar sind in Form konditionierter Assoziationen (als bedingte Symbolverknüpfungen). [1] [5]

Eine kybernetische Aufgabe ist die Simulation kognitiver Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen, die gekennzeichnet sind durch erfahrungsgemäß assoziierte Voraussagen, empirische Urteile, subjektive Bewertungen, erwogene Entschlüsse, einsichtige Aussagen oder erlernte Handlungen. [1] - [3]

'Intelligente Automaten' (möglichst mit Selbstkontrolle) sind entwickelbar als KI-Modelle für lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können. Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Voraussagen, Vorstellungen) beeinflussen logische Schlüsse, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung (Autonomie). [2] [3]
Zu simulieren sind empirische Urteile zur "intelligenten" Entscheidungsfindung durch Bewertung von "assoziativ erinnerten" Erwartungen für voraussichtliche Handlungskonsequenzen vor dem Entschluss. Dazu nötig ist antizipatorisch nutzbares Erfahrungswissen (erworbene Kenntnisse) für empirische Voraussagen beim 'bedingten Erwägen' einer optimalen Entscheidung.

Die Simulation kognitiver Leistungen durch situationsbedingte Ausbildung von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen wird erzielt mit (seit 1978 aufgezeigten) Konzepten der von mir definierten »Kognitiven Logik« - als eine theoretische Ausgangsbasis zur innovativen Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen, die mit induktiv erlernbaren bedingten Logik-Funktionen formal beschreibbar sind. [1] - [5]

Formale dynamische Wissensdarstellungen werden analog ausbildbaren Begriffsstrukturen bestimmt durch 'strukturelles Lernen' eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems mit Erfahrungswissen, das im Rahmen der Lerndisposition modifizierbar ist. Ein situationsbedingter Kenntniserwerb, aufgefasst als kognitiver Grundprozess, ist simulierbar mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus auf der Basis von konzeptionellem Vorwissen für Grundfunktionen (veranlagtes Basis-Wissen, z. B. für Implikationen a priori), - im Unterschied zum Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus/Behaviorismus für konnektionistische Neuronale Netze. [1] [2] [4]

Kognitive Logik bedeutet einen systemtheoretischen Paradigmenwechsel hinsichtlich "dynamischen" Wissensdarstellungen mit lernfähigen kognitiv-logischen Gedächtnisstrukturen, die gekennzeichnet sind durch veranlagte und bedingte Relationen bezogen auf mehrwertige Variablen - abweichend von der "starren" klassischen (formalen oder mathematischen) Logik, die orientiert ist auf begründbare formale Aussagen gemäß festgesetzten normativen Regeln für deduktive Inferenzen (abgeleitete Schlussfolgerungen). [5]

Im Unterschied zur formalen, klassischen Logik (für "starres" Regelwissen) hat ein kognitiv-logisches Systemkonzept "Intelligenter Automat" den Vorzug einer 'strukturellen Lerndisposition' als potenzieller Anlage für induktiv erlernbare bedingte Relationen (def. als erworbene Kenntnisse). Damit ermöglicht werden 'erfahrungsgemäße' Implikationen für bedingte Logik-Funktionen, die in lernfähigen Gedächtnisstrukturen situationsabhängig ausbildbar und modifizierbar sind (vgl. erlerntes Regel-Wissen, das konsolidiert oder korrigiert werden kann). [3]

Kognitiv-logische Gedächtnissysteme vollziehen das Erlernen (auch Umlernen) von induktiven Inferenzen durch erfahrungsgemäße Einbeziehung (empirische Implikation) bedingter Relationen in bedingte Logik-Funktionen nach 'bisher bewährten' Regeln, die als 'induktiv angenommen' nur solange gelten, bis sie geändert oder korrigiert werden müssen. [1]
Situationsabhängige und aspektorientierte Inferenzen (Schlussfolgerungen, Urteile) werden kognitiv-logisch bestimmt durch empirische Implikationen bedingter Relationen, einbezogen in kognitiv-logische Grundverknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur.

Für induktive Inferenzen verfügbar sind veranlagte und/oder bedingte Relationen als 'funktionsbestimmende' Kenntnisse von begrifflichen Beziehungen des Erfahrungswissens.

Die Definition eines allgemeinen Begriffs (als Abstraktes im Allgemeinen) wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen. [1]

Elementare Konzeptformen darstellbarer Begriffsstrukturen werden modelliert mit definierten kognitiv-logischen Grundstrukturen. Diese entsprechen "kognitiven" OR- und AND-Knoten als plastischen Grundverknüpfungen einer (nichtklassischen) Kognitiven Logik, die vom Autor systemtheoretisch aufgezeigt worden sind. Jede begrifflich ausbildbare Grundverknüpfung wird bezeichnet als COR- bzw. CAND-Knoten und ist dispositionell vorbestimmt zur 'synthetischen Verallgemeinerung' bzw. 'analytischen Abstraktion' ihres jeweils dargestellten Begriffs, was knotenspezifisch ermöglicht wird mit "erlernbaren" (konditionierbaren) Assoziationen gemäß struktureller Lerndisposition (siehe 1. und 3.). [1] [4]

Relationale Modelle für kognitiv-logische Begriffsstrukturen können formal beschrieben werden als 'lerntypisch ausbildbare' kognitiv-logische Gedächtnisstrukturen mit bedingt verknüpften Relationen für empirische Aussagen. Ihre symbolisch-abstrakten Darstellungen sind implementierbar mit 'situationsbedingt modifizierbaren' Funktionsausdrücken für 'erlernbare' empirische Implikationen (induktiver Lernmechanismus). [1] - [4]
Induktiv (verallgemeinernd) angenommene Regelmäßigkeiten als erlernte Regeln für empirische Implikationen einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur gelten nur hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren (Bestätigung, Konsolidierung), um nicht verworfen oder geändert zu werden (Falsifizierung bzw. Korrektur oder Umlernen, vgl. philosophisches Induktionsproblem).

Aufgezeigte Konzepte der definierten Kognitiven Logik für technische Implementationen erzielen eine lerntypische Ausbildung von bedingten Logik-Funktionen eines 'kognitiv-logischen Gedächtnissystems', das charakterisiert wird durch seine strukturelle Lerndisposition, sein veranlagtes Basis-Wissen und situationsabhängig ausbildbares Erfahrungswissen. [1] - [5]
Bedingte Logik-Funktionen aufgrund bedingter Relationen sind konzeptionell definierbar mit elementaren Darstellungsformen für empirische Implikationen, beispielsweise mit logischen 'Wenn-dann'-Regeln für induktive Inferenzen (verallgemeinernde Schlussfolgerungen). [2]

Dynamische Wissensdarstellungen der Kognitiven Logik sind systematisch konzipierbar mit sprachlich ausgedrückten Relationen (Assoziationen) und empirischen Implikationen für bedingte Zuordnungen funktioneller Formationen (def. als zugeordnete Invariantensätze auf Zuordnungsniveuas eines Zuordnungskomplexes [1]). Die bedingt zugeordneten Formationen als besondere Darstellungsformen sind gekennzeichnet durch elementare Begriffssymbole, die situationsspezifisch gelten gemäß (erfahrungs-)bedingten logischen Verknüpfungen, und die objektivierbar sind als 'aktuell selektierte' Variablenwerte (def. verifizierte Invarianten, vgl. 3.). [4]

Objektivierbare 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen sind formal darstellbar mit (kognitiv-logischen) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (Invarianten, z. B. Zeichen, Wörter oder Muster) als explizite Aussagen, die kommunikativ genutzt werden können. Ein verständliches Ausdrücken eigener Vorstellungen gelingt mittels bekannter Begriffssymbole für möglichst eindeutige Darstellungsformen (Formationen) als Aussagen von begrifflichen Beziehungen (Relationen, Assoziationen). Sprachliche Darstellungsformen äußerbarer Konzepte des deklarativen Wissens sind mitteilbar als objektivierte Aussagen, z. B. verständliche (Daten-)Sätze oder Relationen (vgl. Denkprodukte unter 3.).


Objektivierbare begriffliche Beziehungen (def. als Kenntnisse) des deklarativen Wissens können formal dargestellt werden als Relationen oder Assoziationen (ein- oder mehrstellige Prädikatoren) mit verknüpften Begriffssymbolen oder Variablenwerten (Invarianten), z. B. als verstehbar formalisierte (codierte) Aussagen mittels Zeichen, Wörtern, Sätzen, Mustern oder Bildern. [4]

»Logos-Relationen« sind prägnante Darstellungsformen für Aussagen über "prinzipielle" Erkenntnisse, d. h. als Grunderkenntnisse erworbene 'Kenntnisse von Wesentlichem', die erfassten begrifflichen Beziehungen entsprechen.

Prinzipielle Erkenntnisse (als Grunderkenntnisse) können gewonnen werden durch "kognitive" Verallgemeinerung angenommener Regelmäßigkeiten von ursprünglich erfassten, begrifflichen Beziehungen, die aufgefasst werden als erworbene (Grund-)Kenntnisse von grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen situationsspezifischer Faktoren der untersuchten Sachverhalte (Situationen, Konstellationen). Diese entsprechen definierten Naturgesetzen oder Lebensweisheiten, die in Form von prägnanten Aussagen (als Logos-Relationen) ausdrückbar und dadurch kommunikativ mitteilbar sind.

Eine Logos-Relation ist eine sprachliche Kurzform der Darstellung einer »objektivierten Assoziation« (Relation, Zuordnung) für mindestens eine begriffliche Beziehung, die ausgedrückt wird mit möglichst wenigen Begriffssymbolen (vgl. Zeichen, Wörter, Sätze oder Muster, siehe 3.).
Logos-Relationen entsprechen wesentlichen Aussagen in konzentrierter Form (Relevanz mit geringer Redundanz). Solche sprachlichen Ausdrücke sind 'relationale Begriffsdeutungen', die benötigt werden für markante Beschreibungen, Erklärungen oder informative Mitteilungen (z. B. Aussagesätze, Grundsätze oder Lehrsätze).

Prägnant formulierte Logos-Relationen sind Aussagesätze für Urteile, die beispielsweise nutzbar sind als aspektorientierte Interpretationen (Deutungen), Definitionen (Bestimmungen), Thesen (Behauptungen), Axiome (Prinzipien, Postulate), Instruktionen (Anweisungen, Implikationen) oder Aphorismen (Weisheiten, Lebensregeln) zu Prinzipien der Seinserfahrung.

Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen lassen sich aphoristisch ausdrücken als 'zeitlose Weisheiten', um sie vor dem Vergessen zu bewahren und einsichtsfördernd weiterzugegeben. [9]

Mit Logos-Relationen können konstruktive Denkprodukte explizit ausgedrückt werden, um diese kommunikativ verständlich zu machen (siehe 3.).

Ein richtiges Verstehen von Logos-Relationen gelingt nur solchen Interessenten, die über passendes Kontextwissen für vorausgesetzte Modellvorstellungen verfügen (siehe 4.1.).

Einer Darstellungsform ist nur dann Information (aufgefasst als 'Eingeformtes') entnehmbar, wenn mindestens ein "verstehendes" kognitives System (Organismus, Subjekt) existiert, das diese objektive Formation erkennen und individuell interpretieren kann, wobei sein "informelles" Deutungsergebnis als subjektive Nachricht (für sich und andere) aspektorientiert nutzbar ist. [8]

Bei der interpretierenden Deutung wird der wahrgenommenen Form jedes gedeuteten Zeichens eine 'inhaltliche' Bedeutung funktionell zugeordnet, entsprechend einer semantischen Information der syntaktischen Formation. [4] Diese kann als "subjektive" Nachricht auf das Verhalten des Interpreten einwirken, d. h. eine Reaktion bewirken (z. B. Verstehen, Ablehnung, Erstaunen oder Erheiterung).

Individuelles Verstehen von Formationen im jeweiligen Zusammenhang (Kontext) gelingt mit "richtig gedeuteten" Erkennungsergebnissen infolge von analytischen Unterscheidungen zwischen begrifflichen Wertekategorien des situationsbedingt erworbenen Erfahrungswissens, womit empirische Urteile für Aussagen und Entscheidungen bestimmt werden können.

Die kognitive Interpretation eines deutbaren Zeichens gelingt nur dann, wenn seiner formalen Darstellung mindestens eine begründbare Aussage zugeordnet werden kann. Dafür notwendig ist eine (Er-)Kenntnis des Zeichens in Bezug auf die (mit ihm) 'assoziierte' Aussage, die sprachlich ausdrückbar ist (Aussagesatz, formale Beschreibung). Wer den Sinn-Zusammenhang der semantischen Zuordnung (als Entsprechungsrelation) kennt oder errät, der kann das dargestellte Zeichen richtig deuten, d. h. erkennen, verstehen und decodieren. Eine vereinbarungsgemäße Zeichenentschlüsslung gelingt mit Hilfe von adäquaten Vorkenntnissen (Erfahrungswissen) für mindestens eine erinnerbare Vorstellung der zutreffenden Aussage. [14]

Handlungsorientierte Interpretationen aktueller Situationen entsprechen analytischen Deutungen von Formationen (als deutbare Zeichen) in funktioneller Abhängigkeit von aktuellen "subjektiven" Einstellungen, Bewertungen und Zielstellungen (Emotion bzw. Motivation). [2]

Individuelle Deutungen von Sinneswahrnehmungen werden interpretativ bestimmt von der systemeigenen Gedächtnisstruktur entsprechend begrifflichen Beziehungen ihrer kognitiven Schemata, beispielsweise verknüpften Merkmalsbeziehungen zur Objekterkennung.
Aufgrund von Kenntnissen des Erfahrungswissens entstehen in Erkennungsprozessen erinnerte funktionelle Vorstellungen. Diese sind symbolisch-abstrakt beschreibbar mit Darstellungsformen für 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen (s. o.).

Ein aktiver Wahrnehmungsprozess unter 'kognitiver Kontrolle' (präfrontaler Cortex) beginnt mit der Selektion von Informationsdarstellungen im Vergleich mit kognitiven Schemata (Unterscheidung, Klassifizierung, Kategorisierung, Abstraktion, Informationsreduktion). Dabei vorausgesetzt wird eine unbewusste oder bewusste Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bevorzugt selektierte Übertragungskanäle (sinnliche oder hirninterne Modalitäten) für besondere Signalereignisse von externen oder internen Quellen. Der stärkste Reiz zieht meist die Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch ein schwächerer Reiz kann "willentlich" als wichtig eingeschätzt werden und dadurch Aufmerksamkeit erregen.

Ein "intuitiv" verkürzter Interpretationsprozess (ad hoc, vor bewusstem rationalen Denken) wird bestimmt durch eine unbewusste Koordination vieler komplexer 'kognitiver Schemata', - darstellbar mit Relationen für zugeordnete Signal-Formationen (Darstellungsereignisse analog aktiven Ensembles von synchron feuernden Neuronen). Dabei erfolgt eine assoziative Kenntnisnutzung gemäß dem Erfahrungswissen für erlernte "stereotype" Reaktionen (Routinen, Fertigkeiten), - aber auch für mögliche "kreative" Assoziationen (intuitive Einfälle) und "einsichtige" Abstraktionen (vgl. Konzepte gemäß theoretischen Erkenntnissen). [1] - [7]

Erdachte Assoziationen oder Abstraktionen sind nutzbar als theoretische Argumente bzw. funktionelle Begründungen für situationsabhängige Urteile. Ausdenkbar sind auch 'irreale' Fiktionen (märchenhafte Hirngespinste) oder 'symbolisch-konstruktive' Konzepte (modellhafte Entwürfe), die als "innovative" Theorien (Vermutungen) bzw. "irrationale" Geschichten (Illusionen) ungewiss und falsifizierbar sind, solange kein logischer Wahrheitsbeweis erbracht werden kann.


3. Kognitiv-logische Begriffsdeutungen - Konstruktive Denkprodukte

Gedankliche Produkte des konstruktiven Nach-Denkens (mentale Reflexion) werden ausgedrückt als konstruktive Denkprodukte. Diese entsprechen deklarativen (bewusst erinnerbaren) Resultaten selbstreflexiver Denkprozesse, angeregt durch eigene Intentionen (Absichten) für kritische Beobachtungen oder Fragestellungen.
Ein intentionaler Denkprozess ist aspektorientiert charakterisierbar als 'gedankliches Manipulieren' und 'antizipatorisches Kombinieren' von selektierten Symbolen für abstrakte Begriffe und semantische Relationen (gemäß neuronal repräsentierten Vorstellungen).

Assoziative Gedankengänge sind modellmäßig verknüpfte 'Überlegungen' des symbolisch-abstrakten Denkens. Das Finden einer eigenen Meinung oder rationalen Entscheidung, z. B. beim intentionalen Nachdenken bzw. handlungsorientierten Abwägen, erfolgt durch "wissentliche" Selbstreflexion gemäß individuellem Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen.

Erinnerbare Gedankengänge über explizites Wissen können sprachlich ausgedrückt werden, - entweder unbewusst als "unüberlegte" Äußerungen oder bewusst als "gewählt formulierte" Aussagen, z. B. als verständliche Mitteilungen beim Argumentieren und Kommunizieren.

Ausdrückbare Denkprodukte (explizit äußerbare Gedanken) basieren auf elementaren Begriffen (begrifflichen Grundverknüpfungen) und assoziierten Vorstellungen, d. h. mentalen Deutungen oder Erinnerungen. 'Konstruktive Denkprodukte' sind objektivierbar mit kognitiv-logischen Darstellungsformen (Modellen). Ihre sprachlichen Ausdrucksformen sind kommunikativ nutzbare Aussagen und Beschreibungen, z. B. für empirische Urteile aufgrund von Voraussagen (Erwartungen) "aus Erfahrung". [2] [4]

Theoretische Modelle sind ausdrückbar als symbolische Konstruktionen für abstrakt beschreibbare Zusammenhänge von wirklichen Sachverhalten. Diese formal beschreibbaren Abstraktionen (als begriffliche Konstrukte) basieren auf 'empirischen' Beobachtungen oder 'rationaler' Einsicht in Sinnzusammenhänge (d. h. Erfassung von Beziehungen) der objektiven Realität. Zur Darstellungen von funktionellen Strukturen für Wirkungszusammenhänge dienen mathematische Funktionen (Formeln, Regeln) oder logische Ausdrücke von elementaren Implikationen für Schlussfolgerungen (Inferenzen). [1]
Konstruktive Modelle (vorgegebene und ausgebildete Begriffsstrukturen) eines kognitiven Systems bestimmen seine individuellen Vorstellungen (subjektive Anschauungen oder objektivierbare Hypothesen), die als erinnerte Annahmen situationsabhängig nutzbar sind (z. B. versuchsweise), um das individuelle Verhalten "intelligent" steuern zu können. [7]

Erzielt wird eine »dynamische Wissensdarstellung« für 'kognitiv-logische' Gedächtnisstrukturen mit induktivem Lernvermögen zur 'selbstorganisierenden' Ausbildung oder Modifikation bedingter Logik-Funktionen im Rahmen der strukturellen Lerndisposition für ausbildbare Begriffsstrukturen. Das erfordert situationsbedingt modifizierbare Funktionsausdrücke (aufgrund von Basis-Wissen), die bestimmend sind für erfahrungsbedingte Urteile und Entschlüsse zur "intelligenten" Aktion oder Interaktion. [1] - [5]

Eine durch empirische Verallgemeinerung (induktiv, situationsbedingt) ausgebildete kognitv-logische Begriffsstruktur (modellhaft konstruierte Vorstellung) beruht auf mindestens einer erworbenen Kenntnis (bedingten Relation) eines als regelmäßig erfassten Zusammenhangs von 'koinzident' erfahrenen (Signal-)Ereignissen oder (Beobachtungs-)Fällen, der aufgefasst wird als allgemeine Regel entsprechend einer angenommenen objektiven Natur-Gesetzmäßigkeit (vgl. induktiver Lernmechanismus [1]).
Das modellmäßig konstruierte Erfahrungswissen kann niemals mit apodiktischer Gewissheit gelten, sondern nur solange es sich praktisch bewährt (erprobte Bestätigung, vgl. Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit, siehe 2.).

Praktisch erprobte Modelle oder Theorien (z. B. technisch implementiert) gelten für bisher festgestellte Gesetzmäßigkeiten nur solange wie diese Bestand haben, d. h. solange nicht neue Erkenntnisse (bedingte Relationen für neuerfasste Zusammenhänge) aufgrund entdeckter neuer oder geänderter Bedingungen ein 'intelligentes Umlernen' durch "adaptive" kognitiv-logische Modellbildung erforderlich machen (konstruktive Kritik, Falsifizierung oder Korrektur). [3] [7]

Folgende Tabelle enthält zusammengestellte formale Assoziationen für begriffliche Zuordnungen (als Logos-Relationen), die einen systematischen Überblick über konstruktive Denkprodukte (Erdachtes) und ihre Äußerungen (Gemachtes) geben, wobei die objektivierbaren Äußerungen vorgesehen sind zur Mitteilung (Informierung, Erklärung) oder für Aktionen (Handlung, Konzept-Verwirklichung).

Denkprodukt (Mentales, Erdachtes)


Begriff - erfasstes Abstraktes im Allgemeinen,
- Abstrahiertes einer allgemeinen Vorstellung,
- als Wesentliches einer Kategorie / Klasse,
- als Besonderes mit verknüpften Merkmalen,
- als abstrakt definierte Größe einer Theorie

Erkennungsergebnis der Wahrnehmung:
Identifikation, Urteil, Anschauung, Deutung

Urteil als logischer Schluss (Inferenz):
Schlussfolgerung, Sach- oder Werturteil

Erwartung als Vorstellung (Erinnerung):
Assoziation für empirische Voraussage

Gefühl als erlebte Emotion (Bewertung):
bewusste Empfindung, emotionale Erinnerung

Absicht als Intention:
Motiv(ation), Ziel, Antrieb, Bedürfnis, Wunsch

Plan als Arbeitsschema (Algorythmus):
zielorientiertes Verfahren, zeitlicher Ablauf

Entscheidung als Erwägung von Alternativen:
Entschluss, Wahl der Aktion, Problemlösung

Entwurf als kreative Leistung (Einfall):
Design-Konzept, Lösungsansatz, Erfindung

Theorie als Systematisierung des Wissens:
Denkmodell, symbolische Konstruktion,
wissenschaftliche (Ge-)Sätze, Axiome

Methode als strategisches Metawissen:
Heuristik, Verfahren, Deduktion, Induktion

Äußerung (Ausdruck, Gemachtes)


Begriffsdarstellung - deutbare Konzeptform:
  Formation, Gestalt, Struktur, Konstrukt - mit
Begriffssymbol(en), z. B. Zeichen oder Wort;
Begriffsdefinition als Satz, Text, Formel, Bild,
  symbol. Muster, Piktogramm, Grafik, Plastik

Beschreibung des Erkannten (als Deutung):
Interpretation, Klassifizierung, Einordnung

Aussage mit Wahrheitsanspruch:
Aussagesatz für Behauptung oder Weisung

Voraussage "aus Erfahrung":
Prädiktion, Vorurteil, erwartete Konsequenz

Gefühlsäußerung (emotionale Reaktion):
Meinung, Statusreport, Mimik, Gestik, Reflex

Zielstellung (Orientierung) als
Vorsatz, Absichtserklärung, Versprechung

Tat-Vorschlag (geplante Ausführung):
Termin-Vorgabe für Handlung, Aktionsabfolge

Tat-Veranlassung (Handlungsanweisung)
für Aktion(en), Verhaltensprogramm, Routine

Konzeption als konstruktiver Ansatz
für Strukturbildung, Gestaltung, Konstruktion

Modell für Praxis (Beschreibung / Erklärung):
Nutzung für Voraussage, Berechnung, Kritik,
Experiment, Überprüfung, Test, Falsifizierung

Handlungsweise (nach Regeln für Vorgehen)
in Wissenschaft, Technik, Kunst und Kultur

Begriffe werden modellhaft gebildet und dienen als kombinierbare Bausteine für (analytische und synthetische) Denkoperationen. Beim Denken werden Begriffe zu Gedanken(gängen) verknüpft, insbesondere zu "gedanklichen" Schlussfolgerungen (Inferenzen, Implikationen) für logische Urteile über Wahrgenommenes, Erkanntes und Bewertetes aufgrund von assoziativ nutzbarem (Erfahrungs-)Wissen.
Begrifflich bestimmbare empirische Urteile für Entscheidungen "aus Erfahrung" beruhen auf erworbenen Kenntnissen als bedingten Relationen (erfassten Beziehungen), die einbezogen sind in 'plastische' Begriffsstrukturen des ausbildbaren Wissens.
Worte dienen - wie symbolische Zeichen oder Namen - zur sprachlichen Benennung (Bezeichnung) von darstellbaren Begriffen und zur Formulierung von begrifflichen Beziehungen, die äußerbar sind als formale Ausdrücke für 'deutbare Konzeptformen' bzw. relationale Aussagen (z. B. Kennzeichnungen oder Logos-Relationen).

Die gedankliche Vorstellung eines Begriffs wird bestimmt als abstraktes Denkprodukt, dessen 'deutbare Konzeptform' mit unterschiedlichen Begriffssymbolen bezeichnet und verständlich dargestellt werden kann (s. u. und vgl. Tabelle).
Mit einer symbolischen Darstellungsform (z. B. Zeichen, Wort, Bild oder Grafik) repäsentierbar sind unterschiedliche Begriffe, - zumindest ein Begriff, - aber nur dann, wenn die für einen dargestellten Begriff charakteristische Merkmalskonjunktion in der Darstellung wahrgenommen, erkannt und gedeutet werden kann. Bei der (subjektiven) Interpretation einer Darstellung gelingt ihre richtige Deutung durch ein Verstehen im betreffenden Kontext.

Aspektorientiert definierte Begriffe sind gedanklich verbunden mit bestimmten Fragestellungen oder Interessen. Allgemeine Begriffe sollten möglichst zweckfrei und umfassend (universell) definiert werden, wobei verständnisspezifisches Kontextwissen vorausgesetzt wird.

Ein allgemeiner (genereller) Begriff ist ein gedankliches Konstrukt (mentales Konzept) von analytischen Abstraktionen (speziellen Begriffen) in alternativer Zuordnung zum synthetisch Verallgemeinerten, d. h. dem allgemeinen Begriff, dem eine formal beschreibbare kognitiv-logische Begriffsstruktur entspricht. Typisch für einen allgemeinen Begriff sind alternative Abstrakta für Besonderes/Einzelnes (spezielle oder Unterbegriffe) in disjunktiver Verknüpfung für das Allgemeine als genereller (Ober-)Begriff.
Ein spezieller (abstrakter) Begriff entspricht der analytischen Abstraktion des Wesentlichen von unterschiedlichen Erscheinungsformen (Formationen) einer besonderen Kategorie (Begriffsklasse). Das "begriffene" Abstraktum (als Besonderes) wird gekennzeichnet durch kombiniert erfasste Merkmale (für kennzeichnende Einzelheiten), die in einer definierten Merkmalskonjunktion begriffstypisch zusammengefasst werden. Diese ist disjunktiv einbezogen in eine 'kognitiv-logische Grundstruktur' eines allgemeinen Begriffs (vgl. funktioneller COR-Knoten einer disjunktiven Verknüpfung mehrerer CAND-Knoten als prinzipielles Modell einer objektivierbaren 'Konzeptform', s. u.). [1][4]

Begriffe mit ihren Beziehungen (in Form von Assoziationen) können modellmäßig objektiviert werden als begriffliche Knoten semantischer Netzwerke. Solche Begriffsknoten entsprechen 'logischen Verknüpfungselementen' einer lernfähigen Gedächtnisstruktur, die funktionell wirksam sind als 'verallgemeinernde Neuronen' in plastischer Verknüpfung für erfahrungsbedingte Begriffsrepräsentationen. -
Meine These: Vermutlich gibt es in lernfähigen Gedächtnisstrukturen des Gehirns "logische" Verknüpfungen für begriffliche Repräsentationen (Konzepte), Vorstellungen und Urteile, die sprachlich ausdrückbar sind (vgl. Aussagesätze über Begriffsstrukturen). Demnach fungieren Neuronen in 'zuordnenden' Funktionskomplexen für viele disjunktive Verknüpfungen von 'konjunktiv synchronisierten' neuralen Aktionsmustern (def. Formationen), die speziellen Merkmalskonjunktionen (def. Invariantensätzen) entsprechen und somit unterscheidbar und (wieder-)erkennbar sind. Eine einzelne begriffliche Formation gilt als selektiertes Besonderes, das typisch ist für 'Abstraktes im Allgemeinen', d. h. für einen (analytisch) abstrahierten Begriff in Zuordnung zu mindestens einem (synthetisch) verallgemeinerbaren Begriff einer Kategorie oder Objektklasse, die aufgefasst wird als 'integrativer' Oberbegriff von disjunktiv einbezogenen (Unter-)Begriffen. [1] [4]

Unterstützt von veranlagten Begriffen des Basis-Wissens (vgl. Kategorien a-priori nach Immanuel Kant) werden zusätzliche neue Begriffe situationsbedingt (intuitiv oder induktiv) gebildet und mit bestehenden Begriffen in Beziehung gesetzt.
Induktiv gebildete Begriffe sind verallgemeinerte Abstrakta (Kategorien, Objektklassen), die als Besonderes erfasst und in Allgemeines eines (Ober-)Begriffs einbezogen worden sind, d. h. durch Verallgemeinerung (induktiv) 'begriffen' wurden. [4]
Die "kreative" Begriffsbildung resultiert aus einem 'kognitiven Erfassen' (abstrahierenden Begreifen) von typischen Merkmalsbeziehungen für ein als Begriff festgestelltes Abstraktum (Wesentliches) aufgrund von "intuitiven" Situationsbedingungen (mit assoziativen Einflüssen) bei der analytischen Untersuchung von abstrakten oder konkreten Gegenständen (vgl. definierte 'assoziative' bzw. 'reale' Konditionierung bedingter Relationen, siehe [1] u. [4])

Albert Einstein schrieb: "Die Verknüpfung der elementaren Begriffe des Alltagsdenkens mit Komplexen von Sinnen-Erlebnissen ist nur intuitiv erfassbar und wissenschaftlicher (logischer) Fixierung unzugänglich." [AEA, 122-858, S. 3] (Physik und Realität, 1935) [10]
"Andererseits aber haben jene Begriffe und Relationen, insbesondere die Setzungen realer Objekte, überhaupt einer 'realen Welt', nur insoweit Berechtigung, als sie mit Sinneserlebnissen verknüpft sind, zwischen welchen sie gedankliche Verknüpfungen schaffen." [AEA, 122-858, S. 2] (Physik und Realität, 1935) [10]
"Nach meiner Überzeugung muss man sogar viel mehr behaupten: die in unserem Denken und in unseren sprachlichen Äußerungen auftretenden Begriffe sind alle - logisch betrachtet - freie Schöpfungen des Denkens und können nicht aus den Sinnen-Erlebnissen induktiv gewonnen werden. Dies ist nur deshalb nicht so leicht zu bemerken, weil wir gewisse Begriffe und Begriffsverknüpfungen (Aussagen) gewohnheitsmäßig so fest mit gewissen Sinnerlebnissen verbinden, dass wir uns der Kluft nicht bewusst werden, die logisch unüberbrückbar die Welt der sinnlichen Erlebnisse von der Welt der Begriffe und Aussagen trennt." [AEA, 1-139, S. 4] (B. Russell und das philosophische Denken, 1944) [10]
Zur näheren Erläuterung schrieb Einstein an Max von Laue: "Die Bemerkung über Begriffe, und im besonderen über die 'erlebnisnahen', ist durchaus nicht so gemeint, dass ich die genetische Bedingtheit der Begriffe durch Erlebnisse leugnen wollte. Was ich meine, ist nur, dass Begriffe aus dem Rohmaterial der Erfahrung nicht durch einen logischen Prozess ableitbar sind." [10]

Mein Ansatz: "Nicht deduktiv" ausbildbare Begriffsstrukturen (hypothetische Begriffsbildung) werden potenziell bestimmt mit vorgegebenen konditionierbaren Assoziationen einer strukturellen Lerndisposition unter der Voraussetzung von mindestens einem 'verallgemeinernden' (induktiven) Lernmechanismus zur 'kognitiven' Zusammenhangserfassung unter einer Koinzidenzbedingung für jeweils zwei verbindbare Begriffssymbole, - gemäß einer Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit'. Bei der Ausbildung von Begriffsstrukturen durch 'strukturelles Lernen' entstehen bedingte Relationen in Form 'konditionierter' synaptischer Verbindungen, die erworbenen Kenntnissen entsprechen, welche kurz- oder langzeitig 'behalten' werden und sich als 'relativ wahre' empirische oder theoretische Erkenntnisse bewähren können.
Der situationsbedingte Kenntniserwerb für empirische oder theoretische Erkenntnisse ist simulierbar durch definierte 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung von Assoziationen, die ausgebildeten Darstellungsformen für bedingte Relationen entsprechen (siehe 1.). [1] - [5]

Weil neu gebildete Begriffe (aufgefasst als "freie Setzungen", nach Albert Einstein) nur relativ wahr sein können, müssen die hypothetisch formulierten Begriffsdefinitionen ständig empirisch überprüft, korrigiert und verbessert werden (vgl. Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit).
Wenn begriffliche Aussagen mit den Tatsachen nicht exakt übereinstimmen, sind sie nicht oder nur relativ wahr, was ihre fallbezogene Anpassung oder begriffliche Eingrenzung problematisch macht (vgl. juristische Auslegung).

Eine neue Begriffsdefinition ist formal-sprachlich ausdrückbar und sollte möglichst verständlich beschrieben und widerspruchsfrei begründet werden.
Prinzipielle Aussagen als Basissätze (Axiome, Grundsätze) basieren auf Grunderkenntnissen für begrifflich festgesetzte Größen, z. B. Begriffsdefinitionen für Theorien und Gesetze in Naturwissenschaft und Gesellschaft.

Ausbildbare 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen sind formal darstellbar durch Objektivierung von begrifflichen Beziehungen als Relationen für bedingte logische Verknüpfungen (s. u.). Bezeichnend sind 'Begriffssymbole' (z. B. Zeichen oder Worte), die als objektivierte begriffliche Formationen mitgeteilt und gedeutet werden können. Ihre dargestellten semantischen Inhalte sind als "eingeformte" Informationen zu verstehen, die "interpretativ entnehmbaren" Begriffsbedeutungen entsprechen (vgl. meine Definition in [1]). [4] [8]
Mit »Begriffssymbolen« bezeichnet werden abstrakte Kategorien von Objekten (Klassen), die als Besonderes abstrahiert (begrifflich aufgefasst) und in erweiterbare ('plastische' kognitiv-logische) Verknüpfungen für Allgemeines einbezogen werden können. Das begrifflich 'neu einbezogene' Abstrakte gilt als "erlerntes" Besondere im Allgemeinen.
Zur dynamischem Wissensdarstellung mit Begriffssymbolen (verifizierbaren Invarianten) und Relationen (feste und ausbildbare Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen) wurde eine 'kognitiv-logische Struktur' für »Kognitive Logik« systemtheoretisch definiert, vgl. » Publikation in [1]).


Symbolische Ausdrucksformen für aktuelle Begriffe (Begriffssymbole) sind reduzierbar auf situationsspezifisch ausgewählte Werte von 'kognitiv-logisch' verknüpften Variablen, die als Komponenten von Informationsdarstellungen (Variablenkonfigurationen) fungieren. Die selektierten Begriffssymbole entsprechen aktuell 'verifizierten Invarianten' als einzelnen Variablenwerten oder codierten Formationen (Invariantensätze, Relationen). [1][2][4]

Begriffliche Invarianten werden als vereinbarte symbolische Zeichen ausgedrückt, z. B. zur Bezeichnung von Merkmalen (als Aspekten des Besonderen) und von allgemeinen Begriffen (Klassen). Logisch verifizierte Invarianten werden als 'selektierte Formationen' dargestellt, z. B. codierte Signal- oder Bit-Werte, Zeichen, Worte, Sätze, Sequenzen oder Muster. [1][4]

Logische Ausdrücke sind syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolgen als Formationen (Aussagen), die nach (Grund-)Regeln einer Grammatik für eine sprachliches Vokabular gebildet worden sind.

Objektivierbare Beziehungen zwischen Begriffen (Kenntnisse) können sprachlich ausgedrückt werden als kenntnisspezifische Relationen (Assoziationen, Verknüpfungen) begrifflicher Invarianten (Symbole, Variablenwerte), - zuordenbar zu Zeichen, Worten oder Sätzen für Aussagen (siehe 2.)

Darstellungsformen begrifflicher Symbolverknüpfungen (Begriffsstrukturen) sind beispielsweise verständlich formulierte Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln) für modellhafte Beschreibungen und Erklärungen von erfassten Zusammenhängen.

Begriffsbestimmende mentale Operationen zur symbolisch-abstrakten Selektion und Integration in 'lernfähigen Gedächtnissystemen' sind modellierbar mit kognitiv-logischen Funktionen, gekennzeichnet durch verknüpfte 'bedingte Relationen' (als "erfasste" Beziehungen) zwischen Variablen in komplexer Vernetzung.

Objektivierbare »Konzeptformen« für ausbildbare begriffliche Grundverknüpfungen entsprechen elementaren Funktionseinheiten analog semantischen Begriffsstrukturen, die formalisierbar sind als »kognitiv-logische Grundstrukturen« mit 'plastischen' CAND- und COR-Knoten (vgl. These 10 in [4]). Diese werden definiert als 'kognitiv-logische Konzept-Module' für »lernfähige Zuordnungseinheiten« (auf hierarchischen Zuordnungsniveaus) eines definierten 'lernfähigen Zuordnungskomplexes' als Modell eines interpretativ fungierenden Gedächtnissystems (vgl. 'lernendes Gedächtnis'). Seine Konzeptmodule (in Zuordnungseinheiten) sind implementierbar mit vernetzten und rückgekoppelten Implikationen (vgl. Wenn-dann-Schlüssen) und dienen zur Simulation von 'analytischen' Abstraktionen und 'synthetischen' Verallgemeinerungen von Begriffssymbolen für kognitiv-logische Urteile. [1] - [5]

Eine »analytische Abstraktion« wird bestimmt durch Zuordnung eines allgemeinen Begriffssymbols zur analysierten Formation (Verknüpfung konjunkter Merkmale) und steht in logischer Verbindung mit der »synthetischen Verallgemeinerung« einer begrifflichen Aussage durch funktionelle Einbeziehung von alternativen Begriffssymbolen als disjunkten Merkmalen (vgl. disjunktive Verknüpfung eines allgemeinen Begriffs). [1][4]
Eine formale Simulation der analytischen Abstraktion und synthetischen Verallgemeinerung zur begrifflichen Bestimmung von Urteilen, Bewertungen und Entscheidungen wird ermöglicht mit kognitiv-logisch verknüpften Begriffsymbolen, definiert als verifizierbare Invarianten in Symbol-Formationen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus (def. Lernfähiger Zuordnungskomplex). [1]

Kognitiv-logischen Darstellungen von ausgebildeten Begriffsstrukturen für theoretische Denkmodelle entsprechend konstruktiven Konzepten zur Beschreibung von kognitiv erfassten Zusammenhängen (vgl. Theorien, Axiome, Fiktionen), deren "induktiv erlernte" bedingte Relationen aufgrund verallgemeinert angenommener Regelmäßigkeiten nur hypothetisch gelten können. Deshalb müssen sich erworbene Kenntnisse von neu erfahrenen Regeln bei ihrer Nutzung empirisch bewähren, um weiterhin als 'relativ wahr' zu gelten (sonst Falsifizierung oder Umlernen). [2] [3]

Individuelles Verstehen geschieht mit "deutenden" Erkennungsergebnissen infolge von analytischen Unterscheidungen zwischen begrifflichen Wertekategorien (kognitive Klassifizierung) des nutzbaren Wissens, besonders entsprechend situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erfahrungswissen) zur Bestimmung von empirischen Urteilen für "eigene" Aussagen und Entscheidungen.
Ein richtiges Verstehen formal dargestellter semantischer Informationen wird ermöglicht mit 'generellen' Erinnerungen von Begriffsbeziehungen als (abgerufene) Kenntnisse 'wesentlicher' Zusammenhänge (Kontext- oder episodisches Wissen) über untersuchte Sachverhalte. Für detailliertes Verstehen nützlich sind zusätzliche 'singuläre' Erinnerungen von Merkmalsbeziehungen als Kenntnisse von "gemerkten" Eigenschaften (Merkmal- oder Faktenwissen) einzelner Objekte oder Situationen (vgl. 1.) [8]
Eine interaktive Verständigung über symbolische Darstellungsformen (Zeichen, Bilder, Texte, Kunstwerke) ist nur mit 'passenden' Begriffsstrukturen für richtig zugeordnete Vorstellungen möglich, d. h. mit kommunikativ geeignetem Wissen (z. B. vereinbarten Codes oder Regeln) für adäquate Deutungen im entsprechenden Kontext.
Eigene Deutungen als handlungsorientierte Interpretationen sind funktionell abhängig von aktuellen "subjektiven" Einstellungen, Bewertungen und Zielstellungen (Emotion bzw. Motivation). [2][3]

Der "deutende" Mensch interpretiert seine empirischen Wahrnehmungen aufgrund von eigenen (subjektiven) Vorstellungen seines modellhaften Wissens, verbunden mit erinnerten Erwartungen (Voraussagen) oder Vermutungen (Hypothesen) als unbewiesenen Annahmen von Fakten oder Gesetzmäßigkeiten festgestellter (beobachteter) Zusammenhänge. Untersuchte Sachverhalte sind kritisch zu prüfen und wissenschaftlich zu erforschen, um ihre erfassbaren Beziehungen möglichst objektiv zu beschreiben und systematisch zu erklären, z. B. mit (mathematisch) definierten Gesetzen oder Regeln, mit denen empirische Voraussagen gemacht werden können.

Auf Vermutungen beruhende konzeptionelle Ansätze (Konzepte, Ideen) sind versuchsweise nutzbar als konstruktive Entwürfe oder heuristische Methoden (kognitive Theorien) zur Auffindung von praktikablen Lösungswegen mit Erfolgsaussichten. Gefordert werden effektorientierte Versuche aufgrund von Vermutungen (möglicherweise auch als Irrtümer) in Fällen neuartiger Situationen, für die bewährte Entscheidungsregeln zur Handlungssteuerung fehlen. Aus "intelligentem" Lernen am Effekt von Test-Versuchen (Experimenten) resultieren logisch begründete Urteile für Implikationen (Wenn-dann-Regeln) zur erfahrungsgemäßen Bestimmung von optimalen Entscheidungen.

Das individuelle Sprachvermögen ist eine systemimmanente Voraussetzung für deklarative Ausdrücke als formale Darstellungen zur Beschreibung und Erklärung eigener Vorstellungen, Urteile, Konzepte oder Intentionen hinsichtlich der Vergangenheit bzw. Zukunft. Sprachliche Aussagen werden bestimmt von aktuell nutzbarem, "deklarativen" Erfahrungswissen (auch: methodisches oder selbstreflexives Metawissen) entsprechend symbolisch-abstrakten Denkmodellen (kognitiv-logische Modellbildung, vgl. 1.). Sprachlich darstellbar sind 'konstruktive Konzepte' als hypothetische Modellvorstellungen gemäß ausgebildeten 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen, die mit Logos-Relationen prägnant beschrieben werden können (vgl. 2.). [1][7]

Das 'selbstbezüglich denkende' Gehirn entspricht einem Gedächtnissystem mit Selbstmodell, das befähigt ist zu "vernünftiger" Selbstkontrolle durch eine 'kritische' Beurteilung und 'subjektive' Bewertung von individuell erkannten (bewusst gewordenen) System-Zuständen, die neuen Situationen unangemessen sein können (vgl. Probleme, auch Statusreports über Konflikte). Aufbauend auf Erfahrungswissen und Metawissen zum Problemlösen kann intelligentes Verhalten "intentional" (absichtlich, willentlich) gesteuert und erforderlichenfalls korrigiert werden (vgl. Handlungsoptimierung). Dazu erforderlich sind (sprachlich ausdrückbare) Urteile, die bestimmt werden von "aus Erfahrung" assoziierten Voraussagen oder erwarteten Konsequenzen von routinemäßigen (unbewussten) Reaktionen. [3]

Karl Raimund Popper schrieb in "Bemerkungen über das Ich" (1976) aus: "Das Ich und sein Gehirn" von Karl R. Popper und John C. Eccles, Serie Piper 1989, Teil I, Kap. 4 :
"Bei solchen Lebewesen, denen wir Geist oder Bewusstsein zuschreiben, steht die biologische Funktion des Bewusstseins offensichtlich in enger Verbindung mit dem Kontrollmechanismus (Selbstkontrolle) des individuellen Organismus. …
  Es scheint, dass Bewusstsein und sogar Vernunft sich weitgehend dank ihres Überlebenswertes für den individuellen Organismus ausgebildet haben." (S. 150)

"Jedenfalls gibt es zwei große Quellen unserer Information: das, was durch genetische Vererbung erworben ist, und das, was wir uns während unseres Lebens aneignen. Ferner ist alles Wissen, ob ererbt oder erworben, historisch eine Modifikation früheren Wissens; und alles erworbene Wissen kann Schritt für Schritt auf Modifikationen angeborenen oder instinktiven Wissens zurückverfolgt werden. Der Wert erworbener Information beruht fast restlos auf unserer angeborenen Fähigkeit, sie in Verbindung mit unserem unbewussten, ererbten Wissen und vielleicht auch zu dessen Korrektur zu nutzen." (S. 158)

"Bewusstsein ist nötig, damit neue Ansichten oder Theorien kritisch ausgelesen werden - wenigstens auf einer gewissen Abstraktionsstufe. Wenn irgendeine Ansicht oder Theorie unter bestimmten Bedingungen unverändert erfolgreich ist, dann wird ihre Anwendung nach einer gewissen Zeit zu einer Routineangelegenheit und unbewusst. Ein unerwartetes Ereignis aber zieht die Aufmerksamkeit auf sich und regt damit Bewusstsein an." …
  "Aber die Rolle des Bewusstseins ist vielleicht da am klarsten, wo ein Ziel oder Zweck (vielleicht nur ein unbewusstes oder instinktives Ziel oder ein instinktiver Zweck) durch alternative Mittel erreicht werden kann und wenn zwei oder mehrere Mittel nach reiflicher Überlegung ausprobiert werden. Das ist der Fall einer neuen Entscheidung." (S. 163)

"Das Zentralnervensystem hatte von Anfang an die Hauptfunktion, den sich bewegenden Organismus zu steuern oder zu leiten. Das Wissen um seinen Standort (die Lage seines Körperbildes) im Verhältnis zu den biologisch bedeutsamsten Aspekten der Umwelt ist eine unerlässliche Vorbedingung für diese Leitfunktion des Zentralnervensystems. Eine andere derartige Vorbedingung ist die zentralisierte Einheit des Steuerorgans, des Entscheidungsträgers, der, nach Möglichkeit, einige seiner Aufgaben auf eine hierarchisch niedere Verantwortungsstufe, auf einen der vielen unbewussten einheitschaffenden Mechanismen abwälzt." (S. 166)

Ein hochentwickeltes Bewusstsein entspricht "rationalen" Vorstellungen aufgrund von selbstbezüglichen Erfahrungen. Es ist begrifflich verbunden mit 'höheren' kognitiven Leistungen, insbesondere für konstruktive Konzepte, prädiktive Modelle und zielorientierte Pläne (vgl. Antizipation, Voraussage, Einsicht und Selbstreflexion). Diese werden beeinflusst von 'subjektiven' Bewertungen gemäß 'unbewussten' internen Situationen (vgl. emotionale Signale des limbischen Systems). Begriffliche Vorstellungen sind äußerbar in Form künstlerischer Gestaltungen und sprachlicher Ausdrücke, besonders für deklarative Mitteilungen zur Kommunikation mit anderen Individuen (vgl. Objektivierung und Tradierung).

Das 'funktionelle' (Selbst-)Bewusstsein entspricht reflexivem "Wissen vom Sein" (des Selbst) analog eines ontogenetisch gebildeten Selbstmodells (vgl. Persönlichkeitsentwicklung), das für 'selbstkontrollierende' Überwachungs- und Steuerfunktionen genutzt werden kann (vgl. Selbstkontrolle und Intention).
Wissentliche Gedankengänge (begriffliche Verknüpfungen) beim "bewussten" Nachdenken (Reflexion) und "intelligenten" Problemlösen beziehen sich auf aktuell nutzbare Erinnerungen (Vorstellungen, Erwartungen, Voraussagen 'aus Erfahrung'). Für Denkprozese modellhaft definiert wurde ein 'explizites' Arbeitsgedächtnis (aufgefasst als Kurzzeitgedächtnis). Dieses entspricht "steuerungsmäßig übergeordneten" Gedächtnisstrukturen des präfrontalen Cortex im Stirnhirn, das wechselwirkend verbunden ist mit weit vernetzten "deklarativen" Gedächtnisstrukturen des 'assoziativen Cortex' (Areale der Großhirnrinde) und außerdem mit 'impliziten' Gedächtnisstrukturen subcortikaler Hirnabschnitte, die dem Unterbewusstsein (Unbewusstes) begrifflich zugeordnet werden.

Höhere (rationale) Bewusstseinsformen werden als 'funktionelle Erscheinungen' des Gehirns aufgefasst und sind 'symbolisch-konstruktiv' (modellmäßig) erklärbar mit sog. Supervisor-Funktionen eines "kontrollierenden" (superponiert ausbildbaren) Meta-Automaten, dessen Inputs und Outputs wechselwirkend verbunden sind mit mindestens einem relativ autonom fungierenden "Basis-Automaten" als Grundsystem (analog 'Grund-Bewusstsein' und 'Unterbewusstsein', vgl. Gehirnmodell [1]). Der sprachbegabt-lernfähige Meta-Automat fungiert als eine "übergeordnete" Kontroll- oder Führungskomponente des hochentwickelten Gesamtsystems und steuert "wissentlich" dessen Selbstkontrolle gemäß seinem ausbildbaren 'selbstreflexiven' Metawissen (vgl. Intelligenter Automat für 'intentionales' Lernen als multihierarchisches offenes System, - ohne einen imaginären "Homunkulus" [3]).
Ein Meta-Automat modelliert mindestens einen "sprachlich-reflexiven" Funktionskomplex im Stirnhirn (vgl. präfrontaler und orbitofrontaler Cortex analog Verstand bzw. Vernunft [6]). Dieser verfügt über individuelles, situationsbedingt ausgebildetes 'deklaratives' Erfahrungswissen, 'erlerntes' Sprachwissen und 'selbstreflexives' Metawissen (def. als Selbstmodell, vgl. 1.). Er kann sprachliche Ausdrücke formulieren für Aussagen, situationsbedingte Urteile und auch Antworten, z. B. für erfragte Begründungen von Handlungen (logische Implikationen für Statusreports, vgl. Erklärungskomponente [2]).
Der "aufmerksame" Meta-Automat interpretiert und bewertet ausgewählte, detektierte Signale des 'relativ autonomen' Basis-Automaten im Gesamtsystem. Sein "wissentliche" Beurteilung der aktuellen Situation wird maßgeblich bestimmt von seiner "subjektiven Lage" (Bedürfnis, Einstellung gemäß Metawissen). Demzufolge kann er "führend" und notfalls "korrigierend" eingreifen in Entscheidungsroutinen und Handlungssteuerungen zwecks "intelligenter" Beeinflussung von prozeduralen Verhaltensprogrammen des "unbewussten" Basis-Automaten (analog "gewissenhafter" Selbstkontrolle trotz 'Macht des Unbewussten', vgl. Controller-Komponente eines Intelligenten Automaten [3]). [6]
Ein "zielsetzender" Meta-Automat beeinflusst die 'rationale Autonomie' des Gesamtsystems und steuert dessen Homöostase zielorientiert. Er kann besondere Aufmerksamkeit (Vorsicht, Rücksicht) oder individuelle Absichten (Intention, Plan) bestimmen, die für "intentionales" Problemlösen und Lernen wichtig sind (vgl. Gefahrvermeidung oder -abwehr, Interesse an Neuem oder Suchen, experimentelles Untersuchen und Versuchen von Unbekanntem). [2] [3]

Konrad Lorenz (1903 - 1989) schrieb: "Wenn der Mensch nicht nach Zielen strebte, wäre seine Frage nach Ursachen sinnlos; wenn er keine Einsicht in ursächliche Zusammenhänge hat, ist er machtlos, das Geschehen nach Zielen hinzulenken, so gut und richtig er diese auch erkannt haben mag". ... "Niemand weiß so gut wie gerade der Naturforscher, dass der menschlichen Erkenntnis Grenzen gesetzt sind, aber er ist sich dauernd bewusst, dass wir nicht wissen, wo diese Grenzen liegen". (aus: Das sogenannte Böse, Dr. G. Borotha-Schoeler Verlag, Wien, 1965, S.325 bzw. 328)

Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Wir haben uns daran gewöhnt, dass ein Teil der mentalen Leistungen, die wir für spezifisch menschlich hielten, auch von technischen Systemen erbracht werden können. Noch verdanken diese Maschinen ihre Eigenschaften einem vom Menschen erdachten, durchstrukturierten Bauplan. Denkbar ist aber geworden, künstliche Systeme zu konzipieren, die, ähnlich wie unsere Gehirne, einen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen, sich vorwiegend selbst organisieren und auf diese Weise einen Komplexitätsgrad erreichen, der weit über das hinausgeht, was wir gegenwärtig planend strukturieren und analytisch durchdringen können. Solche Systeme wären dann in der Lage, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und mit Initiativen aufzuwarten, die nicht mehr vom Konstrukteur antizipierbar sind. Schon jetzt sollten wir darüber nachdenken, wie wir mit solchen Systemen umgehen wollen." (1999 - aus: 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 195) [7] [15] [16]


4. Reflexionen zu »Homo sapiens« - Logos-Relationen und Aphorismen

4.1. »Sapientia« - Verstand, Einsicht, Weisheit und Wahrheitsfindung


Kinder haben zu fördernde Anlagen für Lebensfreude, Kreativität und Lernbereitschaft verbunden mit Fragen der Neugier und des Staunens.

Kinder lernen durch kognitives Begreifen von Tatsachen ihrer Umwelt und gewinnen dabei eigene Erfahrungen für spätere Einsichten.

Eine informelle Vermittlung von fachspezifischem Erfahrungswissen lernender Gehirne ist möglich durch sprachliche Mittel und wissentliche Unterrichtung; dagegen erfolgt bei genetischer Vererbung keine Übertragung erworbener Fachkenntnisse von Eltern auf Gehirne ihrer Kinder.

Die veranlagte Lerndisposition eines Kindes ermöglicht ihm bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit das Selbstlernen mit der evolutionären Chance zur individuellen Anpassung an neue oder veränderte Bedingungen zwecks Selbsterhaltung.

Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen.

Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zum Lösen von erkannten Problemen seines (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer empirischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit diesen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden.

Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

»Verstehen lernen« heißt "kognitive" Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt.

Ein Mensch mit Verstand kann sein Wissen über die Welt (auch über sich selbst) kognitiv erweitern und praktisch anwenden, wobei das Gelernte (erworbene Kenntnisse oder Fertigkeiten) empirisch überprüft werden muss, ob es sich bewährt, wodurch es konsolidiert, falsifiziert oder korrigiert werden kann (Umlernen zwecks Anpassung).

Verstand ist Erkenntnisvermögen für Deutungen und Urteile durch praktische Einsicht, d. h. Verstehen mittels kognitiv-logischer Begriffsstrukturen für efahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln.

Vernunft lenkt den Verstand beim Problemlösen mit Voraussagen durch theoretische Einsicht,
d. h. systematisiertes Wissen als Denkmodelle für Hypothesen.

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Ein weiser Mensch versteht und lernt viel durch seine Einsicht in Sinn-Zusammenhänge; dennoch staunt er wie ein Kind über die relativ begreifbare Komplexität der Natur.

Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen.

Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg.

Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen.

Erworbene Kenntnisse sind situationsbedingt erfasste Beziehungen und werden als bedingte Relationen im Gedächtnis verallgemeinert genutzt, besonders für theoretische Modelle oder empirische Urteile.

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung als erworbenen Kenntnis.

Eine wissentliche Erkenntnis entspricht einer "ausdrückbaren" erworbenen Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist.

Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können als Wissen vermittelt werden, womit rationale Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge subjektiv gewinnbar ist.

Theoretische Erkenntnisse durch "einsichtige" Beobachtung oder Instruktion sind förderbar mit didaktischen Beispielen bzw. Lehrsätzen.

Beim 'Lernen durch Einsicht' zwecks intelligenter Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung bestimmt eine gewonnene Erkenntnis innovative Modell-Vorstellungen für assoziierbare Voraussagen.

Lernen durch Einsicht führt zur Theorie. - Erst Lernen aus eigener Erfahrung wird zur Praxis einer Verhaltensänderung.

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.

Ein lernender "einsichtiger" Mensch kann wesentliche Zusammenhänge "klug" erfassen und damit "rationelle" Problemlösungen finden. Er muss einen lebensnotwendigen Kompromiss "gelassen" eingehen, wenn in seinem begrenzten Handlungsspielraum keine bessere Lösung für ihn ersichtlich ist.

Lernen durch Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge basiert auf mindestens einer erworbenen Kenntnis von 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten als konstruktives Konzept.

Ein 'innovatives' Konzept (neuer Entwurf) ist begründbar durch "konzeptionelle" Einsicht, d. h. ein Verstehen begrifflicher Zusammenhänge von gedeuteten Darstellungsformen (theoretische oder praktische Einsicht).

Der "verstehende" Mensch beurteilt erkannte Wahrnehmungen nach seinem Wissen für (schematische) Vorstellungen, (erinnerte) Erwartungen und Vorurteile, beeinflusst von subjektiven Bewertungen gemäß seiner Einstellung.

Beim kognitiv-logischen Verstehen wird analytisch unterschieden zwischen begrifflichen Wertekategorien des erworbenen Wissens, das für erfahrungsbedingte Urteile bestimmend ist.

Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft.

Modellhaft (im empirischen Kontext) erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen), die erinnerbare Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "intelligente" Problemlösungen ermöglichen.

Modellhaftes Erfassen begrifflicher Beziehungen führt zu 'merkwürdigen' Vorstellungen, die erinnerbar sind.

Unsere (Vor-)Urteile und hypothetischen Aussagen resultieren aus der subjektiven Interpretation von teilweise erkennbaren Sachverhalten unter dem assoziativen Einfluss von individuellen Vorstellungen oder Voraussagen "aus Erfahrung".

Vorstellungen sind mentale Deutungen oder Erinnerungsbilder.

Einbildung ist Vortäuschung einer virtuellen Wahrnehmung.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche, dagegen sind realistische Ansichten und Aufklärungen oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Kennzeichnend für mangelhafte Einsicht aufgrund fehlender Kenntnisse (z. B. bei der unerfahrenen Jugend) sind unkontrolliert übernommene "irreale" Vorstellungen (falsche Annahmen) für "unrichtige" (irrige) Einschätzungen oder "unklare" (verschwommene) Ansichten.

Mangelnder Kenntniserwerb, oft wegen Desinteresse, ist ein Grund für Fehlurteile aufgrund unwahrer oder verunsichernder Vorstellungen.

Kenntnisspezifische Wahrheitsfindung gelingt durch rationales Streben nach Erkenntnis im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen.   » vgl. Cartoon

Wir (wieder-)erkennen Unterschiedliches einer abstrakten Kategorie als einen allgemeinen Begriff durch Vergleich mit besonderen Merkmalskonjunktionen für wesentliches Abstraktes im Allgemeinen. » vgl. Cartoon

Erworbene Kenntnisse sind situationsbedingt erfasste Beziehungen und werden als bedingte Relationen im Gedächtnis behalten (strukturell gespeichert) und verallgemeinert genutzt, besonders für theoretische Modelle oder empirische Urteile (vgl. 1. und 2.).
Solche (Er-)Kenntnisse sind nutzbar als erinnerbare Erfahrungen bei der 'kognitiven' Informationsverarbeitung, besonders für situationsbedingte Erwartungen (Prädiktionen).

Die empirische Kenntnisnutzung ermöglicht assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" bei Wahrnehmungen und für 'intelligente' Entscheidungen durch "bedingtes Erwägen", d. h. bewertendes Abschätzen der erwarteten Konsequenzen von wählbaren Alternativen (für Aktionen oder Problemlösungen). [1] - [5]

Mit erworbenen Kenntnissen werden symbolische Konstruktionen für objektivierbare Theorien oder Denkmodelle gebildet, die formalen Wissensdarstellungen entsprechen oder für induktive Implikationen nutzbar sind (vgl. kognitiv-logische Modellbildung [7]).

Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen erworbenen Kenntnissen (Wissenszuwachs) für kognitive Leistungen (z. B. Voraussagen), die zunächst nur hypothetisch als "adäquat" gelten, bezogen auf natürliche Beziehungen einer objektiven Realität. Ihr angenommener Wahrheitsgehalt (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, z. B. durch praktische Tests oder wissenschaftliche Experimente (Theorie ohne Gewissheit).

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen.

Nur wer Erfasstes begriffen hat, kann es selbst mit Worten beschreiben.

Logos-Relationen sind Aussagesätze für Grunderkenntnisse, die mit möglichst wenigen Worten ausgedrückt werden.

Prägnante Aussagesätze für Wesentliches sind als Aphorismen zu verstehen, - nur von Interessenten mit passendem Kontextwissen. [9]

Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen können als 'zeitlose Weisheiten' aphoristisch ausgedrückt und somit einsichtsfördernd weitergegeben werden.

Hochwertige Aphorismen für "zeitlose" Weisheiten sind lebensfördernde Fruchtkerne vom Baum der Erkenntnis.

Bewusst erinnerbare Kenntnisse des deklarativen (expliziten) Wissens sind "symbolisch-abstrakt" beschreibbar in Form sprachlicher Ausdrücke, z. B. Aussagesätze und Formeln für Theorien, Methoden und Modelle der Wissenschaft. [7]

Genaue Beschreibungen von Erscheinungsformen sind notwendig für die Erforschung prinzipieller Zusammenhänge zur Erklärung von Sachverhalten.

Zutreffende Erklärungen formulieren 'einsichtig' erfasste Zusammenhänge als objektivierte Vorstellungen aufgrund von bewährtem Erfahrungswissen.

Deklarative Aussagen über Wissen vom Sein entsprechen "sprachlichem Bewusstsein".

Sich etwas "bewusst sein" beruht auf wissentlicher Seinserfahrung.

Wer bewusst lebt, macht sich Gedanken über sein Sein.

Selbstbewusstsein entspricht einem persönlichen 'Selbstmodell', d. h. Wissen vom Sein des Selbst (Ich-Begriff als Selbstkonzept), und ist eine ontogenetisch entwickelte Bewusstseinsform für Selbstreflexion und Selbstkontrolle.

Einsichtige Menschen nutzen ihr Wissen für logische Darstellungen und intentionale Pläne.

Nüchternes Denken führt zu logischen Urteilen als formale Feststellungen, ursprünglich ohne emotionale Bedeutung.

Wer über Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. - Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich.

Je komplexer Schwerverständliches ist, desto mehr wird nach Leichtverständlichem gesucht, möglichst einfach übernehmbaren Regeln oder nachahmbaren Aktionen.

Voraussetzungen für verständiges Mitdenken sind Übereinstimmungen im Erfahrungswissen und tolerante Einsicht in fremde Gedankengänge.

Eine perfekte Verständigung mit dargestellten Begriffssymbolen erfordert deren richtiges Verstehen im Kontext.

Deutbare Aussagen werden dann richtig verstanden, wenn ihnen adäquate Begriffsbeziehungen interpretativ zugeordnet werden.

Fehldeutungen entsprechen Missverständnissen aufgrund subjektiver Vorstellungen gemäß unzureichendem Kontextwissen.

Wer zu wenig verstanden hat, kommt unmerklich zu Fehlurteilen.

Zur besseren Verständigung muss die Reizflut auf Wesentliches reduziert werden.

Je mehr wir über unsere Welt wissen, desto mehr staunen wir über ihre begreifbare Komplexität.

Wenn wissende Menschen alles wüssten, was sie nicht wissen, erst dann wären sie allwissend.

Wir verallgemeinern und vermuten zu viel, weil wir zu wenig wissen.

Ein 'Ahnungsloser' weiß zu wenig, um richtig zu verstehen und einsichtig handeln zu können.

Der Sinn suchende Mensch versucht auch Sinnwidriges für sich verständlich zu machen.

Schwachsinn ist unlogisch; Wahnsinn kann logische Methode werden.

Gut auszusehen ist Menschen wichtiger als Notwendiges einzusehen.

Begrenzter Interessenbereich und ungenügendes Wissen sind schlechte Voraussetzungen für gutes Verstehen und Lernen durch Einsicht.

Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben.

Fantasievolle Geschichten und irrationale Fiktionen sind irreal "ersponnene" Dichtungen oder "unwahre" Behauptungen, die mit nachprüfbaren Tatsachen (Fakten) nicht übereinstimmen.

Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube.

Wahrheitssuche durch wissbegieriges Fragen erheitert oft die Schmalspurdenker und empört sogar - die Dogmatiker.

Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, - aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden.

Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes.

Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

»Gewissheit durch Wahrheitsfindung« geben bisher bewährte Kenntnisse von erfassten Beziehungen der Wirklichkeit nur so lange sie bestehen bleiben.

Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat.

Empirische Voraussagen für erwartete Wahrnehmungen oder Handlungskonsequenzen sind bestimmbar mit erfahrungsgemäß erworbenen Kenntnissen, die nur dann als 'bisher bewährt' gelten, wenn sie erneut nachgewiesenen Beziehungen realer Zusammenhänge entsprechen.

Die erforschbaren 'Naturgesetze' basieren auf evolutionär bewährten Relationen einer strukturveränderlichen Welt (ohne 'ewige Wahrheit').

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.

»Von etwas wissen« heißt über erworbene Kenntnisse verfügen, die als begriffliche Beziehungen situationsbedingt erfasst worden sind.

Wissen ist ein Führwahrhalten von bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen, die theoretisch oder praktisch nutzbar sind, besonders für Urteile und (Vor-)Aussagen.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß.

Ein Glaube an die Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann begründet, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind.

Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die zwar unbegründet aber unwiderlegbar ist und deshalb Hoffnung vermitteln kann.

Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist.

Wir glauben zu wissen, wenn wir vermutete Vorstellungen für wahr halten.

Sogar Unglaubliches kann wahr werden.

Ein unerwartetes Ereignis kann negativ oder positiv überraschen, - unsere Bewertung des Unvorhersehbaren als un-/glücklicher Zufall beruht darauf, dass seine kausale Bedingtheit für uns unersichtlich ist.

Wo sicheres Wissen fehlt, kann nur gutes Vermuten helfen.

Kreativ denken bedeutet, mit neuer Einsicht in Wesentliches innovative Problemlösungen finden. Kreatives Denken geschieht "intuitiv" oder mit heuristischen Methoden, die für Arbeitshypothesen oder Heuristiken zum Problemlösen nutzbar sind.

Innovative Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.

Gerechte Urteile über einen neuen Sachverhalt kann nur derjenige fällen, der die spezifisch neuen Zusammenhänge durch sachkundige Untersuchung selbst festgestellt, korrekt erfasst und richtig im Kontext verstanden hat.

Nicht verstandenes Neues wird meist emotional abgelehnt aufgrund von subjektiven Vorurteilen und unzureichendem Wissen.

Jede kreative Vermutung oder Idee stößt anfangs auf Unverstand und hat die Bequemlichkeit als Feind.

Außergewöhnliches erregt die Aufmerksamkeit für Neues; aber dessen richtiges Kennenlernen gelingt erst durch deutende Untersuchung und unvoreingenommene Bewertung.

Wer mit eigenen Ideen etwas Neues schafft, - auch wenn sich keiner dafür interessiert, keiner etwas dafür bezahlt und keiner ihn lobt, - der ist ein 'kreativer' Künstler oder ein Erfinder, der auf seine Anerkennung lange warten kann.

Kenntnisspezifische Wahrheitsfindung gelingt durch rationales Streben nach Erkenntnis im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Ein kritischer Realist, der für Wahrheit und Gerechtigkeit offen eintritt, versucht objektiv zu urteilen und kommt damit in Widerspruch zu subjektiven Ansichten und Vorurteilen.

Wer Unwahrheiten kritisiert oder Mängel aufzeigt, wird als negativer Besserwisser missverstanden.

Wir müssen lernen, unsere Enttäuschungen mit Würde und Toleranz zu ertragen. Dabei helfen uns Aufrichtigkeit, Humor und Tapferkeit.

Humorvolles Lachen macht den Ernst des Lebens erträglicher.

Wer Absurdes nicht zu ernst nimmt und darüber lachen kann, hat Humor und versteht Spaß.

Wer über sich selbst lachen kann, hat selbstkritischen Humor.

'Froher Verstand' befähigt zu Einsicht mit Humor.

Wir müssen an menschlichen Fortschritt glauben, - auch ohne Gewissheit.


4.2. »Intellekt und Ethik« - Unbewusstes, Vernunft, Denkgewohnheiten, Kritik


Intellekt wird definiert als Fähigkeit für mindestens unbewusstes Denken zur individuellen Reiz-Deutung (schematische Erkennung, empirische Beurteilung und subjektive Bewertung) und zur situationsangepassten Entscheidung für eine optimale Aktion (lerntypische Verhaltensänderung), beeinflusst von Antrieb, Emotion und Motivation, aufgrund des nutzbaren Erfahrungswissens für bewertbare Voraussagen gemäß eigenen Erkenntnissen (vgl. situationsbedingter Kenntniserwerb durch induktive Zusammenhangserfassung, siehe 'Verstand' und 'Vernunft' unter 4.1). [1] - [5]

Intelligenz wird aufgefasst als hoch entwickelte Denkfähigkeit (einschließlich Intellekt, Vernunft und Verstand) und entspricht vorrangig dem Vermögen zum 'wissentlichen' selbstreflexiven Problemlösen zwecks kognitiver Bewältigung von neuen und unbekannten Situationen, wobei "bewusste" Reflexionen sprachliches Ausdrucksvermögen fördern (vgl. Darstellung kognitiv-logischer Begriffsstrukturen, siehe 1. bis 3.). [6]

Denken wird philosophisch aufgefasst als 'geistige Tätigkeit' der Begriffsbildung, des Urteilens und Schliessens. [11] Albert Einstein bestimmte Denken als "Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen" (Quelle: Physik und Realität, 1935, siehe 1.).

Ethik ist die Lehre vom Sittlichen für normative Regeln des 'richtigen' und 'guten' Handelns mit der Orientierung an Zielen und Pflichten. Dabei können Handlungen gemäß Werten ihrer Konsequenzen oder Intentionen moralisch beurteilt werden. [11]

Das vernunftbegabte Tier "Mensch" (Homo sapiens sapiens) ist sich seiner Existenz bewusst und strebt danach, Vorteile zu erzielen und Neues zu erleben. - Der anspruchsvolle Mensch will mehr als "nur" versorgt in Sicherheit leben und sich vermehren. [13]

Eitelkeit und Geltungsdrang sind menschliche Schwächen. Ihre negative Steigerung führt über Rücksichtslosigkeit zu zynischem Machtmissbrauch, sogar bis zu gewalttätigen Aggressionen.

Ein verstandesmäßig "funktionierender" Mensch handelt vorwiegend nach bewährten Regeln, Stereotypen und festen Schemata seiner pragmatischen Denkgewohnheiten. Seine Persönlichkeit kann er durch bewusstes "intentionales" Lernen nur dann entfalten, wenn er dazu ausreichend motiviert ist und sich eigene Ziele setzen und verfolgen kann, die von seinen Privat-Interessen mitbestimmt werden.

Der Mensch denkt mit seinem oft unzufriedenen 'Steinzeitgehirn'. Er strebt nach Glück und Bedürfnisbefriedigung, besonders nach Lustgewinn, Freude und Besitz.

Der suchende, versuchende und irrende Mensch hat hypothetische Vorstellungen oder Pläne zur Verbesserung seiner subjektiven Lage. Er belastet sich selbst mit der Lösung von Problemen, die ohne ihn nicht entstanden wären.

Ein natürliches Gewinnstreben zwecks optimaler Selbsterhaltung ist existenziell erforderlich für selbst bestimmte Autonomie.

Der "Kampf ums Dasein" erzielt den Selbsterhalt mit wirksamen Bemühungen zum Selbstunterhalt.

Existenzielle Selbständigkeit gelingt mit natürlicher Eigennutz-Orientierung zwecks Selbsterhalt durch möglichst sozialverträgliche Selbstbestimmung ohne "unsoziale" Auswirkungen.

Eigennutz erscheint dem Egoisten vorteilhafter als Anteil am Gemeinnutz, der Eigenverzicht verlangt.

Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft sind Tugenden, die von raffinierten Menschen ausgenutzt werden, um an verfügbares Kapital zu kommen.

Tiere können anderen etwas vortäuschen, der listige Mensch kann lügen und betrügen.

Der egoistische Mensch sieht seinen Vorteil ohne Rücksicht auf andere Lebewesen.

Der "rational (nach-)denkende" Mensch denkt reflexiv und urteilt subjektiv. Seine Fähigkeit zu logischem Denken wird begrenzt durch seine individuellen Vorstellungen, Erinnerungen und Gefühle, - unter dem schwer kontrollierbaren Einfluss seiner unbewussten 'subjektiven Bewertungen' (Emotionen, Motivationen). [6]

Der sprachbegabte, selbstbezüglich denkende Mensch kann sinnlose und sinnvolle Fragen zu Gegenständen seiner Begriffswelt stellen.

So genannte "letzte" Fragen zu bisher Unerklärlichem, die (noch) nicht mit wissenschaftlicher Begründung beantwortet werden können, sind Gegenstand hypothetischer Deutungen und religiöser Behauptungen.

Das Finden einer eigenen Meinung oder rationalen Entscheidung, z. B. beim Nachdenken bzw. Abwägen, erfolgt durch Selbstreflexion gemäß individuellem Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen.

Starke Erinnerungen für Affekte und Gefühle behindern logisches Denkvermögen.

Vernünftiges Entscheiden wird erschwert durch unbewusste emotionale und soziale Einflüsse.

Unbewusste Automatismen können zu Irrtümern führen, die zu spät bewusst werden.

Über viele Automatismen unseres Denkens und Handelns sind wir uns selbst kaum bewusst; aber von unseren Kritikern werden unsere Eigenarten oder Angewohnheiten als individuelle Verhaltensmuster erkannt und aus subjektiver Sicht bewertet.

Unbewusste Gewohnheitshandlungen werden uns erst dann bewusst, wenn wir ihre "ungewollten" Konsequenzen erkennen.

Die Bedeutung von unüberlegten und unbewussten Äußerungen wird uns zu spät bewusst, erst dann wenn wir ihre Wirkungen auf Andere mit Erstaunen feststellen.

Wer kritische Feststellungen unbedacht sagt, muss sich emotionalen Widerspruch sagen lassen.

Kann bewusste Selbstkontrolle impulsive Äußerungen und spontane Handlungen verhindern?

Bewusstes Denken ist durch "inneres Sprechen" (auch mit sich selbst) erlebbar, besonders beim 'Ersinnen' von Problemlösungen oder deklarativen Antworten auf erkenntnisfördernde Fragen (Kritik, Zweifel, Dialektik).

Der "relativ freie" Wille ist ein Bewusstseinsphänomen für 'mutwillige', zielgerichtet gefällte Entscheidungen des Subjekts im Rahmen seiner Handlungsfreiheit unter aktuellen Bedingungen, individuell bestimmt von unbewussten Gehirnzuständen.

Für jede 'bewusst gefällte' Entscheidung muss eigene Verantwortung getragen werden, aber weniger für 'unüberlegte', unbewusst bestimmte oder Affekt-Handlungen.

Wer das Sagen hat, bestimmt die Zielrichtung für sein Gefolge, dessen Wohl von ihm verantwortet werden muss.

Zielorientiertes Erwägen einer optimalen Entscheidung wird ermöglicht durch 'antizipative' subjektive Bewertung von zu erwartenden Handlungskonsequenzen, die empirisch oder theoretisch vorausgesagt werden können.

Ein Weitsichtiger mit guter Voraussicht hat bessere Einsicht als viele Kurzsichtige mit der besten Absicht.

Planlos leben mit naiver Zuversicht ist bequemer als voraussichtiges Denken mit ungewissen Modellvorstellungen beim Problemlösen.

Vorausschau und Denken im Großen fehlt Pragmatikern, die sich nur mit Nächstliegendem im Kleinen befassen, wobei sie den Nutzen ihres Handelns im Auge haben.

Zu unserem eigenen Schutz müssen wir vorausschauend versuchen, unsere existenziellen Probleme zu erkennen, um mögliche Lösungen rechtzeitig finden zu können.

Voraussicht zur Absicherung erfordert "worst case tests", d. h. kritische Untersuchungen dessen, was im schlimmsten Fall passieren könnte.

Eine relative Sicherheit ist nur durch Vorsicht und gegenseitige Rücksichtsnahme erreichbar, wobei Risiken "intelligent" abzuschätzen und rechtzeitig eigene Konsequenzen zu ziehen sind.

Wer eigene Fehler selbstkritisch prüft und aufrichtig zugibt, hat Rückgrat. - Wer gelassen seine Schuldlast erträgt, muss dazu breite Schultern haben.

Eigene Fehler aus Leichtsinn sind die ärgerlichsten.

Wer sich über korrigierbare Fehler anderer verständnislos ärgert ist selber schuld.

Ärgerliche Enttäuschung über Unerwartetes oder Irrtümliches kann zu Schuldzuweisung und Streit führen, ist aber kein ausreichender Grund für verbitternde Gegnerschaft.

Wichtiger als schadensvergrößernde Schuldzuweisungen sind Fehlerkorrekturen und praktikable Verhütungsmaßnahmen.

Selbstvertrauen ist gut, doch besser wäre Selbstkontrolle für kluges Handeln.

Der "vernünftige" Mensch kann sich selbst kontrollieren und nutzt quasi ein Selbstmodell für individuelle Einsicht und Voraussicht.

Vernünftige Selbstkontrolle eines verstehenden Subjekts erfordert 'Wissen vom Sein des Selbst', d. h. Selbstbewusstsein (vgl. Meta-Automat über Basis-Automat [1][3]).

Aktive Menschen gelten allgemein als optimistisch und risikofreudig, weil sie mühevolle Absicherungen oft unterlassen.

Passive, denkfaule Menschen erwarten, dass ihnen gesagt wird, was zu tun ist.

Der wenig wissende Mensch hat keine Weitsicht. Er sieht nur einen Teil der näheren Umwelt - innerhalb der Grenzen seines egozentrischen Blickwinkels.

Schnellfertige Urteile und Illusionen der Überschätzung haben ihre subjektiv gefärbten Quellen in der Verdrängung von Problemen, d. h. in bequemem Schwarz-Weiß-Denken bzw. himmelblauem Wunschdenken.

Die Mutter naiver Wünsche ist die Unwissenheit.

Große Vielfalt gefällt den Einfältigen, obwohl ihnen das Auswählen schwer fällt.

Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Die Trägheit der Gleichgültigen oder Ängstlichen ist ein großes Hindernis für den Tatendrang des Tüchtigen.

Lebenskünstler pendeln erfolgreich zwischen riskantem Austesten eigener Grenzen und sicherheitsorientierter Selbsteinschränkung.

Wer seine Bedürfnisse an Erreichbares anpassen kann, dem geht es gut.

Wer nicht dankbar für Erreichtes ist und seine Wünsche nicht unter Kontrolle hat, wird ein unzufriedener und getriebener Mensch bleiben.

Wenn jeder Recht haben will, dann ist Gerechtigkeit Mangelware.

Wo es keine Gerechtigkeit gibt, nützt es einem nicht, Recht zu haben.

Erst, wenn Unrecht offenkundig ist, wird Ethik gefordert.

Fairness in Kampf oder Spiel verlangt die Einhaltung von festgelegten Regeln, die den Gegnern vorher bekannt sein müssen.

Wo sich alles nur ums Geld dreht, ist Kapital die Achse des Lebens.

Betrüger und Wucherer entlasten sich mit dem Argument, dass sie nur das verkaufen, was Kunden haben wollen.

Ein "Anständiger" handelt nach bestem Wissen und Gewissen.

"Gewissen" kann mit einer 'ethisch-moralischen' Bewertungsinstanz im Gehirn erklärt werden, für die aber keine universellen Wertekategorien aus der Menschheitsgeschichte ableitbar sind.

Moralisten und Religionen haben bisher vergeblich versucht, mit ethischen Maximen und normativen Verhaltensregeln für alle Menschen sozialen Frieden zu erreichen.

Die spürbare Ohnmacht unserer Vernunft gegenüber Unverstand und Überschätzung darf uns nicht entmutigen, immer wieder aus unseren Erfahrungen und Fehlern zu lernen. - Nur durch Selbstlernen können wir erforderliches Wissen in unserem unvollkommenen Steinzeitgehirn ausbilden.

Wir sehen die Dinge und Probleme gemäß unserer Sichtweise. Wir urteilen subjektiv, - meist pauschal, voreingenommen oder mit geringer Kenntnis des wirklichen Sachverhalts. Unser subjektives Urteil kann sich ändern, wenn wir selbst betroffen sind oder wenn wir es der Mehrheit nachahmen.

Menschen urteilen subjektiv über die objektive Welt, abhängig von eigenem Erfahrungswissen, aber auch mit angenommenen Meinungen und Vorurteilen.

Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitert und korrigiert werden kann.

Innovative Definitionen, Konzepte oder Theorien haben die Vorurteile und Denkgewohnheiten der sog. Fachleute als Feinde.

Wer sich forschend bemüht natürliche Sachverhalte realistisch zu beschreiben und begründet zu erklären, muss Lehrmeinungen wissenschaftlich hinterfragen und Glaubenssätze als unbewiesen anzweifeln.

Bisher unerforschte Phänomene als unerklärliche Erscheinungen können vom Menschen mit seinen schematischen Vorstellungen nur vage oder modellhaft erkannt und nur subjektiv gedeutet werden.

Typisch für menschliche Irrtümer sind Fehlurteile aufgrund falscher Vorstellungen wegen mangelnder Sachkenntnis.

Gläubige Menschen lassen sich stark verwundern von (für sie) Unvorhersehbarem oder Unerklärlichem, z. B. ein unerwartetes Phänomen oder zufälliges Zusammentreffen.

Ein vermeintlicher Zufall wird kausal bestimmt durch mindestens ein situationsbedingtes Ereignis, das mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit vorkommen kann.

Beeindruckende Zufälle festigen ideologischen Wunderglauben.

Der "glaubende" Mensch deutet das für ihn Unerklärliche mit angenommenen 'irrationalen' Behauptungen aus anthropozentrischer Sicht. Geglaubt werden unbeweisbare Postulate als 'göttliche Offenbarungen', z. B. übernommene Glaubenssätze traditioneller Religionen. Zur Beantwortung von Lebensfragen der Sinnsuche dienen auch transzendente Axiome neuerer Ideologien, die als "verführerische" Theorien machtpolitische Bedeutung mit gefährlichen Auswirkungen erlangen können.

Traditioneller Glaube an mindestens einen Gott (auch Teufel, Engel und Heilige), an Wunder und göttliche Kreationen zwecks "anthropozentrischer" Gestaltung von Universum und Leben verlangt von Menschen Glaubensbekenntnisse, die nicht wissenschaftlich begründbar sind.

Eine unbegründete Behauptung wird durch Wiederholung nicht glaubwürdiger.

'Angstreligionen' sind Menschenwerk und Machtmittel.

Wer an die Unsterblichkeit seiner Seele glaubt, nimmt sich selbst zu wichtig und ist an seiner Angst vor dem Tod selbst schuld.

Glaube mit Überzeugung nur das, was Du selbst kritisch geprüft hast!

Unrealistische Weltbilder in Gehirnen verursachen Konflikte und Leid.

Revolutionäre Ideale wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind gegensätzlich zu persönlichem Machtstreben, zu Gewinnsucht und Geltungsdrang des Menschengehirns.

Wie bisher erfolgt jede Kriegsvorbereitung mit demagogischen Lügen und überzeugenden Reden für Freiheit und Frieden.

Wer Frieden im Großen will, muss für Frieden im Kleinen sorgen.

Aufklärung über soziale Seinserfahrungen kann menschliche Beziehungen verbessern.

Die Menschen würden sich besser verstehen und vertragen, wenn sie ihre subjektiven Ansichten und unterschiedlichen Gesichtskreise besser in Übereinstimmung bringen könnten. Sie müssten hierzu mehr Gemeinsamkeiten ihres Denkens und Wissens suchen - und finden.

Wer sich nicht informiert, findet sich nicht zurecht.

Wer sich gut informiert, verbessert sein empirisches Faktenwissen. Damit kann er Einsicht in Sinnzusammenhänge durch analytisches Nachdenken erlangen, wozu ein kritisches Hinterfragen von Aussagen erforderlich ist.

Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes.

Kritisches Denken über Probleme belastet den Verstand, erfordert "trockene" Logik und wirkt meist verunsichernd.

Wer über Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. - Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich.

Ein sozial "angepasster" Mensch übernimmt modisch wechselnde Verhaltensmuster und akzeptiert auch traditionelle Bräuche, Riten und Zeremonien. Aufgrund seiner mangelnden Skepsis gegenüber neuen Angeboten ist seine Gesinnung von verführerischen Medien und Personen leicht manipulierbar, womit er sich fremd bestimmen, benutzen oder ausnutzen lässt.

Ein sensibler "ängstlicher" Mensch vermeidet emotionale Depressionen durch eine "schützende" Selbstbeschränkung seines Mitgefühls auf die ihm Nahestehenden. Er unterdrückt politisch-soziale Reflexionen und zeigt Ablehnung gegenüber vorausschauenden Problemdiskussionen, die ihm seine Macht- und Ratlosigkeit gewahr werden lassen.

Der Blick zurück auf Vergangenes und Vergebliches ist nicht so wichtig wie der Blick vorwärts auf Zukünftiges, weil das Kommende gemeistert werden muss.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche; dagegen sind realistische Ansichten zur Aufklärung oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Lähmende Gleichgültigkeit verhindert nötige Vorsicht, Rücksicht und auch Voraussicht; sie resultiert aus einer Abstumpfung gegenüber dem Unerfreulichen und der allgemeinen Reizüberflutung durch die Medien.

Je älter man wird, um so mehr muss man beim Durchhalten aushalten.

Mit dem Alter verfestigen sich eigene Ansichten zu Überzeugungen für stereotype Urteile, auch für Begründungen von Desinteresse und Resignation.

Nihilistische Kritik an der Welt wirkt auf Menschen lebensfeindlich und ist deshalb destruktiv. - Zur Überwindung von Resignation dient konstruktive Kritik, die Wege zur Selbsthilfe aufzeigt.

Wer eine Verbesserung anstrebt und deshalb kritisiert, kann nur durch große Eigenleistung Anerkennung finden.

Bemühungen zum Miteinander durch Aufeinanderzugehen verbessern das Verstehen durch gegenseitiges Kennenlernen.

Ein freundliches Wort im rechten Moment wirkt Wunder - und verbindet.

Ruhe bewahren trotz Störung gelingt mit Toleranz.

Erfolgreiches Wirken gelingt durch aufrichtiges Miteinander.

Wer durch erfolgreiches Handeln nutzt, kann mit sich zu frieden sein.

Nützliches für sich und andere tun bedeutet: die kurze Lebenszeit sinnvoll nutzen.

Wer seine Schaffenskraft nutzvoll einsetzt, führt ein erfülltes Leben.

Die bewusste Selbstverwirklichung ist eine Lebenskunst. Sie gleicht einer gefährlichen Gratwanderung zwischen faulen Kompromissen und kämpferischer Selbstaufopferung.

Glücklich ist, wer sich freuen kann.

Schönes freudig erkennen und dankbar erleben, - das ist Glück.


Weiterführende Literatur

[1] Liß, E.: Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen für intelligente Automaten.
  msr, Berlin 29 (1986) H. 9, S. 411 - 416; H. 10, S. 465 - 470 (zwei Teile),
  publiziert als ScanCopy: » Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen (I und II),
- daraus Auszüge und Thesen in: » Beiträge zu Definitionen und Konzepten einer Kognitiven Logik

- Basis-Publikation: (Kognitiv-)Logische Struktur zum Darstellen von Wissen für intelligente Automaten,
  Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin 33 (1983) H. 10, S. 403 - 408 (Manuskripteingang: 15.03.1982),
  publiz. als ScanCopy: » Dynamische Wissensdarstellung in kognitiv-logischen Gedächtnissystemen

- Aufsatz: Lernfähiger Zuordnungskomplex - assoziatives Gedächtnissystem intelligenter Automaten,
  Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin 34 (1984) H. 7, S. 269-274 (Manuskripteingang: 15.03.1982),
  publiz. als ScanCopy: » KI-Konzept 'Lernfähiger Zuordnungskomplex' - ein Ansatz für Kognitive Logik

[2] Liß, E.: »Lernender Homöostat« - eine interaktive Existenz-Simulation, Kurzbeschreibung des
neuen KI-Modells: » Lernender Homöostat mit kognitiver Logik für rationale Autonomie, -
eine JavaScript-Implementation, im LISS-KOMPENDIUM veröffentlicht seit Mai 2001

[3] Liß, E.: Systemkonzept 'Intelligenter Automat' für kognitive Logik (PDF-Datei - seit 11/2004),
Definitionen, Thesen, Gehirnmodell und System-/Organisationskonzept, - mit Auszügen aus der DDR-
Patentanmeldung WP G 06 F/ 2349 488 vom 18.11.1981, Titel: Programmierbare Logikanordnung für
intelligente Automaten und adaptive Steuerungen mit künstlichem Intellekt

[4] Liß, E.: Grundbegriffe zur Kognitiven Logik (Anhang für 'Beiträge zu Definitionen und Konzepten')

[5] Liß, E.: KI-Konzepte für Kognitive Logik (Veröffentlichungen seit 1978  -  Dissertation 1987)

[6] Liß, E.: Gehirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis (Neuere Erkenntnisse, publ. seit 2003)

[7] Liß, E.: Kognitiv-logische Modellbildung (Zitate-Auswahl und Erkenntnisse der Hirnforschung)

[8] Liß, E.: Information - subjektive Nachricht für kognitive Systeme (Dialog mit Heinz Zemanek)

[9] Liß, E.: Zeitlose Weisheiten - Erlesene Aphorismen und Zitate aus drei Jahrtausenden (Archiv)

[10] Liß, E.: Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten (Zitate-Anthologie im LISS-KOMPENDIUM)

[11] Grosses Wörterbuch Philosophie, Compact Verlag München 2006, ISBN-13: 978-3-8174-7471-4

[12] Detel, W.: Grundkurs Philosophie, Bd. 1, Logik, Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-018468-4

[13] Liß, E.: Daten zu Universum und Menschheit (Konsequenzen der Entwicklung des Homo sapiens)

[14] Liß, E.: Rätselhafte Symbolgrafiken erkennen und deuten (Deutung von symbolischen Darstellungen)

[15] Dietz, P: Menschengleiche Maschinen (Thesen und Fragen zum KI-Trend, mit Nachwort von E. Liß)

[16] Metzinger, T.: Auf der Suche nach einem neuen Bild des Menschen (Subjekt und Bewusstseinskultur)


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